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Burgtheater: Zweiter Prozess vorläufig geschlossen

Ein Prozess ist auf Eis gelegt 

Wien, 27. Juni 2014. Dreißig Minuten hat am Freitag der zweite Prozess in der Causa Burgtheater am Arbeits- und Sozialgericht gedauert. Richter Wilfried Schwimmer schloss das Verfahren, in dem die Burg gegen ihren Ex-Direktor klagt, vorläufig, berichtet Orf.at. In dem Verfahren soll geklärt werden, ob die Mitte Mai eingereichte Klage des Burgtheaters berechtigt ist, mit der die Anfang 2012 von der damaligen Kulturministerin Claudia Schmied (SPÖ) vorgenommene Vertragsverlängerung Hartmanns angefochten wird.

Dramatikerin Dea Loher wird Stadtschreiberin von Bergen-Enkheim

Geld und eine Altbauwohnung

Bergen-Enkheim, 27. Juni 2014. Die Dramatikerin Dea Loher wird Stadtschreiberin von Bergen-Enkheim. Das meldet u.a. das Onlineportal der Frankfurter Rundschau (26.6.2014). Das symbolische Amt, das seit 1974 verliehen wird, ist mit einem Preisgeld von 20.000 Euro verbunden und dem Anrecht, ein Jahr lang im historischen Stadtschreiberhaus zu wohnen und zu arbeiten.

Goethe-Medaille 2014 geht an drei internationale Theatermacher

Im Kulturaustauschs-Olymp

München, 24. Juni 2014. Die Goethe-Medaille 2014 geht an die polnische Intendantin Krystyna Meissner, den kürzlich verstorbenen belgischen Opernintendanten Gerard Mortier und den amerikanischen Künstler Robert Wilson. Das teilte das Goethe-Institut mit, das den offiziellen Orden der Bundesrepublik Deutschland jährlich verleiht und damit Persönlichkeiten ehrt, die sich in besonderer Weise um den internationalen Kulturaustausch verdient gemacht haben.

Münchner Premiere von "Die Neger" verschoben

Mein Fuß, mein Fuß ...

München, 23. Juni 2014. Weil sich der Schauspieler Benny Claessens bei der Generalprobe den Fuß zweimal gebrochen hat, muss die für den 17. Juni 2014 vorgesehene Münchner Premiere von Jean Genets Die Neger in der Inszenierung des Intendanten Johan Simons auf den 11. Oktober verschoben werden. Das teilten die Münchner Kammerspiele heute in einem Telefonat mit. Bereits am 4. Oktober findet die Hamburg-Premiere im Deutschen Schauspielhaus statt.

(Münchner Kammerspiele / jnm)

 

Polnisches Gastspiel von Rodrigo Garcia wegen drohendender Massenproteste abgesagt

Ende der Demütigungen

21. Juni 2014. Das Malta-Festival im polnischen Poznan hat ein geplantes Gastspiel der Inszenierung "Golgóta Picnic" von Rodrigo Garcia (hier die Nachtkritik der Premiere beim Streirischen Herbst in Graz im September 2011) auf Grund massiver Drohungen abgesagt. Das teilte Michał Merczyński, der Leiter des Festivals, mit. Die Erklärung ist auch auf der Webseite des Festivals nachzulesen. Als Grund für die Absage wird eine Gefährdung der öffentlichen Sicherheit genannt.

NRW-Theatertreffen 2014: Preise vergeben

Im Westen was Tolles

Dortmund, 20. Juni 2014. Am Freitagabend wurden in Dortmund die Preise des NRW-Theatertreffens vergeben. Die Siegermeldungen verbreitete das gastgebende Schauspiel Dortmund zuerst via Twitter.

jr 280 tom buber uBeste Inszenierung: "JR" aus Wuppertal,
Regie: Marcus Lobbes © Tom Buber
Der von einer Fachjury vergebene und mit 2500 Euro dotierte Preis für die beste Inszenierung ging an Marcus Lobbes für seine an den Wuppertaler Bühnen entstandene Adaption
JR nach William Gaddis' polyphonem Roman über die Macht des Geldes. Die Inszenierung habe die Mehrheit der Jury überzeugt, weil sie unter anderem auf intelligente Weise "auf den Kampf der Kunst im System der Finanzen" verweise.

