medienschau

Unsere auswahl ist subjektiv

Presseschau vom 15. März 2011 – The Guardian schaut Berliner Theater

alt

Immigrations-Obsessionen

London, 13. März 2011. Der renommierte britische Kritiker Michael Billington ist für The Guardian ein Wochenende lang nach Berlin gefahren und hat sich Theater angesehen. Eine etwas eigenwillige Auswahl kam zusammen: Er sah "Der blaue Engel" am Theater am Kurfürstendamm, Paul Brodowskys Regen in Neukölln beim F.I.N.D. an der Schaubühne und Dea Lohers Diebe am Deutschen Theater. Sein Fazit: "Design scheint tatsächlich ein wesentlicher Teil des deutschen Theaters zu sein."

Presseschau vom 4. März 2011 - Die sieben Lügen des politischen Theaters nach Georg Diez

Systemstabilisierend

4. März 2011. Georg Diez schreibt heute in seiner wöchentlichen Kolumne auf Spiegel Online über Michael Thalheimers Inszenierung von "Die Weber" im Deutschen Theater:  Er findet, nach Betrachtung der Aufführung könne man "weder den Kapitalismus noch unsere Gegenwart besser verstehen". Dafür lerne man "die sieben Lügen des politischen Theaters"  kennen.

"Erstens: Der Kapitalismus ist böse"
Die Weber seien ein "Elendsballett" aus "dem Museum", das "nichts mit heute zu tun hat".

"Zweitens: Der Mensch ist gut"
Ausbeutung und Kapitalismus seien kein "System". Es gebe kein "System" jenseits der Menschen (…) Wir sind das Spiel."

"Drittens: Der Mensch ist 'der Mensch' "
Zu sehen seien auf der Bühne Schauspieler, "die mit sich, mit ihrer Rolle identisch" seien. "Echte Subjekte". Wäre dieses Theater wirklich politisch, "müsste es aber diese Konstruktion von 'Mensch' auseinandernehmen".

"Viertens: Das Theater kann die Menschen verstören"
Aber nicht mit einer so "rotplüschigen Abnickveranstaltung", es handele sich da um "Kapitalismuskritik" auf Karnevalniveau "zum Mitschunkeln beim OHWEHOHWEHOHWEH".

"Fünftens: Das Theater kann die Menschen verändern"
Dieser Gedanke sei falsch und mache "selbstgerecht". Die "Weber"-Inszenierung sei getragen von diesem Veränderungspathos.

"Sechstens: Das Theater hat eine gesellschaftliche Bedeutung"
"Falsch und lange vorbei." Man solle nicht so tun, als sei das, was "zwischen Parkett und Bühne verhandelt" werde, "wertvoller" oder "tiefgründiger" als das Dschungelcamp. Dort lerne man mehr über den "heutigen Kapitalismus".

"Siebtens: Das Theater bedeutet automatisch Bildung"
Dann dürfe man es sich nicht zu leicht machen. Zur Zeit der Weber sei es um Ausbeutung gegangen heute darum, dass Arbeit verschwinde. Wer mit einem veralteten Begriff von Arbeit operiere, lande bei "systemstabilisierenden Reformvortäuschungen".


Interessant ist auch die Diskussion,die im S.P.O.N.-Forum zu diesem Artikel stattfindet.

Presseschau vom 27. Februar 2011 – Eckhard Fuhr schreibt in der Welt am Sonntag über das deutsche Stadttheater und seine Zukunft

Multitasking eines Zwitterwesens

27. Februar 2011. Nach Chemnitz, Freiburg und Wuppertal ist Eckhard Fuhr gefahren, um zu erfahren, wie es den deutschen Stadttheatern geht. "Nirgendwo auf der Welt gibt es eine derart dichte Bühnenlandschaft wie in Deutschland. Die Angst vor dem Kahlschlag ist groß", schreibt er in der Welt am Sonntag, "aber bei Theaterleuten herrscht Aufbruchstimmung."

