Presseschau vom 10. August 2012 - Die Welt interviewt Katharina Wagner

Ironisch und auch zynisch

10. August 2012. "Jonathan Meese spielt meines Erachtens nicht unüberlegt mit solchen Zeichen und Symbolen", sagt Katharina Wagner im Interview mit Manuel Brug in der heutigen Ausgabe der "Welt". Meese setze Hakenkreuze etc. "ironisch und auch zynisch" ein, um eine Haltung, um unsere Geschichte kritisch anzuprangern. "Er stellt sie in einen Kontext." Sie halte Meese für "einen der größten deutschen Künstler". "Er schafft an einem Gesamtkunstwerk." Was Christian Thielemann zu Meeses Berufung nach Bayreuth sage? "Er steht diesem Abenteuer sehr aufgeschlossen gegenüber."

Presseschau vom 8. August 2012 - Die Welt beleuchtet den Umgang mit rechter Symbolik bei Evgeny Nikitin und Jonathan Meese

Im Wald der Zeichen

8. August 2012. In der "Welt" beleuchtet Jan Küveler die Festspiele von Bayreuth und ihre jüngsten Probleme mit faschistischer Symbolik: Erst wurde der Opernsänger Evgeny Nikitin wegen seiner Hakenkreuz-Tätowierung aus dem "Fliegenden Holländer" entlassen. Wenige Tage darauf engagierte man "den Faschismus-Fetischisten" Jonathan Meese für die "Parsifal"-Inszenierung 2016. Die Fälle geben Küveler Anlass, zur sensiblen Zeichendeutung aufzufordern.

Presseschau vom 7. August 2012 - Die Welt interviewt Heiner Goebbels

Unbekannte Räume

7. August 2012. Für die heutige Ausgabe der Welt hat Christiane Hoffmans den Ruhrtriennale-Intendanten Heiner Goebbels während seiner Proben an John Cages "Europeras 1 & 2" in der Jahrhunderthalle Bochum getroffen und interviewt. "So weit ich zurückblicken kann, hatte ich immer eine starke Wahrnehmung für das Drumherum, den Blick hinter die Kulissen und für die Spannung zwischen visueller Ausstrahlung und musikalischer Wirkung", sagt Goebbels auf die Frage, wann er gemerkt habe, dass die Welt zu eng ist.

Presseschau vom 1. August 2012 - Die Frankfurter Rundschau über den neuen Fürsten von Salzburg Sven-Eric Bechtolf

Adeliges Gebaren

1. August 2012. Als barocken Theaterfürsten stellt Peter Michalzik in der Frankfurter Rundschau heute den neuen Schauspielchef Sven-Eric Bechtolf vor: Er wolle, zitiert Michalzik ihn, unterschiedliche Theatersprachen zeigen. Das jedoch sei bei Bechtolf nur eine andere Formulierung für: "Erlaubt ist, was gefällt, nämlich mir. Wenn er bei einer Pressekonferenz gefragt wird, wie er das Programm des Young Directors Project zusammengestellt hat, sagt er: 'Der Nase lang. Und zwar meiner Nase.' Er spricht von Intuition und schimpft auf den modischen Festivalzirkus, der das Exotischste für das Schickste halte. Entwaffnende Einfachheit und Direktheit kann man ihm nicht absprechen."

Presseschau vom 30. Juli 2012 - Die Neue Zürcher Zeitung über postdramatisches Theater

Der Irrglaube vom Fortschritt der Kunst

30. Juli 2012. Nachschlag vom Wochenende: In der Neuen Zürcher Zeitung (28.7.2012) blickt Dirk Pilz noch einmal auf das Ende der Intendanz von Matthias Lilienthal am Berliner HAU und auf die 24-stündige Performance-Reise Unendlicher Spaß, die die Zuschauer an "betont alltagsweltliche Spielorte vornehmlich am Stadtrand von Westberlin" führte. Ausgehend von Eindrücken dieses Theatermarathons, mündet Pilz' Text in grundsätzliche Reflexionen über das "postdramatische Theater", das sich – seit Hans-Thies Lehmann den Begriff populär machte –"selbst als das neue, zeitgemäßere [Theater] verstand und weithin auch noch so wahrgenommen wird".

Seite 79 von 92