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Frank Castorf nur noch bis 2017 an Berliner Volksbühne

Bald ist Schluss

Berlin, 31. März 2015. Der Berliner Senat hat einer Vertragsverlängerung des Volksbühnen-Intendanten Frank Castorf um ein Jahr bis 2017 zugestimmt. Castorf leitet die Volksbühne seit 1992 und wollte ursprünglich mit Erreichen des Rentenalters 2016 aufhören – was er später aber wieder zurücknahm.

3sat-Preis des Berliner Theatertreffens an Lina Beckmann

Ohne Rücksicht auf eigene Verluste

Berlin, 31. März 2015. Der im Rahmen des Berliner Theatertreffens verliehene 3sat-Preis geht in diesem Jahr an die Schauspielerin Lina Beckmann vom Schauspielhaus Hamburg. Sie erhält den mit 10.000 Euro dotierten Preis für ihre Darstellung der Ella in Ibsens John Gabriel Borkman in der Regie von Karin Henkel. Beckmann wurde bereits 2011 beim Theatertreffen mit dem Alfred-Kerr-Darstellerpreis ausgezeichnet.

Günther-Rühle-Preis an den Schauspieler Thomas Halle

Virtuose Spiegelungsfigur

30. März 2015. Der diesjährige Günther-Rühle-Preis geht an den Schauspieler Thomas Halle für seine Leistung in der Inszenierung Ich bereue nichts, ein NSA-Projekt von Jan-Christoph Gockel, Thomas Halle und Konstantin Küspert am Badischen Staatstheater Karlsruhe. Die mit 3.000 Euro dotierte und von der Stadt Bensheim gestiftete Auszeichnung wurde am Ende der "Woche der jungen Schauspieler" verliehen, die vom 2. bis zum 27. März 2015 zum 20. Mal in Bensheim stattfand. Der nicht dotierte Publikumspreis ging an den Schauspieler Raimund Widra für sein Solo in Maik Priebes Inszenierung "Werther!" vom Theater Magdeburg.

Botschaft zum Welttheatertag von Krzysztof Warlikowski

Ins Verbotene schauen!

27. März 2015. Die Botschaft zum Welttheatertag stammt in diesem Jahr von dem polnischen Regisseur Krzysztof Warlikowski. Den ITI Preis zum Welttheatertag erhält Joachim Fiebach, "einer der vielseitigsten, produktivsten und wirkungsmächtigsten deutschsprachigen Theaterwissenschaftler", so die Begründung des ITI-Vorstands. 

Rostocks Intendant Sewan Latchinian droht Abberufung

Unkalkulierbare Dynamik

Rostock, 26. März 2015. Dem Intendanten des Volkstheaters Rostock Sewan Latchinian droht die Enthebung von seinem Posten. Laut aktuellen Medienberichten (u.a. auf Tagesspiegel online) habe der Rostocker Oberbürgermeister Roland Methling (parteilos) für kommenden Dienstag den Hauptausschuss der Hansestadt einberufen, um über die Zukunft des Intendanten zu befinden. Grund sei eine Rede, die Latchinian am 9. März 2015 in Neustrelitz gegen die Theaterfusionspläne der Landesregierung gehalten habe. In der Neustrelitzer Rede sei von Latchinian die Theaterpolitik im Nordosten mit den IS-Zerstörungen oder der Sprengung der Leipziger Universitätskirche durch die DDR-Führung verglichen worden, so der Vorwurf.

Frank Castorf wird als Volksbühnen-Intendant in absehbarer Zeit aufhören

Freundlicher Rauswurf

Berlin, 20. März 2015. Der Vertrag mit Frank Castorf als Intendant der Berliner Volksbühne wird zwar über das Jahr 2016 hinaus verlängert. Aber es ist nur eine "kleine Verlängerung", sagte er im Interview mit der "Zeit", das gestern erschien. Kulturstaatssekretär Tim Renner bestätigte das auf 3sat und sagte wörtlich: "Frank Castorf wird im Jahr 2017 25 Jahre an der Volksbühne Intendant gewesen sein. Und wir waren der Meinung, dass es an der Zeit ist, auch die Volksbühne mal weiterzuentwickeln und weiterzudenken". Dem bleibe unbenommen, dass Frank Castorf ein wunderbarer Regisseur sei. Als solcher werde er der Stadt auch erhalten bleiben. Was die Führung des Hauses angeht, müsse man jedoch nach vorne schauen, so Renner.

