"Ich würde es nicht Angst nennen"

9. August 2018. Im Interview mit der Süddeutsche Zeitung äußert sich Stefanie Carp zur Debatte um ihr Krisenmanagement in der Debatte um die Einladung der Band "Young Fathers" – Unterstützer der israelkritischen Kampagne BDS. (Wir berichteten.) Carp weist Kritik an der Einladung der Gruppe zurück.

"Ich würde auch nicht beim BDS unterschreiben, als Deutsche schon gar nicht." Als Kuratorin könne sie aber kein internationales Programm machen und jeden Künstler daraufhin überprüfen, ob er zur Zeit möglicherweise mit dem BDS in Kontakt sei. "Das sind dann eine Menge, auch sehr wesentliche Künstler. In München spielten die Young Fathers beim Eröffnungsfest der Saison der Kammerspiele, und niemand regte sich darüber auf." Die Debatte hält sie für "übertrieben" und "unverhältnismäßig".

Auf die Frage, ob sie um ihren Job fürchte, antwortet Carp: "Ich würde es nicht Angst nennen, aber ich kann mir denken, dass der Druck der Parteien auf NRWs Kulturministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen gerade sehr groß ist. Doch selbst wenn ich Angst hätte, kann das nicht dazu führen, dass ich anfange, Dinge zu tun, die ich mir selbst nicht glauben kann oder die ich falsch finde."

(miwo)

 

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