meldungen
Streik beim Festival d'Avignon, aber nicht am Eröffnungsabend
Kampf um die Arbeitslosenversicherung
1. Juli 2014. Der befürchtete Streik beim 68. Festival d'Avignon, das am Freitag beginnt, wird zumindest bei der Eröffnung ausbleiben. Auf der Generalversammlung am Montagabend votierten die beim Festival beschäftigten Mitarbeiter zu 80 Prozent gegen einen Streik am Eröffnungstag, an dem unter anderem Giorgio Berberio Corsettis Inszenierung von Kleists "Prinz Friedrich von Homburg" Premiere haben wird im Ehrenhof des Papstpalastes. Die Mitarbeiter behielten sich jedoch ausdrücklich weitere Protestaktionen vor, das berichtet das Online-Portal von Ouest-France. Es wird damit höchstwahrscheinlich bei weiteren Aufführungen und Gastspielen zu teilweisen oder kompletten Streiks kommen.
BGH-Urteil: Internetportale müssen keine Nutzer-Auskunft geben
Schutz personenbezogener Daten
1. Juli 2014. Der Bundesgerichtshof hat heute ein Grundsatzurteil zu Persönlichkeitsrechten im Internet gesprochen. Es gab damit dem Ärztebewertungsportal Sanego recht, das sich geweigert hatte, personenbezogene Daten herauszugeben, das meldet unter anderem Spiegel online. Geklagt hatte ein frei praktizierender Arzt, der einen Auskunftsanspruch geltend gemacht hatte.
Burgtheater: Zweiter Prozess vorläufig geschlossen
Ein Prozess ist auf Eis gelegt
Wien, 27. Juni 2014. Dreißig Minuten hat am Freitag der zweite Prozess in der Causa Burgtheater am Arbeits- und Sozialgericht gedauert. Richter Wilfried Schwimmer schloss das Verfahren, in dem die Burg gegen ihren Ex-Direktor klagt, vorläufig, berichtet Orf.at. In dem Verfahren soll geklärt werden, ob die Mitte Mai eingereichte Klage des Burgtheaters berechtigt ist, mit der die Anfang 2012 von der damaligen Kulturministerin Claudia Schmied (SPÖ) vorgenommene Vertragsverlängerung Hartmanns angefochten wird.
Dramatikerin Dea Loher wird Stadtschreiberin von Bergen-Enkheim
Geld und eine Altbauwohnung
Bergen-Enkheim, 27. Juni 2014. Die Dramatikerin Dea Loher wird Stadtschreiberin von Bergen-Enkheim. Das meldet u.a. das Onlineportal der Frankfurter Rundschau (26.6.2014). Das symbolische Amt, das seit 1974 verliehen wird, ist mit einem Preisgeld von 20.000 Euro verbunden und dem Anrecht, ein Jahr lang im historischen Stadtschreiberhaus zu wohnen und zu arbeiten.
Wiener Schlammschlacht: Springer will nun Hartmann verklagen
"Persönliche Diffamierungen"
Wien, 25. Juni 2014. Die Klagewelle ums Burgtheater Wien reißt nicht ab. Jetzt will der vor Kurzem zurückgetretene Chef der Bundestheater-Holding Georg Springer den Ex-Burgtheaterchef Matthias Hartmann verklagen, wie das Magazin news.at berichtet.
Goethe-Medaille 2014 geht an drei internationale Theatermacher
Im Kulturaustauschs-Olymp
München, 24. Juni 2014. Die Goethe-Medaille 2014 geht an die polnische Intendantin Krystyna Meissner, den kürzlich verstorbenen belgischen Opernintendanten Gerard Mortier und den amerikanischen Künstler Robert Wilson. Das teilte das Goethe-Institut mit, das den offiziellen Orden der Bundesrepublik Deutschland jährlich verleiht und damit Persönlichkeiten ehrt, die sich in besonderer Weise um den internationalen Kulturaustausch verdient gemacht haben.
Chef der österreichischen Bundestheater-Holding Georg Springer zieht sich zurück
Arbeit für Beseitigung der Krise ...
Wien, 23. Juni 2014. Georg Springer tritt als Geschäftsführer der österreichischen Bundestheater-Holding zum Ende der Spielzeit am 30. Juni zurück. Das berichtet der Wiener Standard heute auf seiner Internetseite.
