Festival Internationale Neue Dramatik - Neue Stücke von Rodrigo Garcia, Paul Brodowsky und Wajdi Mouawad
Goya- und Disney-Fratzen, Beethoven und Bärenfell
Die Kunst der Unterhaltung - Jan Lauwers Needcompany und der Schauspieler Michael König spielen mit der Unterwanderung der Unterhaltungsmechanismen
Die Doppeldeutigkeit einer Torte
von Kai Krösche
Wien, 5. März 2011. Zugegeben, sie ist nicht neu, die Idee des zynischen TV-Formats, das den Tabubruch bis ans Äußerste führt und den Tod eines Menschen im Mittelpunkt einer quotengeilen Unterhaltungsshow an Millionen von Menschen an den Bildschirmen sendet – live und ungeschönt. Sie ist, und das mag zunächst erschrecken, nicht einmal besonders überzogen: Dies nicht aufgrund von Formaten wie "Big Brother", die vielleicht vor elf Jahren einst den Untergang des Abendlandes bedeuteten und heutzutage auf niedrigem Niveau langweilen. Auch nicht etwa wegen der – im Programmheft zum neuen Stück von Jan Lauwers und seiner Needcompany "Die Kunst der Unterhaltung" – herangeführten Anschläge des 11. Septembers 2001 und der damit verbundenen Berichterstattung, die aus einem Massenmord und seinen Folgen eine medialisierte Performance der widerwärtigsten Sorte machten: Schockierend, aber, so zynisch es klingt, als Inszenierung konsumierbar.
Expedition und Psychiatrie - Nis-Momme Stockmann führt sein Auftragswerk als Experimentalmusical auf
Schweigen für die Welt
von Ralf-Carl Langhals
Heidelberg, 4. März 2011. Kennen Sie den: "Lesen Sie mehr Ibsen!", rät der Intendant dem aufstrebenden Jungautor und wünscht sich dann ein spielbares und gut verkäufliches Drama mit Globalisierungswahnsinn, Sprengstoffanschlägen, Kindesmissbrauch, Nahostkonflikt und Rechtsradikalismus. Erfolgsdramatiker Nis-Momme Stockmann hat die Not des Auftragsdichters für Stuttgart erfolgreich mit Kein Schiff wird kommen dramatisiert. Das darin vom Intendanten bestellte Stück zum Wendejubiläum 2009 ist es absichtlich nicht geworden, dafür aber eine tiefgründige wie anrührende Begegnung zwischen und Vater und Sohn. Desgleichen bot Stockmann nicht minder eindrücklich schon in seinem Erstling Der Mann der die Welt aß. Darin konfrontierte er einen am Kapitalismus verzweifelten Egoisten mit seinem dementen Vater und gewann damit 2009 den Preis des Heidelberger Stückemarkts. Zurück in Heidelberg, experimentiert Stockmann in seiner Auftragsarbeit "Expedition und Psychiatrie" nun mit all seinen Themen.
Regie: Gisèle Vienne
Regie: Roberto Ciulli
Regie: Caro Thum, Frederik Tidén
Regie: Antú Romero Nunes
Regie: kainkollektiv, LIGNA, Invisible Playground, copy & waste
Regie: Thorleifur Örn Arnarsson
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