meldung
Gefunden: ein neuer Gorki-Intendant in Berlin?
Eier- und Intendantensuche
6. April 2012. Zu Ostern werden ja bekanntlich nicht nur Eier gesucht, sondern manchmal auch Intendanten. Für das Berliner Maxim Gorki Theater beispielsweise, dessen amtierendes Oberhaupt Armin Petras demnächst das Staatsschauspiel Stuttgart übernimmt. Nun haben, seit dies bekannt geworden ist, die Spatzen schon so manchen Namen von den Berliner Dächern gepfiffen.
Jetzt aber, da es durch die Feiertagsruhe besonders still über den Dächern ist, hört man plötzlich einen Namen ganz besonders deutlich: den von Nicolas Stemann nämlich, von dem es heißt, die Vertragsunterzeichnung mit der Senatsverwaltung für die Petras-Nachfolge stehe unmittelbar bevor. Hoffentlich hat hier nicht schon wieder jemand ein Ei gelegt. Aber es ist schließlich Ostern.
(sle)
Mehr hier.
mehr meldungen
meldungen >
- 17. April 2026 Kunststiftung Sachsen-Anhalt warnt vor nationalistischer Kulturpolitik
- 16. April 2026 Göttingen: Schauspielerin Thyra Uhde gestorben
- 16. April 2026 Salzburg: Ex-Festspielpräsident Heinrich Wiesmüller gestorben
- 16. April 2026 Konstanz: Intendantin Karin Becker verlängert
- 15. April 2026 Preisjurys der Mülheimer Theatertage 2026
- 13. April 2026 Chemnitz: Theater wehrt sich gegen Abschaffungspläne
neueste kommentare >
-
Nach dem Leben, Nürnberg Empfehlung
-
Die Quelle, Wien Claquere unterwegs
-
Leser*innenkritik Black Rider, SHL Flensburg
-
Burn, Baby, Burn!, Hannover Sagenhaft gut
-
Die Quelle, Wien Bitte weitermachen
-
Fräulein Else, Wien Danke!
-
Über die Notwendigkeit, ... , Wiesbaden Super Abend
-
Fräulein Else, Wien Phänomenal
-
Irgendetwas ist passiert, Berlin Lauwarm
-
Theaterpodcast Investigativtheater Aufklärung?


Volemus Fritschem! - Wir wollen Fritsch!
Oder Theater-Boykott?
An dem Tag, an dem Stemanns Vertrag unterschrieben wird, geht kein Berliner ins Theater?
0 % Auslastung - flächendeckend an allen Berliner Bühnen.
würde ich mir auch liebe etwas Gehaltvolleres wie Stemann wünschen.
Astrid Kohlmeier, Vom Roman zum Theatertext. Eine vergleichende Studie am Beispiel der "Leiden des jungen Werther" von Johann Wolfgang Goethe. Saarbrücken: VDM 2010.
das ist ein guter Tipp.
Für mich bleibt nur das Problem: Ich lese und höre seine Interviews gern. Seine Theorie ist anregend, aber seine Praxis nicht. Ich habe 10 Stemann-Inszenierungen gesehen, die zünden, wie nasses Pulver. Das ist alles eine so unglaublich brave, "Zeit"-oder "Spiegel"-kompatible Zeit- und Gesellschaftskritik. Das ist so verdammt mainstreamig. Das ist ein solcher Kurzschluss mit dem Zeitgeist, dass ich ganz verzweifelt bin, wenn er sich jetzt für 3 oder 6 Jahre wie Mehltau auf das Maxim-Gorki-Theater legen soll. Ich will im Theater nicht immer nur sehen, was ohnehin alle Talkshow-Spatzen von den öffentlich-rechtlichen und privaten Sendedächern pfeifen...
und stemanns gesellschaftskritik "mainstreamig" zu nennen... da pfeift jemand ordentlich aus dem elfenbeinturm. es würde dem hauptstadtbetrieb unheimlich gut tun, wenn jemand in einem großen haus ein "neues" modell entwerfen würde. stemann würde sicherlich spannende kunstverschmelzungen zulassen.
Was prädestiniert einen Stemann, (interessanter Regisseur, ja..) Intendant zu werden und einen kompletten Betrieb zu übernehmen? Hatte er irgendwelche Erfahrung darin? Nein, Geschäftsführer sind keine zu führenden Schauspieler...
Vielleicht sollte sich die Politik mal Gedanken darüber machen, wie sie die seit Jahren im Filz der Alt-68er gefangenen Betriebe runderneuern will und nicht nur darüber, mit was für einem schicken Namen man sich die nächsten paar Jahre schmücken will.
Diese ganze Branche ist doch mittlerweile so talent- und innovationsfrei, dass es langsam peinlich wird in diesem völlig degenerierten Theatersystem zu arbeiten.
nachstehendes ebenfalls auf nachtkritik veröffentlicht:
"Presseschau vom 7. April 2012 – Die Berliner Zeitung über eine mögliche Intendanz Nicolas Stemanns am Maxim Gorki Theater Berlin
Spiel- und Denkstätte
7. April 2012. Dem Vernehmen nach hat Nicolas Stemann gute Aussichten, Intendant am Berliner Maxim Gorki Theater zu werden, schreibt Dirk Pilz in der Berliner Zeitung (7.4.2012). Auch wenn seinen Informationen zufolge bisher noch kein Vertrag unterschrieben worden ist. Mit Blick auf Nicolas Stemanns offenes Arbeitsprinzip, die Verschränkung der Genres und Gedankenwelten in dessen Arbeiten, ist diese Aussicht Anlass für Pilz, die Zukunft von Berlins kleinstem Stadttheater in den rosigsten Farben zu malen."