Medienschau: Zeit – Regisseur Julien Gosselin im Porträt
Weckruf Volksbühne
Weckruf Volksbühne
8. September 2023. Anlässlich der Berliner Premiere von "Extinction" hat Peter Kümmel von der Zeit den franzöischen Regisseur Julien Gosselin getroffen.
Sein Stück nach Texten von Arthur Schnitzler, Thomas Bernhard und anderen "handele vom Ende der Welt", sagt Gosselin. "Er habe zeigen wollen, dass eine Gesellschaft von ihrem Ende getroffen werden könne, wenn sie auf dem Höhepunkt ihrer Entwicklung sei, auf dem Gipfel der Verfeinerung."
Peter Kümmel hat die Proben besucht und beobachtet, wie die filmische Arbeit von Gosselin – im Gegensatz zu Frank Castorfs eher groteskem Live-Videoeinsatz – "etwas Gemessenes, klassisch Perfektes, Entrücktes" habe: "Der Moment wird hergestellt, um ihn sofort als "vorbei" zu kennzeichnen."
Über die Person des Regisseurs schreibt Kümmel: "Gosselin hat die Ausstrahlung eines unabhängigen Menschen. Er schaffe maximal eine Inszenierung jährlich, die hohe Produktivität deutscher Regisseure – bis zu drei Arbeiten pro Saison – nennt er couragiert, aber auch: eine Perversion des Systems."
Und Gosselin selbst gibt noch zu Protokoll, dass das Theater der Volksbühne von Castorf, Schlingensief und Pollesch vor 15 Jahren für ihn ein "Weckruf" gewesen sei. "Die Deutschen sind große Risiken eingegangen, sie haben unglaubliche Dinge gewagt und sehr körperlich gearbeitet. Ostermeier und Castorf sind fast Götter für die französische Kritik – und für einen Großteil des Publikums."
(zeit.de / chr)
- Hier lesen Sie die Nachtkritik der Premiere von "Extinction" bei den Wiener Festwochen.
- Alle Besprechungen von Julien Gosselins Arbeiten auf nachtkritik.de finden Sie in seinem Lexikoneintrag.
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