Münchner Premiere von "Die Neger" verschoben
Mein Fuß, mein Fuß ...
München, 23. Juni 2014. Weil sich der Schauspieler Benny Claessens bei der Generalprobe den Fuß zweimal gebrochen hat, muss die für den 17. Juni 2014 vorgesehene Münchner Premiere von Jean Genets Die Neger in der Inszenierung des Intendanten Johan Simons auf den 11. Oktober verschoben werden. Das teilten die Münchner Kammerspiele heute in einem Telefonat mit. Bereits am 4. Oktober findet die Hamburg-Premiere im Deutschen Schauspielhaus statt.
(Münchner Kammerspiele / jnm)
Polnisches Gastspiel von Rodrigo Garcia wegen drohendender Massenproteste abgesagt
Ende der Demütigungen
21. Juni 2014. Das Malta-Festival im polnischen Poznan hat ein geplantes Gastspiel der Inszenierung "Golgóta Picnic" von Rodrigo Garcia (hier die Nachtkritik der Premiere beim Streirischen Herbst in Graz im September 2011) auf Grund massiver Drohungen abgesagt. Das teilte Michał Merczyński, der Leiter des Festivals, mit. Die Erklärung ist auch auf der Webseite des Festivals nachzulesen. Als Grund für die Absage wird eine Gefährdung der öffentlichen Sicherheit genannt.
NRW-Theatertreffen 2014: Preise vergeben
Im Westen was Tolles
Dortmund, 20. Juni 2014. Am Freitagabend wurden in Dortmund die Preise des NRW-Theatertreffens vergeben. Die Siegermeldungen verbreitete das gastgebende Schauspiel Dortmund zuerst via Twitter.
Beste Inszenierung: "JR" aus Wuppertal,
Regie: Marcus Lobbes © Tom Buber Der von einer Fachjury vergebene und mit 2500 Euro dotierte Preis für die beste Inszenierung ging an Marcus Lobbes für seine an den Wuppertaler Bühnen entstandene Adaption JR nach William Gaddis' polyphonem Roman über die Macht des Geldes. Die Inszenierung habe die Mehrheit der Jury überzeugt, weil sie unter anderem auf intelligente Weise "auf den Kampf der Kunst im System der Finanzen" verweise.
Als besten Schauspieler kürte dieselbe Jury Stefko Hanushevsky für sein Spiel in Der gute Mensch von Sezuan am Schauspiel Köln (Preisgeld: 500 Euro). Hanushevsky vereine in seiner Darstellung "Strahlkraft und starke Spiel-Intelligenz, leichtfüßiges Spiel und großes komödiantisches Talent". Simon Stones Orestie aus Oberhausen wurde für die beste Ensemble-Leistung und mit 1000 Euro gewürdigt. Die Oberhausener Schauspieler schafften "ein auf diesem Niveau sehr seltenes, berührendes, psychologisches Einfühlungstheater", begründete die Jury ihre Entscheidung.
Als Juroren fungierten der Medien- und Videokünstler Daniel Hengst, die Theaterkritiker Stefan Keim und Sascha Westphal (beide u.a. nachtkritik.de), die "Favoriten"-Festivalleiterin Felizitas Kleine, der langjährige Programmleiter Theater an der Bundesakademie für kulturelle Bildung Thomas Lang und der Autor Wolfram Lotz.
Die sechsköpfige Jugendjury zeichnete mit Die deutsche Ayşe – Türkische Lebensbäume ein Rechercheprojekt von Tuğsal Moğul vom Theater Münster aus und lobte die Aktualität und Spannung der Arbeit (Preisgeld: 1000 Euro). Diese Produktion erhielt außerdem den undortierten Publikumspreis.
Alle zum NRW-Theatertreffen 2014 eingeladenen Produktionen hier.
(@NRWTT / Theater Dortmund / ape)
Regisseur Werner Düggelin schickt sich in Pension
"Einfach keinen Spaß mehr"
20. Juni 2014. Der 84-jährige Schweizer Regisseur Werner Düggelin hat dem Schweizer Radio und Fernsehen (SRF) seinen Rückzug vom Theater angekündigt. "Ich will nicht mehr. Das Inszenieren strengt mich zu sehr an. So macht es einfach keinen Spass mehr", sagte er dem Sender in einem Interview.