Presseschau vom 24. Februar 2011 – Die Generalintendanz in Köln findet nicht statt

alt

Zur Sicherheit mit Anwalt

In der causa Karin Beier, Köln, der Klüngel und das Kölner Schauspiel schreibt Welt Online (24.2.2011, 6:57 Uhr) Karin Beier lasse sich nicht aus dem Amt drängen, das habe sie dem Oberbürgermeister und dem Kulturdezernenten "unmissverständlich" klar gemacht. Das Modell Generalintendanz sei vom Tisch, Beier bliebe bis 2013, am Dienstag werde entschieden, wo genau Oper und Schauspiel in der Zeit der Renovierung der Theaterhäuser unterkämen. Die "Forderungen der Politiker" in dieser Sache, das heißt in Sachen Geld, seien "eindeutig", die Kosten für die Zeit in den Ausweichspielstätten "müssen gesenkt werden". In der Vorlage stehe folgender Vorschlag: Die Oper miete den Musical Dome als Ausweichquartier an, das Schauspiel nutze für zwei Produktionen pro Spielzeit ebenfalls den Musical Dome, die Halle Kalk werde technisch aufgerüstet und als ständige Spielstätte für das Schauspiel eingerichtet. Zur Spielzeit 2013/14, wenn Karin Beier Köln in Richtung Hamburg verlässt, soll ein neuer Schauspiel-Intendant in Köln anfangen.

Auf der Webseite des Kölner Stadt-Anzeigers (24.2.2011, 9:43 Uhr) ergänzen Christian Bos und Martin Oehlen, beim Treffen von Beier mit OB Roters und Kulturdezernent Quander am Mittwoch sei auch Beiers Anwalt dabei gewesen. Uwe Eric Laufenberg habe inzwischen aus Barcelona sein Bedauern "über den Gang der Dinge" geäußert. Beier nicht einzubeziehen, sei "natürlich indiskutabel", er habe sich schriftlich bei ihr "entschuldigt." Allerdings erleichtere die Dreieckskonstellation in der Leitungsstruktur der Bühnen - Opernintendant, Schauspielintendantin, Geschäftsführender Direktor - nicht gerade "das Planen für die Zeit des sehr komplizierten Interims". Auch Kulturdezernent Georg Quander habe versichert, "dass ihn das Scheitern der Generalintendanz nicht schmerze. Im Gegenteil". Beiers Theater sei "ein internationales Aushängeschild der Stadt." Auf jeden Fall werde Beier das Schauspiel 2012/13 ins Interim führen, habe der OB bestätigt. Möglicherweise stehe Beier, so heiße es in einer Mitteilung, schreibt der Stadt-Anzeiger, trotz der Hamburger Verpflichtung für die Spielzeit 2013/14 ganz oder teilweise zur Verfügung. Darüber solle zu einem späteren Zeitpunkt entschieden werden.

In der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (24.2.) resümiert Andreas Rossmann die Misere: Mehr als drei Jahre währe schon "das Hoch" des Kölner Schauspiels, seit Jürgen Flimm 1985 seine Heimatstadt verließ, habe das Theater hier "keine so aufregende und glückliche Zeit mehr erlebt". Doch Oberbürgermeister Roters wolle "offenkundig" die "erfolgreiche und unbequeme Intendantin loswerden". Das Szenario dafür "hatte sein Büro bereits ausgeheckt", die Pressekonferenz, auf der der "scheinbar perfekte Coup vorgestellt werden sollte", sei bereits "anberaumt" gewesen, nur Karin Beier sei zu den im "internen Hauruckverfahren" entwickelten Pläne einer Generalintendanz nicht gefragt worden. So sei sie, als sie von dem fait accompli erfuhr, aus allen Wolken gefallen. "Dass die Schauspielchefin sich gegenüber ihren Mitarbeitern, Zuschauern und den eigenen künstlerischen Ansprüchen in der Pflicht sieht, das Theater noch durch das erste Sanierungsjahr zu boxen, interessierte schon gar nicht mehr oder überstieg schlicht das hier waltende Vorstellungsvermögen." Wie Köln der Intendantin, die dem Theater "wieder Ansehen und Angebote zur Auseinandersetzung beschert hat", seine "Wertschätzung" bekunde, dürfe als "Lehrstück für eine sozialdemokratische, von technokratischem Denken bestimmte Kulturpolitik" gelten.