Als besten Schauspieler kürte dieselbe Jury Stefko Hanushevsky für sein Spiel in Der gute Mensch von Sezuan am Schauspiel Köln (Preisgeld: 500 Euro). Hanushevsky vereine in seiner Darstellung "Strahlkraft und starke Spiel-Intelligenz, leichtfüßiges Spiel und großes komödiantisches Talent". Simon Stones Orestie aus Oberhausen wurde für die beste Ensemble-Leistung und mit 1000 Euro gewürdigt. Die Oberhausener Schauspieler schafften "ein auf diesem Niveau sehr seltenes, berührendes, psychologisches Einfühlungstheater", begründete die Jury ihre Entscheidung.

Als Juroren fungierten der Medien- und Videokünstler Daniel Hengst, die Theaterkritiker Stefan Keim und Sascha Westphal (beide u.a. nachtkritik.de), die "Favoriten"-Festivalleiterin Felizitas Kleine, der langjährige Programmleiter Theater an der Bundesakademie für kulturelle Bildung Thomas Lang und der Autor Wolfram Lotz.

Die sechsköpfige Jugendjury zeichnete mit Die deutsche Ayşe – Türkische Lebensbäume ein Rechercheprojekt von Tuğsal Moğul vom Theater Münster aus und lobte die Aktualität und Spannung der Arbeit (Preisgeld: 1000 Euro). Diese Produktion erhielt außerdem den undortierten Publikumspreis.

Alle zum NRW-Theatertreffen 2014 eingeladenen Produktionen hier.

(@NRWTT / Theater Dortmund / ape)

Regisseur Werner Düggelin schickt sich in Pension

"Einfach keinen Spaß mehr"

20. Juni 2014. Der 84-jährige Schweizer Regisseur Werner Düggelin hat dem Schweizer Radio und Fernsehen (SRF) seinen Rückzug vom Theater angekündigt. "Ich will nicht mehr. Das Inszenieren strengt mich zu sehr an. So macht es einfach keinen Spass mehr", sagte er dem Sender in einem Interview.

Noch keine Spur von entführten ukrainischen Theaterleuten

Keine Spur, kein Kontakt, keine Informationen

19. Juni 2014. Fast zwei Monate nach dem Verschwinden des jungen ukrainischen Regisseurs Pavlo Yurov (*1980) und seines Begleiters Denis Hryshchuk (*1985) – nachtkritik.de berichtete – gibt es noch immer keine Spur von den Vermissten. Das teilte auf Nachfrage von nachtkritik.de das Ukraine Crisis Media Center mit, wo die Kommunikation über die Krise in der Ukraine und Fälle diverser verschwundener Personen koordiniert wird. Yurov und Hryshchuk waren am Abend des 25. April in der Stadt Slovyansk von prorussischen Separatisten entführt worden.

Offenere Strukturen am Stadttheater Gießen

Feldversuch

Gießen, 17. Juni 2014. Das Stadttheater Gießen öffnet sich ab der nächsten Spielzeit offeneren Strukturen. Wie die Gießener Allgemeine berichtet, tritt an die Stelle von Schauspieldirektor Matthias Schubert ein Leitungs-Quartett. Schubert, der das Haus nach fünf Jahren aus familiären Gründen verlässt, werde ihm als Gastdramaturg ebenso angehören wie Intendantin Cathérine Miville, Gerd Muszynski und Bjoern Mehlig. Muszynski ist Dramaturg, Mehlig hat derzeit eine Vertretungsprofessur für Heiner Goebbels am Institut für Angewandte Theaterwissenschaften inne.

Dessau: Erhalt aller vier Sparten so gut wie sicher

Dessauer Modell

Dessau, 12.06.2014. Die vier Sparten des Anhaltischen Theaters in Dessau-Roßlau scheinen gesichert. Wie das Kultusministerium des Landes Sachsen-Anhalt mitteilt, stimmte das Kabinett einer Förderung mit 32 Millionen Euro von 2014 bis 2018 zu. Somit sinkt die Subvention des Anhaltischen Theaters Dessau von jetzt 8,13 Millionen nicht mehr wie ursprünglich geplant auf 5,2, sondern auf 5,75 Millionen Euro.

Schauspielintendant Kosminski fordert Debatte über die Schuldenbremse und die Krise der Kultur

Kultur ist keine Handelsware

11. Juni 2014. Burkhard C. Kosminski, Schauspielintendant des Nationaltheaters Mannheim, warnt in einem Offenen Brief an die Spitzen der deutschen Kulturpolitik vor den Auswirkungen der Schuldenbremse ab 2020 und ruft zu einem Gespräch über die "Sicherung der Kulturnation Deutschland" und der deutschen Theaterlandschaft auf.

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