medienschau

Unsere auswahl ist subjektiv

Presseschau vom 13. April 2013 – Sibylle Berg frustrandaliert wegen grassierender Theater-Langeweile

Das Ende des Staatstheaters

13. April 2013. In einer Kolumne auf Spiegel Online benennt Sibylle Berg heute das wahre Unglück des Theaters: "Theater im deutschsprachigen Raum heißt: Sprechtheater. Seltsamer Begriff, der bedeutet, dass Schauspieler herumstehen und Figuren darstellen, die Texte aufsagen. Der Text muss textgetreu sein, mit Betonung und Stütze vorgetragen." In den Theatern liefen "immer noch erstaunlich wenig neue Stücke, neue Ideen, die Revolution bleibt aus, weil sie vielleicht nicht funktionieren kann. Sie sehen mich ratlos. Frustrandale."

Presseschau vom 4. April 2013 – Im Tagesspiegel erklärt Barrie Kosky wer Schuld ist an der Trennung von E und U in Deutschland

Luther und Wagner sind schuld

4. April 2013. Im Interview mit Frederik Hanssen vom Tagesspiegel spricht Barrie Kosky über seine erste Spielzeit als Chef der Komischen Oper. Und er weiß auch, warum die Deutschen eine Art Schuld empfinden, wenn sie Spaß haben.

Presseschau vom 9. März 2013 – MiGAZIN über das Förderprogramm des Thalia Theaters für Menschen aus Migrantenfamilien

Pfadfinder und Pioniere

9. März 2013. Im MiGAZIN. Migration in Germany (7.3.2013) schreibt Arzu Değirmenci den Theatern ins Stammbuch: "Was tun, damit Theater überleben können? Sie müssen umdenken." Nur mit Flyern und Plakaten für neue Stücke zu werben, reiche nicht mehr um neue "Kundschaft" zu gewinnen.

Presseschau vom 8. März 2013 – Matthias Hartmann im Interview der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung

"Ich möchte Kehlmann nicht beengen"

8. März 2013. Für die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung (3.3.2013) hat Volker Corsten ein Interview mit Matthias Hartmann, dem Intendanten des Wiener Burgtheaters geführt. Hartmann vergleicht darin die Städte, in denen er bislang Intendant war: "In Wien wie in Bochum wird Theater als etwas für die Stadt Lebenswichtiges begriffen. Wenn Opel sein Werk schließt, dann muss sich das Bochumer Schauspielhaus irgendwie dazu verhalten. In Wien ist das ähnlich. Auch hier kommen die Leute ins Burgtheater, weil sie wünschen, dass man hier die Fragen diskutiert, die sie beschäftigen. In Zürich ist Theater nur 'nice to have'".

Presseschau vom 8. März 2013 – ein Interview mit Signa Köstler in der taz-Berlin

Aus der Wohlfühlzone gehauen

8. März 2013. Zum Start von "Club Inferno", der neuen interaktiven Installation des Performancekollektivs Signa, produziert von der Berliner Volksbühne, hat sich Enrico Ippolito für die taz-Berlin mit Signa-Frontfrau Signa Köstler unterhalten. Über ihre Wirklichkeitssimulationen wollten sie eine "Reflexion über darunterliegende Machtstrukturen" schaffen. Es gehe um die "Transgression in eine andere Welt" mit einer anderen "Benehmensstruktur" und anderen Regeln. Dabei sollten die Stücke "für jede Art von Publikumsposition flexibel genug sein" sein. Es stelle sich bei den Zuschauern ein "Realer-than-real-Gefühl" her, das oft einen "Abwehrmechanismus" hervorbringe, "um sich wieder geborgen zu fühlen".

Presseschau vom 8. März 2013 – ein Protokoll des Arbeitslebens der Souffleuse Bärbel Klemmann in der taz

Vor sich hin träumen ist da nicht drin

8. März 2013. Für die taz nimmt Simone Kaempf das Arbeitsleben der Souffleuse Bärbel Kleemann vom Berliner Maxim Gorki Theater zu Protokoll, ein Leben in der ersten Reihe – und doch im Verborgenen. Nur selten werde sie wahrgenommen, so die 63jährige gelernte Grafikmalerin Kleemann. Häufig versuchten allerdings Besucher neben ihr, den Text mitzulesen, manche Zuschauer luden ihren Unmut über Stück oder Schauspieler bei ihr ab, mit anderen käme sie über die Jahre immer wieder ins Gespräch.

Presseschau vom 6. März 2013 – Die Neue Zürcher Zeitung erinnert an die Theaterbauten von Ferdinand Fellner und Hermann Helmer

Baumeister der Illusion

6. März 2013. Auf NZZ Online, dem Internetportal der Neuen Zürcher Zeitung schreibt Bernd Noack über die 40 Theater, die das Architekten-Duo Ferdinand Fellner und Hermann Helmer (und sein Wiener Büro) zwischen 1870 und 1913 in ganz Europa errichtet habe. Diese "Baumeister der Illusion" hätten die Wünsche des Bürgertums nach Glanz und Glamour erfüllt.

Presseschau vom 4. März 2013 – Die TAZ über eine Podiumsdiskussion zum politischen Theater in Köln

Ist Dokumentartheater noch politisch?

4. März 2013. Bolat Atabayev, politischer Theatermacher aus Kasachstan, war zu Gast auf einer Podiumsdiskussion in Köln, von der Christoph Zimmermann für die TAZ (4.3.2013) berichtet. Wegen seiner Parteinahme für streikende Ölarbeiter im Schanaosen war Atabayev 2012 inhaftiert worden, kam aber auf internationalen Druck nach 20 Tagen wieder frei (wie hier gemeldet). Mit seinem Stück "Die Lawine", mit dem er in Köln gastierte, war er bereits zuvor regimekritisch aufgetreten.

Presseschau vom 25. Februar 2013 – Die Neue Osnabrücker Zeitung über das Ringen der Nord-Theaterintendanten um ihr Publikum

Nicht mehr aus eigenem Antrieb

25. Februar 2013. Die Neue Osnabrücker Zeitung (25.2.2013) berichtet heute über die Tagung des Landesverbands Nord im Deutschen Bühnenverein in Celle. Wie man neue Zuschauergruppen ansprechen könnte, wurde von den anwesenden Intendanten der Nordtheater diskutiert. Der "typische Theatergänger" derzeit sei "zu zwei Dritteln weiblich", gehe auf das Rentenalter zu, verdiene "mehrheitlich über 3000 Euro netto im Monat" und stoße „sich vor allem an den Parkplatzprobleme in der Nähe des Theaters".

Seite 94 von 114