Noch keine Spur von entführten ukrainischen Theaterleuten
Keine Spur, kein Kontakt, keine Informationen
19. Juni 2014. Fast zwei Monate nach dem Verschwinden des jungen ukrainischen Regisseurs Pavlo Yurov (*1980) und seines Begleiters Denis Hryshchuk (*1985) – nachtkritik.de berichtete – gibt es noch immer keine Spur von den Vermissten. Das teilte auf Nachfrage von nachtkritik.de das Ukraine Crisis Media Center mit, wo die Kommunikation über die Krise in der Ukraine und Fälle diverser verschwundener Personen koordiniert wird. Yurov und Hryshchuk waren am Abend des 25. April in der Stadt Slovyansk von prorussischen Separatisten entführt worden.
Offenere Strukturen am Stadttheater Gießen
Feldversuch
Gießen, 17. Juni 2014. Das Stadttheater Gießen öffnet sich ab der nächsten Spielzeit offeneren Strukturen. Wie die Gießener Allgemeine berichtet, tritt an die Stelle von Schauspieldirektor Matthias Schubert ein Leitungs-Quartett. Schubert, der das Haus nach fünf Jahren aus familiären Gründen verlässt, werde ihm als Gastdramaturg ebenso angehören wie Intendantin Cathérine Miville, Gerd Muszynski und Bjoern Mehlig. Muszynski ist Dramaturg, Mehlig hat derzeit eine Vertretungsprofessur für Heiner Goebbels am Institut für Angewandte Theaterwissenschaften inne.
Alte Burgtheater-Revisionsberichte setzen Holding-Chef Springer unter Druck
Neues von den Sopranos
13. Juni 2014. Burgtheater-Holding-Chef Georg Springer hätte das gigantische Defizit des Hauses, das im Zuge der Burgtheater-Krise ans Licht gekommen ist, "womöglich verhindern können". Das schreibt Ashwien Sankholkar im österreichischen Wirtschaftsmagazin "Format" und beruft sich auf "FORMAT exklusiv vorliegende Berichte der Internen Revision der Bundestheater-Holding aus 2011 und 2013".
Frank Schirrmacher ist tot
Publizist und Bestsellerautor
Frankfurt / Main, 12. Juni 2014. Frank Schirrmacher, Mitherausgeber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und einer der wichtigsten Publizisten der Bundesrepublik, ist völlig unerwartet in Frankfurt verstorben. Das meldet u.a. Spiegel Online. Er wurde 54 Jahre alt.
Dessau: Erhalt aller vier Sparten so gut wie sicher
Dessauer Modell
Dessau, 12.06.2014. Die vier Sparten des Anhaltischen Theaters in Dessau-Roßlau scheinen gesichert. Wie das Kultusministerium des Landes Sachsen-Anhalt mitteilt, stimmte das Kabinett einer Förderung mit 32 Millionen Euro von 2014 bis 2018 zu. Somit sinkt die Subvention des Anhaltischen Theaters Dessau von jetzt 8,13 Millionen nicht mehr wie ursprünglich geplant auf 5,2, sondern auf 5,75 Millionen Euro.
Ungarische Theatergruppe Krétakör auf schwarzer Liste der Regierung
Fremd- und Nationalinteressen
Budapest, 12. Juni 2014. Die international bekannte ungarische Theatergruppe Krétakör steht auf einer schwarzen Liste der ungarischen Regierung von Nichtregierungsorganisationen. Wie wie der Pester Llloyd berichtet, werden "Dutzende Nichtregierungsorganisationen als 'problematisch', weil politisch angeblich nicht 'unparteiisch' eingestuft, die 'Fremdinteressen' dienen könnten", weil sie vom norwegischen Kohäsionsfonds gefördert werden.
Schauspielintendant Kosminski fordert Debatte über die Schuldenbremse und die Krise der Kultur
Kultur ist keine Handelsware
11. Juni 2014. Burkhard C. Kosminski, Schauspielintendant des Nationaltheaters Mannheim, warnt in einem Offenen Brief an die Spitzen der deutschen Kulturpolitik vor den Auswirkungen der Schuldenbremse ab 2020 und ruft zu einem Gespräch über die "Sicherung der Kulturnation Deutschland" und der deutschen Theaterlandschaft auf.
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