In der Frankfurter Rundschau (24.2.2011) schreibt Peter Michalzik in einer Glosse: "Und wenn schon der Politik die Zukunft Kölns egal ist, die in diesem Fall an einem anziehenden Theater hängt, dann schlägt die Stunde des Dezernenten. Er [Georg Quander] ist der Anwalt der Kunst in der Stadt. Und der wird jetzt - zum Wohle der Stadt - gebraucht. Quander sagt, [...] Köln habe nun auch einen Ruf zu verspielen. Der Mann scheint verstanden zu haben, worum es geht. [...] Er war es, der einst Beier geholt hat. Er sollte dafür kämpfen, dass er sich wieder auf die Suche machen kann.

Und Stefan Keim schreibt in der Tageszeitung Die Welt: Seit Karin Beiers Weigerung, Ihren Vertrag vorzeitig aufzulösen, "herrscht Karneval in der Kölner Kulturpolitik. Gerüchte machen die Runde. Geht Karin Beier doch nicht nach Hamburg? Will sie selber Generalin werden? Beier dementiert. [...] Es gab in den vergangenen Wochen die seltsamsten Kooperations- und Fusionsideen mit Bonn. Völlig unausgegorene, selbstverständlich. Hinter den Kulissen brodelt es, alles scheint möglich, nichts ist sicher. Nur eins: Köln setzt wieder einmal Maßstäbe für kulturpolitischen Dilettantismus."

Presseschau vom 23. Februar 2011 – Der Kölner Stadtanzeiger geht den Plänen zur Generalintendanz Laufenberg nach

Ring frei für die Verteilungskämpfe

Köln, 23. Februar 2011. Gestern erschienen die ersten Meldungen zu Plänen der Kölner Kulturpolitik, die Leitung von Oper und Schauspiel während der Sanierungsphase bis 2015 in einer Generalintendanz unter Uwe Eric Laufenberg zusammenzulegen. Heute geht der Kölner Stadt-Anzeiger (23.2.2011) der Causa nach.

Presseschau vom 23.-25. Februar 2011 – Süddeutsche, Die Zeit und taz porträtieren das Ballhaus Naunynstraße und seine Leiterin Shermin Langhoff

alt

Das Labor Ballhaus

Berlin, 23./24. Februar 2011. Anlässlich des Kairos-Preises für Shermin Langhoff und der Einladung von Nurkan Erpulats Inszenierung Verrücktes Blut (in Ko-Produktion mit der Ruhrtriennale) zum diesjährigen Berliner Theatertreffen, porträtieren die Süddeutsche Zeitung und die Wochenzeitung Die Zeit das Ballhaus Naunynstraße in Berlin-Kreuzberg und seine Leiterin Shermin Langhoff:

Presseschau vom 4. Februar 2011 – Klaus Völker über die Mode, Romane auf die Bühne zu bringen

Nur kein Drama!

4. Februar 2011. "Die Rolle des Dramatikers im Theater der Gegenwart ist nur noch marginal", schreibt Klaus Völker im Freitag (3.2. 2011). "Die gestaltende, das Gesicht des Theaters bestimmende Kraft ist inzwischen maßgeblich nur noch der Regisseur, nach dessen Vorlieben und künstlerischen Auffassungen sich Spielplan, Engagements, die dramaturgischen und räumlichen Gegebenheiten einer Inszenierung zu richten haben", so Völker, der bis 2005 Rektor der Schauspielschule "Ernst Busch" in Berlin war. "Als das Theater noch ein führendes Medium und auf Autoren angewiesen war, musste der Regisseur ein Ensemblekünstler sein."

Presseschau vom 3. Februar 2011 - Die Welt feiert Dresdens Intendanten Wilfried Schulz

alt

Dresdner Allerlei

3. Februar 2011. Reinhard Wengierek staunt: "194 000 Besucher im Staatstheater Dresden 2010! Seit zwei Jahrzehnten kamen nicht so viele." Deshalb preist er in der Welt Dresdens Intendanten Wilfried Schulz, seit Herbst 2009 im Amt und vorher Hausherr in Hannover. Wengierek staunt auch, weil er weiß: "Neuer Chef krempelt alles um – das Publikum ist genervt, die Besucherstatistik im Keller. In Dresden muss es auf Anhieb klappen mit den Leuten. Denn hier weiß jedermann zumindest vom Hörensagen, wie Theater zu sein hat. Hier herrschen vorurteilsvolles Selbstbewusstsein, unerschütterliche Selbstbezüglichkeit und eherne Traditionspflege."

