Medienschau: taz – Warum die Zeitung den Rechtsstreit mit Klaus Dörr weiterführen will
"Eine Frage der Pressefreiheit"
"Eine Frage der Pressefreiheit"
29. August 2022. Die taz stellt in einem Blogeintrag ihre Sicht auf die juristische Auseinandersetzung mit Klaus Dörr dar.
Der frühere Intendant der Volksbühne hatte kürzlich einen Prozess gegen die Zeitung gewonnen. Ihr ist es nunmehr untersagt, den Eindruck zu erwecken, Dörr würde Upskirting vorgeworfen, also das heimliche Fotografieren unter einen Rock. In ihrem hausblog erklären Chefredakteurin Ulrike Winkelmann und Hausjustiziar Franz von Wolffersdorff, warum sie das Urteil anfechten wollen.
Die Autorin des Artikels Viktoria Morasch habe den Upskirting-Vorwurf einem vertraulichen Bericht der staatlich finanzierten Vertrauensstelle gegen sexuelle Belästigung "Themis" an den Berliner Kultursenator Klaus Lederer entnommen. Im Zuge ihrer Recherche habe sie zudem mit mehreren Leuten an der Volksbühne gesprochen, "die von sehr deutlichen und hart bezeugten Hinweisen auf das 'Upskirting' berichteten".
Es gehe der taz bei diesem Verfahren ausschließlich um eine Frage der Pressefreiheit, so Winkelmann und von Wolffersdorff. "Wir finden, eine Zeitung muss aus einem Bericht einer staatlich finanzierten Stelle an den Senat zitieren dürfen, wenn sie zudem Aussagen gesammelt hat, die die Richtigkeit des im Bericht Aufgeführten bestätigen. Es ist zweifelhaft, dass der Staat die Möglichkeit eines anonymen Beschwerdewesens institutionell einrichtet und fördert, entsprechende Beschwerden aber der öffentlichen Wahrnehmung entzogen sind."
(taz / miwo)
mehr medienschauen
meldungen >
- 17. April 2026 Kunststiftung Sachsen-Anhalt warnt vor nationalistischer Kulturpolitik
- 16. April 2026 Göttingen: Schauspielerin Thyra Uhde gestorben
- 16. April 2026 Salzburg: Ex-Festspielpräsident Heinrich Wiesmüller gestorben
- 16. April 2026 Konstanz: Intendantin Karin Becker verlängert
- 15. April 2026 Preisjurys der Mülheimer Theatertage 2026
- 13. April 2026 Chemnitz: Theater wehrt sich gegen Abschaffungspläne
neueste kommentare >
-
Thyra Uhde Tiefstes Mitgefühl
-
Wokey Wokey, München Virtiosität schlägt Inhalt
-
Frauenliebe und - sterben, Hamburg Leichte Irritation
-
Nach dem Leben, Nürnberg Empfehlung
-
Die Quelle, Wien Claquere unterwegs
-
Leser*innenkritik Black Rider, SHL Flensburg
-
Burn, Baby, Burn!, Hannover Sagenhaft gut
-
Die Quelle, Wien Bitte weitermachen
-
Fräulein Else, Wien Danke!
-
Über die Notwendigkeit, ... , Wiesbaden Super Abend





- - -
Liebe:r Pixels, liebe:r Momunk,
lassen wir die Mutmaßungen über die Geschlechter der hier debattierenden Kommentator:innen doch an dieser Stelle lieber ruhen. Sie führen vom eigentlichen Thema weg.
Herzliche Grüße
miwo / Redaktion
Die VERTRAUENSstelle Themis zeichnet sich dadurch aus, dass sie nicht nur die Anonymität der Kläger, sondern auch die der Angeklagten wahrt. Und das ist auch gut so.
Das o.g. Zitat lässt sich fast so interpretieren, als suggeriere die taz, man könne ja auch gleich Themis ganz abschaffen und all die Frauen und Männer, denen am Theater vermeintliches oder tatsächliches Unrecht geschieht, könnten sich gleich an die taz und somit an die Öffentlichkeit wenden.