meldungen
Dmitrij Gawrisch wird Rottweiler Stadtschreiber 2016
West-östliche Dreiecksverhältnisse
22. juni 2016. Der Dramatiker Dmitrij Gawrisch wird Rottweiler Stadtschreiber 2016, das teilt das Kulturamt der Stadt Rottweil mit. Von September bis Dezember 2016 wird er zu Gast in Rottweil sein. Seit 2009 veröffentlicht der 34-Jährige Gawrisch regelmäßig in Zeitschriften, hauptsächlich Erzählungen, Essays und literarische Reportagen. Einen Namen hat er sich bisher vor allem als Dramatiker gemacht. In diesem Jahr waren "Lessons of Leaking" unter anderem an den Münchner Kammerspielen und im Hebbel am Ufer in Berlin sehen, Brachland wurde in Basel inszeniert und das Melodram "Scheppern der Eichen" in Zürich.
Renner reagiert auf Offenen Brief aus der Volksbühne
"Schon immer Revolution gespielt"
21. Juni 2016. "Der vorliegende Brief enthält viele Vermutungen aber wenig Fakten", heißt es in einer Pressemitteilung der Berliner Senatskanzlei - Kulturelle Angelegenheiten zum am Montag lancierten Offenen Brief von Mitarbeiter*innen der Volksbühne (Adressat: NICHT die Berliner Regierung, namentlich Bürgermeister und Kultursenator Michael Müller und sein ausführender Staatssekretär Tim Renner, sondern die Fraktionen im Abgeordnetenhaus von Berlin und die Staatsministerin für Kultur und Medien Monika Grütters), in dem diese ihrer Sorge um die Zukunft ihres Hauses unter der nahenden Intendanz von Chris Dercon Ausdruck verliehen. Am Dienstag solidarisierte sich Claus Peymann mit den Briefschreiber*innen mit einem Seitenhieb gegen Matthias Lilienthal, der sich daraufhin in einer Pressemitteilung seiner Münchner Kammerspiele von Peymanns "Unterstellungen" distanzierte – alles in unserer Meldung.
Offener Brief der Mitarbeiter der Berliner Volksbühne stellt sich gegen den designierten Intendanten Dercon
Furcht vor dem Ausverkauf
20. Juni 2016. Die Mitarbeiter der Berliner Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz sorgen sich um die Zukunft des Hauses. In einem offenen Brief, der an Berliner Politiker, Fraktionsvorsitzende und die Staatsministerin gerichtet ist, beklagen sie, dass die am 28. April mit der zukünftigen Theaterleitung abgehaltene Vollversammlung darauf schließen lässt, dass es an der Volksbühne "keine neuen Formen und künstlerischen Herausforderungen geben wird". Eine konzeptionelle Linie der künstlerisch-strukturellen Weiterentwicklung unseres Theaters sei in den Ausführungen Chris Dercons und seiner Programmdirektorin Marietta Piekenbrock nicht zu erkennen, heißt es.
Belarus Free Theatre startet Crowdfunding-Kampagne für Projekt mit Pussy Riot
Keine Opfer, keine Helden
18. Juni 2016. Die in Minsk und London arbeitende Theatergruppe Belarus Free Theatre hat für ihre nächste Produktion "Burning Doors" mit der "Pussy Riot"-Aktivistin Maria Alyokhina eine Crowdfunding-Kampagne gestartet, um das Ensemble, mit dem die als politische Flüchtlinge in London lebenden Leiter der Gruppe Natalia Kaliada und Nicolai Khalezin normalerweise per Skype proben, für die Proben nach England zu bringen.
Petition gegen Gagen-Auffassung des Bühnenvereins
Nicht so rosig
16. Juni 2016. In einer Online-Petition widersprechen Darstellende Künstler der Auffassung des Deutschen Bühnenvereins über die ausreichende Vergütung von fest engagierten Schauspieler*innen. (Wir berichteten.) Darin heißt es: "Die Situation der darstellenden Künstler ist nicht annähernd so rosig wie sie vom Bühnenverein dargestellt wird!"