Presseschau vom 1. Februar 2011 - Der Dramatiker Lutz Hübner wird unterschätzt

alt

Vorreiter

1. Februar 2011. Seit einiger Zeit ist eine Neubewertung des Erfolgs-Dramatikers Lutz Hübner im Gange. Die Zeiten, in denen der meist gespielte deutsche Gegenwartsdramatiker als Jugendstückeschreiber, Gebrauchsdramatiker für Schnellschüsse, "massenkompatibel", "klischeehaft" und "holzschnittartig" galt, scheinen allmählich vorbei zu sein. In der Frankfurter Rundschau vom 28.1.2011 hat nun auch Peter Michalzik, seit Jahren als Scout für die Mülheimer Stücke unterwegs und schon deshalb mit der neuen deutschsprachigen Dramatik vertraut, eine Lanze für Lutz Hübner gebrochen.

Michalzik, der Hübner in Dresden vor dessen jüngster Premiere "Die Firma dankt" traf, teilt mit, der Autor wohne in Berlin-Kreuzberg, was sozusagen wie Brief und Siegel darauf wirkt, dass der Mann etwas von den aktuellen Konflikten in der Gesellschaft versteht.

Ziemlich präzise

Seit über einem Jahr laufe in Dresden Hübners Schulkomödie "Frau Müller muss weg", da geht es um den Stress, den Eltern ihren Kindern und der Schule machen, damit der Nachwuchs es aufs Gymnasium schafft. Es treffe "einfach ziemlich präzise", was Hübner dazu geschrieben habe, "es ist entlarvend, es ist lustig". Auch in "Die Firma dankt" suche sich Hübner einen "der Brennpunkte unserer Gesellschaft" mit dem üblichen Personal: der ökonomische loser Krusenstern, die "junge, sehr hübsche und sehr distanzlose Assistentin", der "stromlinienförmige Personalchef", die Personaltrainerin über vierzig, "das Damenopfer".

"Identifikationspotential" habe die Aufführung in Dresden reichlich, einhellig die Begeisterung bei der usverkauften Generalprobe. "Die neue Ökonomie ist ein unseriöses Lustschloss, das weiß jeder, hier bekommen wir"s gezeigt. Mit unseren guten alten Arbeitswerten hat das nichts mehr zu tun."

Trotzdem, schreibt Michalzik weiter, sei Hübners Drama "deutlich subtiler und präziser, als die Schwarz-Weiß-Malerei, in der auch dieses Stück wahrgenommen werden wird". Denn der böse, junge Konkurrent Sandor sei "nur eine Phantasie" des abgehalfterten Helden Krusenstern. Das eigentliche Thema sei Krusensterns Angst. "Angst davor, dass er die Arbeitswelt nicht mehr versteht, ihre Gesetze, ihre Regeln, alles was zählt."

Zu böse für's Fernsehen

Außerdem seien die Sympathien keineswegs so klar verteilt. Hübner vergebe keine "Zensuren" und liefere auch "keine Klischees". Er spitze "sehr geschickt" zu, wo "tatsächlich der Konflikt, die Angst und der Hass lauern", er sei "böse genug", um dabei "treffgenau zu sein", und "professionell" genug, um das in eine amüsante Geschichte zu verpacken. Hübner überzeichne, er steigere den Konflikt "ins Groteske, bis dahin wo der Irrsinn der Wirklichkeit sichtbar wird". Die ausbleibende Resonanz der deutschen Fernsehindustrie zeige, dass Hübner trotz der "realistischen Figuren- und Milieuzeichnung" eben doch ein Theaterautor sei und keiner fürs TV, dafür sei er einfach zu böse. Seine "Eskalationsdramaturgie" sei eben doch "sehr Theater und wenig Film".