Kritik am Kunstprojekt "Zentralrat der Asozialen"

Respektlose Aneignung?

20. Mär 2015. Der "Arbeitskreis Marginalisierte – gestern und heute" hat das Kunstprojekt "Zentralrat der Asozialen" kritisiert. Mit dessen Gründung als Kunstaktion auf Kampnagel will der Berliner Künstler und Performer Tucké Royale auf das Fehlen einer Erinnerungskultur für jene Menschen und Gruppen hinweisen, die von den Nazis als "asozial" diskrimiert und verfolgt wurden.

Deutschland nimmt doch an Prager Quadriennale teil

Die Cloud darf steigen

19. März 2015. Deutschland wird doch an der Prager Quadriennale, der größten Szenographie-Ausstellung weltweit, teilnehmen. Nachdem es zunächst so aussah, als würde eine deutsche Teilnahme in diesem Jahr aus Kostengründen entfallen, teilt der Bund der Szenografen e.V. (BdS) nun mit, dass das Auswärtige Amt ihm am Mittwoch mündlich und schriftlich eine Zuwendung in Höhe von bis zu 12.000 Euro in Aussicht gestellt hat. So kann der angedachte deutsche "Cloud"-Beitrag wahrscheinlich doch noch realisiert werden. An dieser Gruppenskulptur, die die Vielfalt der deutschen Theaterlandschaft und ihrer Bilderwelten einfangen soll, werden sich 168 Kostüm- und Bühnenbildner beteiligen. Es folgt nun zunächst das übliche Antragsverfahren.

Schweizer Theaterpreise 2015 stehen fest

Speziell fürs Schweizer Theaterschaffen

19. März 2015. Im Rahmen des zweiten Schweizer Theatertreffens, das vom 29. Mai bis zum 6. Juni im Theater Winterthur stattfindet, werden zum zweiten Mal auch die Schweizer Theaterpreise vergeben. Wie das Schweizer Bundesamt für Kultur mitteilt, erhalten die jeweils mit 30.000 Franken dotierten Ehrungen als "herausragende Schauspieler/innen" in diesem Jahr Brigitte Rosset, die seit 2012 im Ensemble der Comédie de Genève spielt, und Robert Hunger-Bühler, seit der Spielzeit 2002/03 Ensemblemitglied am Schauspielhaus Zürich. 

Der Schauspieler Buddy Elias ist tot

Anne Franks Cousin

17. März 2015. Der Schauspieler Buddy Elias ist tot. Das melden unterschiedliche Medien, darunter die Frankfurter Allgemeine Zeitung. Buddy Elias war nicht nur erfolgreicher Schauspieler und Komiker. Er war auch der Cousin von Anne Frank und ist in ihrem weltberühmten Tagebuch erwähnt.

Hamburger Schauspielhaus: Baumängel bedrohen Betrieb

Stützen für den Bühnenboden

10. März 2015. Anderthalb Spielzeiten nach Karin Beiers Antritt als Intendantin des größten deutschen Sprechtheaters ist die Funktionsfähigkeit des Deutschen Schauspielhauses durch eine Mischung aus Bauverzögerungen, Baumängeln und Fehlplanungen noch immer nicht gewährleistet. Das berichten Hamburger Medien, darunter das Abendblatt. "Die größte Anstrengung hier ist, dass wir im permanenten Krisenmanagement sind", wird Beier zitiert. Bereits ihre erste Hamburger Spielzeit, die in einem bereits sanierten Schauspielhaus eröffnet werden sollte, konnte wegen eines Unfalls mit dem Eisernen Vorhang erst verspätet beginnen.

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