Petition des Theaters Pforzheim gegen Sparkurs
Grenze des Machbaren
16. Juni 2016. Auch die Stadt Pforzheim will der Kultur einen Sparkurs verordnen. Insgesamt soll der städtische Haushalt 30 Millionen Euro jährlich einsparen, berichtete die Pforzheimer Zeitung (7.6.2016). Den Großteil der Einsparungen bei der Kultur tragen die drei großen kulturellen Einrichtungen der Stadt: das Theater, das Kammerorchester und das Kulturhaus. Das Pforzheimer Theater soll jährlich 605 000,- Euro einsparen durch eine "Neugestaltung der Gagen", wie es heißt, durch Personalabbau und durch Reduzierung der Sachkosten. Dagegen wehrt sich nun die Belegschaft mit einer offenen Petition.
Ulrike Stöck übernimmt Jugendsparte am Mannheimer NT
Frische neue Impulse
Mannheim, 15. Juni 2016. Ulrike Stöck wird mit Beginn der Spielzeit 2017/2018 Leiterin des Schnawwl - Junges Nationaltheater am NT Mannheim, das meldet unter anderem der Mannheimer Morgen. Sie tritt damit die Nachfolge von Andrea Gronemeyer an, die zum Theater der Jugend "Schauburg" nach München wechselt. Stöck leitet derzeit noch die Kinder- und Jugendtheatersparte des Badischen Staatstheaters Karlsruhe, die erst vor fünf Jahren gegründet wurde.
Axel Vornam bleibt bis 2023 Intendant in Heilbronn
Genau richtig
Heilbronn, 14. Juni 2016. Axel Vornam bleibt bis 2023 Intendant des Theaters Heilbronn. Der Gemeinderat stimmte in seiner heutigen Sitzung für die vorzeitige Verlängerung des ursprünglich bis 2018 laufenden Vertrages mit dem 59-Jährigen. Das teilte heute das Theater Heilbronn mit.
Theaterstruktur-Reform in MV kommt voran
Schritt für Schritt kommt man sich näher
Schwerin, 14. Juni 2016. Die Schweriner Stadtverordnetenversammlung hat dem Theatervertrag mit dem Land Mecklenburg-Vorpommern zugestimmt. Das meldet ndr.de.
Preise beim Körber Studio Junge Regie 2016
Irre komisch, faszinierend unberechenbar
Hamburg, 13. Juni 2016. Die Regisseurin Anna-Elisabeth Frick ist für ihre Inszenierung "Die Unerhörte" mit dem Preis des Körber Studios Junge Regie 2016 ausgezeichnet worden. Die am Ende des fünftägigen Regieschultreffens ausgezeichnete Arbeit stellt die Kassandra-Figur der "Orestie" in den Mittelpunkt (mit Texten von Aischylos, Christa Wolf und des Ensembles) und entstand an der Akademie für Darstellende Kunst Baden-Württemberg in Ludwigsburg, als Werkstattinszenierung des 3. Studienjahres. Die Körber-Stiftung, heißt es in der Pressemitteilung des Thalia Theaters, "unterstützt die Gewinner bei ihrer neuen Regiearbeit an einem renommierten Stadt- oder Staatstheater oder alternativ in der Freien Szene durch einen Produktionskostenzuschuss in Höhe von 10.000 Euro."
Sibylle Berg erhält Else-Lasker-Schüler-Preis
Genaue Diagnosen eines verhinderten Lebens
Mainz, 10. Juni 2016. Sibylle Berg – deutsch-schweizerische Dramatikerin, Roman-Autorin und Dauergast in der Nachtkritik-Twitterschau – wird der Else-Lasker-Schüler-Preis verliehen, meldet unter anderen 3sat.
Schauspieldirektor Ulf Frötzschner verlässt Trier
1. Juni 2016. Das Theater Trier und sein Schauspieldirektor gehen getrennte Wege. Das melden sowohl der Trierische Volksfreund als auch der Trier Reporter. Beide berufen sich auf eine interne Hausmitteilung des Theaters, derzufolge Intendant Karl Sibelius ab sofort (also dem 1. Juni) kommissarisch die Leitung der Schauspielsparte übernehme.