Im öffentlich subventionierten deutschen Theater kann man eben doch noch deutlich freier denken, als im pflichtbezahlten deutschen Staatsfernsehen. Hübner sei der bisher zu wenig geschätzte Vorreiter einer neuen, konkreten, gesellschaftsbezogenen Dramatik. Seine größte Stärke sind sehr treffsichere Sätze mit entlarvenden Zwischentönen.

(jnm)

Presseschau vom 28. Januar 2011 – Karin Beier äußert sich zum Angebot, die Intendanz des Hamburger Schauspielhaus zu übernehmen

1,2 Millionen Kürzung unterschreibt man nicht

28. Januar 2011. "Da sagt man nicht so einfach Nein", zitiert das Hamburger Abendblatt Karin Beier, die sich nun erstmals zu der Offerte äußert, neue Intendantin des Hamburger Schauspielhauses zu werden. "Sie habe bereits gute, intensive Gespräche mit der Hamburger Kulturbehörde geführt", heißt es in der Zeitung, der Beier gegenüber sagte: "Ich will ganz sicher sein, dass es einen politischen Konsens über alle Parteiengrenzen hinweg gibt. Wenn die SPD ihre Berufung nicht wollen würde, wäre das fatal."

Presseschau vom 5. Januar 2011 – Das Festival IsraDrama und deutsch-israelische Theaterprojekte

Kindisches Workshop-Theater

5. Januar 2011. Im Deutschlandfunk nörgelt Christian Gampert nach dem Besuch des Festivals IsraDrama über deutsch-israelische Theaterkooperationen: "Wenn die nächste Intifada dräut, oder der nächste Krieg, wird wieder kein Mensch nach Israel fahren, jedenfalls kein Deutscher, und die Strände und Hotels bleiben leer. Jetzt, in den halbwegs guten Zeiten, schimpfen Kulturschaffende gern auf den Gazakrieg, nutzen aber dessen Ergebnis, die relative Ruhe, gern zu ausgiebigem Kulturaustausch."

Presseschau vom 5. Januar 2011 – Neue Ideen aus der Intendanten- und Dramaturgenküche

Bizarres künstlerisches Selbstverständnis

5. Januar 2011. Die Finanz- und Existenzkrise der Theater liegt nicht nur in den Sparzwängen der Kommunen begründet, sondern ist auch hausgemacht, konstatiert Martin Eich in der Welt, nachdem er einer Tagung von Intendanten und Dramaturgen in der Evangelischen Akademie Hofgeismar beiwohnte (oder zumindest in der Zeitung so tat, als habe er die Tagung besucht. Inzwischen - 17. Januar 2011 - scheint es so, als habe Eich zwar über die Tagung berichtet, als sei er dort anwesend gewesen, nach unseren neuesten Informationen aber scheint er keinen Moment an dieser Tagung teilgenommen zu haben): "Mancherorts wurde gewirtschaftet, als gälte es, amerikanischen Investmentbankern oder griechischen Politikern nachzueifern", was peinlich sei "für eine Szene, deren Für- und Lautsprecher sich sonst gebetsmühlenartig über Rettungsschirme für Banken echauffieren."

Presseschau vom 18. Dezember 2010 – Sophie Rois übers Schauspielen und die Berliner Volksbühne

Alles findet auf der Bühne statt

18. Dezember 2010. In der Berliner Zeitung spricht Sophie Rois, interviewt von Petra Ahne und Ulrich Seidler, anlässlich ihrer Rolle in Tom Tykwers Drei nicht nur über Beziehungsdinge, sondern auch über ihr Dasein als Schauspielerin. Und es gibt auch einige Sätze zum besseren Verständnis der Arbeit an der Berliner Volksbühne.

"Der Wille zum Entertainment, das Volkstheaterhafte, nach vorn spielen, nicht so tun, als wäre der Zuschauer nicht da. Was mich umgehauen hat an der Volksbühne: Das da oben auf der Bühne fand wirklich statt, die waren wirklich da. Das hatte die Konkretheit eines Dr.-Feel-Good-Konzertes (...) Nirgends sonst könnte ich so arbeiten, der ganze Angang, die Denke, ein Grundverständnis von Theater, das ich absolut teile."

Seite 96 von 101