Presseschau vom 21. Juli 2013 – Der Spiegel interviewt Frank Castorf zu den Bayreuther Festspielen

"Pure DDR"

"Pure DDR"

21. Juli 2013. Dem Spiegel (22.7.2013) gibt Frank Castorf ein Interview, nachdem er die 99 Fragen von Moritz von Uslar ausgeschlagen hat. Der Intendant der Volksbühne in Berlin spricht darin über seine Arbeit bei den Bayreuther Festspielen, wo er in diesem Jahr Wagners "Ring des Nibelungen" inszenieren wird.

Er verstehe sich als "Dienstleister" in Bayreuth, schließlich hätte er für den ersten Teil "Rheingold" nur neun Tage proben können. Die Arbeit sei getaktet wie bei einer TV-Soap. Dementsprechend wolle er auch "keinen Jahrhundert-'Ring'" präsentieren. "Mir reicht ein Jahres-'Ring'", bremst Castorf gegenüber dem Spiegel die Erwartungen.

Über die Atmosphäre vor Ort sagt Castorf: "Jeder von außen ist der Feind. Das ist pure DDR." Damit sind auch die Intendantinnen Katharina Wagner und Eva Wagner-Pasquier gemeint, auch wenn Castorf sie "nicht allzu oft" gesehen habe. Die Wagner-Schwestern hätten am meisten Interesse an der Pünktlichkeit Castorfs. Um die sei es aber nicht so gut bestellt.

(mw / Spiegel Online)

Kommentare

Kommentare  
#1 Presseschau Castorf: KorrekturWagneriana 2013-07-22 20:10
Bitte: Ring DES Nibelungen, so viel Zeit muss sein!
#2 Presseschau Castorf: pünktlich zum Tanzenthomas wieck 2013-07-23 00:34
Wenn das in Bayreuth pure DDR ist, dann muss Castorf eine Riesen-Inszenierung gelingen, war er doch nie besser als eben dort, wo er selbst unpünktlich zwar, aber die Verhältnisse pünktlich zum Tanzen brachte auf der Bühne
#3 Presseschau Castorf: pünktlich in BerlinKultur 2013-07-23 02:16
Mist, überall Verwahrlosung. Ist der Journalismus zu keinen kulturellen Beiträgen mehr imstande. Verstehen Kulturjournalisten rein gar nichts mehr? Worum geht es? Um Schlagzeilen. Verstanden hat die Presse rein gar nichts. Kurz und knapp, Castorf und DDR.
Ich bin es müde, dieses kulturlose Geschwätz zu lesen und greife zu einem Buch: Llosa "Alles Boulevard". Wenigstens gibt es sie noch, die literarischen Essays, die uns vor der Journaille bewahren. Verdient eure Geld und verprasst es, zur Wahrheit und zur Information habt ihr nichts beigetragen.
Schade, dass Bayreuth nichts für den Kulturgänger ist. An einen Jahresring komme ich nicht ran. Bleibt mir die Volksbühne. Dort tummelt sich dann zum Glück nicht die Kulturlosigkeit der Zeit.
Frank Castorf, seien Sie wieder pünktlich in Berlin!
#4 Presseschau Castorf: Schlingensief in BayreuthKurios 2013-07-23 14:54
@3 nur komisch, dass Schlingensief eine seiner besten Inszenierungen nicht an der Volksbühne sondern in Bayreuth gemacht hat.
#5 Presseschau Castorf: aus dem ZusammenhangKultur 2013-07-23 16:47
@4 ich sprach ja auch nicht von der Inszenierung, die würde mir bestimmt gefallen. Ich komme aber nicht rein. Das ist aber auch eine andere Sache. Was ich meinte, war, dass die Presse alles aus dem Zusammenhang löst, um Schlagzeilen zu haben. Und dann die Verkürzung in drei Absätzen auch noch hier.
#6 Presseschau Castorf: übliches BashingKurios 2013-07-24 19:08
@ Kultur - mir geht diese Haltung der Regie führenden gegenüber Bayreuth einfach wahnsinnig auf die Nerven! Erst wollen sie alle Wagner inszenieren - am Besten gleich den Ring - und dann kommt doch nur das übliche Bayreuth Bashing! Fragt man sich nur, warum Castorf den Ring überhaupt angenommen hat. Oder will er glaubhaft machen, dass er von den Zuständen dort nichts gewusst hätte? Der Arme.
#7 Presseschau Castorf: lockere StatementsKultur 2013-07-25 17:24
@ 6
Genau lesen, darum geht es mir. Was hat Castorf genau gesagt und was machen die Schreiberlinge daraus? Von Castorf gibt es keinen negativen Satz. Seine Äußerungen sind lockere Statements, wenn man es genau liest und den Nerv für diese Lockerheit hat. Ansonsten wäre Castorf nicht Castorf, wenn dabei nicht in paar Vergleiche kämen. Seid also gelassen, was die Regieführenden anbelangt.

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