Russischer Aktionskünstler Pjotr Pawlenski frei
Aktionskunst wieder frei?
8. Juni 2016. Der in Moskau wegen "mutwilliger Beschädigung eines Kulturguts" angeklagte russische Aktionskünstler Pjotr Pawlenski ist überraschend einer Gefängnisstrafe entgangen. Er wurde heute vormittag lediglich zu einer Zahlung von 500.000 Rubel (= ca. 6800 Euro) verurteilt und auf freien Fuß gesetzt, meldet u.a. Der Spiegel.
Netzwelt-Stück gewinnt Dramenwettbewerb "Talking about Borders"
"Life is loading" – Das Leben lädt hoch
Nürnberg, 8. Juni 2016. Die Preisträger des internationalen Dramenwettbewerbs Talking about Borders stehen fest. Das teilt das Staatstheater Nürnberg mit, das den Wettbewerb ("seit über 10 Jahren der Wichtigste seiner Art im osteuropäischen Raum") seit der Spielzeit 2014/15 ausrichtet und das auch als Uraufführungstheater fungiert. In der Saison 2015/16 ist Polen das Partnerland, 62 Texte polnischer Autor*innen wurden eingereicht, aus denen die fünfköpfige Jury unter Vorsitz des "Talking about Borders"-Initiators und -Leiters Christian Papke folgende drei Preisträger ausgewählt hat:
Diskussionsveranstaltung im Schauspiel Köln von Demonstranten gestürmt
Was gilt es zu verteidigen?
7. Juni 2016. Eine Diskussionsveranstaltung beim Kölner Kunst- und Kulturfest Birlikte in der Spielstätte Depot 1 des Schauspiel Köln ist von etwa 150 Demonstranten gestürmt und anschließend abgebrochen worden. Das berichtet der Kölner Stadtanzeiger. Im Rahmen der Diskussionsveranstaktung "Was gilt es zu verteidigen?" sollte der Mitgründer der Alternative für Deutschland (AfD) Konrad Adam mit der Berliner Professorin und Integrationsforschein Naika Foroutan diskutieren. Es handelte sich dem Bericht zufolge um eine von über hundert Veranstaltungen im Rahmen des Kölner "Birlikte"-Festivals, dessen Mitveranstalter das Schauspiel Köln ist.
Der Dramatiker Peter Shaffer ist tot
Mozart Superstar
London / New York, 7. Juli 2016. Der englische Dramatiker Peter Shaffer ist tot. Wie u.a. Spiegel Online meldet, starb der Autor auf einer Irland-Reise im Alter von 90 Jahren.
Rostocks Intendant Sewan Latchinian fristlos entlassen
Das Ansehen des Theaters gefährdet
6. Juni 2016. Sewan Latchinian, Intendant des Volkstheaters Rostock, ist fristlos entlassen worden. Das geht aus einer Mitteilung auf der Internetseite des Senders 3sat hervor. Die Abstimmung zur Entlassung sei auf Antrag der Fraktion Rostocker Bund/Graue/Aufbruch 09 erfolgt, deren Fraktionschefin die derzeitige Aufsichtsratsvorsitzende der Volktheater GmbH, Sybille Bachmann, ist, berichtet der NDR auf seiner Internetseite. Laut eines Gesprächs mit Latchinian auf Deutschlandradio Kultur musste der Intendant noch am selben Tag seine Schlüssel abgeben und darf das Haus nicht mehr betreten.
Millionen-Defizit in Trier: OB stellt Intendanten Verwaltungsdirektor an die Seite
"Das ist kein Spaß mehr"
6. Juni 2016. Der Trierer Stadtvorstand hat bei einer Klausursitzung am Wochenende entschieden, dem Trierer Theaterintendanten Karl Sibelius (im Amt seit der laufenden Spielzeit 2015/16) einen Verwaltungsdirektor zur Seite zu stellen, der die Finanzen kontrollieren soll. Das berichtet die Tageszeitung "Der Trierische Volksfreund".
