Theater Trier - Große Verheißungen, große Enttäuschungen und ein modellhaftes Scheitern von Karl Sibelius in Trier
Schadensbegrenzung mit Nachwirkungen
von Rainer Nolden
Trier, 15. Dezember 2016. Es war einmal eine beschauliche mittelgroße Stadt, in deren Mauern ein mittelgroßes Theater stand, in das die Menschen gerne gingen, um abgelenkt, zerstreut, unterhalten zu werden. Und dann begab es sich, dass der Chef dieses Theaters in den Ruhestand ging, also musste ein neuer Kopf her. Viele fühlten sich berufen, einer wurde auserwählt. Karl Sibelius versprach ein neues, frisches, ungewöhnliches Theater zu machen. Die neue Ära kam dann auch, aber mit ihr kam dann auch ganz schnell das Ende dieses Märchens.
Welches Theater braucht München? - Die Podiumsdiskussion zur Debatte um die Münchner Kammerspiele zeigt Theaterkritiker und Theaterschaffende aktuell unversöhnlich
Der Genius loci meldet sich zu Wort
von Tim Slagman
München, 21. November 2016. "Das Experiment fängt erst an." Für das Publikum auf den Bänken der seit einer Spielzeit "Kammer 2" getauften Nebenspielbühne der Münchner Kammerspiele, das mehrheitlich auf der Seite von Matthias Lilienthal und hinter den Inszenierungen seiner immer noch jungen Intendanz stand, wird dieser Satz Lilienthals wie eine Verheißung geklungen haben. Für Christine Dössel wie eine Drohung. Die Theaterkritikerin der Süddeutschen Zeitung gehört zu den lautesten Stimmen in einer seit einigen Wochen tobenden Debatte um die Ausrichtung der Kammerspiele.
Performer oder Schauspieler? - Autor und Regisseur Kevin Rittberger über antiquierte Grenzziehungen und die Möglichkeiten einer modernen Schauspielästhetik
Wider die Advokaten der Alternativlosigkeit
von Kevin Rittberger
17. November 2016. Es ist eine seltsame Koinzidenz: Um die Münchner Kammerspiele tobt gerade ein von der Süddeutschen Zeitung entfachter Richtungskampf, der sich ganz wesentlich an der Frage festmacht, wie viel Schauspielertheater und wieviel Performance-Kunst ein solches Haus verträgt. Unabhängig davon und doch in sinnfälliger Nähe dazu treten im aktuellen Heft der "Lettre" der Soziologe und Rektor der Berlin Schauspielschule "Ernst Busch" Wolfgang Engler und der Berliner Publizist Frank M. Raddatz an, das Hohelied der Schauspielkunst im Geiste Bertolt Brechts zu singen und den "Performer" als Inbegriff des neoliberalen Subjekts zu disqualifizieren. Der Performer, so ihre These, habe jeglichen Widerstand gegenüber den "Imperativen der ökonomischen Wirklichkeit" aufgegeben. In München wie in Berlin erlebt man also das Ringen um die Deutungshoheit zweier Schulen darstellender Künste, eines sogenannten "mimetischen und performativen Dispositivs" (Raddatz).
Wie sich das politische Theater selbst betrügt - Ein Zwischenruf von nachtkritik.de-Redakteur Michael Wolf
Die Schaubühne als moralinsaure Anstalt
von Michael Wolf
16. November 2016. So-tun-als-ob und sich dabei zuschauen lassen – das ist seit Jahrtausenden das Kerngeschäft der Theaterschaffenden. Inzwischen sind sie so gut, dass sie sich sogar selbst betrügen können. Dem Dramaturgen Harald Wolff gelang kürzlich in einem Brief an Kulturpolitiker ein glänzendes Beispiel:
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