Abdullah Karaca erhält Münchner Förderpreis
Ein Glücksfall
München, 4. Juni 2016. Der Regisseur Abdullah Kenan Karaca wurde von der Landeshauptstadt München mit dem Förderpreis Theater ausgezeichnet. Das beschloss der Kulturausschuss des Stadtrats auf Vorschlag einer vorberatenden Jury in seiner Sitzung am 2. Juni. Der Förderpreis wird biennal verliehen und ist mit 6.000 Euro dotiert.
"Als einer, der unterhalten und ganz viel spielen (lassen) will, aber auch hinschauen, wo es wehtut und brennt, ist Karaca ein Glücksfall für das aktuelle und künftige Kulturleben dieser Stadt", begründete die Jury ihre Entscheidung.
Karaca wurde 1989 in Garmisch-Partenkirchen geboren. Von 2012 bis 2015 studierte er Regie an der Hamburger Theaterakademie. Er ist Co-Leiter der Oberammergauer Passionsspiele 2020 und seit 2015 Hausregisseur am Münchner Volkstheater.
Der Jury gehörten unter dem Vorsitz von Kulturreferent Dr. Hans-Georg Küppers in diesem Jahr an: Sophie Becker (Spielmotor), Katja Friedrich (Volkstheater), Sabine Leucht (Theaterkritikerin), Kerstin Specht (Autorin), Christine Umpfenbach (Preisträgerin 2014), Benjamin von Blomberg (Münchner Kammerspiele) sowie aus dem Stadtrat Kathrin Abele, Beatrix Burkhardt, Marian Offman, Dr. Florian Roth und Dr. Constanze Söllner-Schaar.
(Stadt München / miwo)
Schauspieler*innen fordern mehr Geld und bessere Arbeitsbedingungen
Mehr Rechte, mehr Geld, Gleichstellung für Frauen
2. Juni 2016. Das Ensemble-Netzwerk hat den Deutschen Bühnenverein aufgefordert, Verhandlungen zur "Verbesserung der prekären und unsicheren Arbeitsbedingungen der künstlerisch Beschäftigten an den Theatern in Deutschland" aufzunehmen. Die Basis-Vertretung der Darsteller*innen, die sich am vergangenen Wochenende zu ihrer ersten sogenannten Ensemble-Versammlung in Bonn getroffen hatte, fordert "eine faire Bezahlung in einem noch zu verhandelnden Mindestgagensystem"; "Bezahlung gemäß der tatsächlich geleisteten Arbeitszeit" sowie Kündigungsschutz und mehr Rechte für die Ensemblevertretungen.
Theater Bad Lauchstädt untersagt politische Äußerungen bei Gastspielen
Hier gilt's der Kunst!
Bad Lauchstädt / Halle, 1. Juni 2016. Das Goethe-Theater Bad Lauchstädt untersagt politische Äußerungen im Rahmen von Gastspielen. Das geht aus einer E-Mail hervor, die René Schmidt, Geschäftsführer der Historischen Kulturanlagen Bad Lauchstädt, an das Theater Halle verschickte und aus der Halles Theaterchef Matthias Brenner in einer Erklärung anlässlich der Spielplanvorstellung 2016/17 zitiert. Das Theater Halle bestätigte auf Nachfrage von nachtkritik.de Existenz und Wortlaut der Mail.
Goethe-Institut legt internationalen Koproduktionsfonds auf
Globale Netzwerke gefördert
31. Mai 2016. Das Goethe-Institut legt für die Jahre 2016 bis 2018 erstmals einen Internationalen Koproduktionsfonds (IKF) auf, der "kollaborative Arbeitsprozesse und innovative Produktionen im internationalen Kulturaustausch anregen und die Entstehung neuer Netzwerke und Arbeitsformen in globalen Zusammenhängen" unterstützen soll, wie es auf der Website goethe.de heißt. Gefördert werden "Koproduktionen von Künstlerinnen und Künstlern in den Bereichen Theater, Tanz, Musik und Performance, wobei hybride und interdisziplinäre Formate und die Verwendung digitaler Medien tragende Komponenten darstellen können".
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