O Death - Jan Decorte lässt sein eigenes Stück an den Münchner Kammerspielen nachbuchstabieren
Dichliebe ich ahmeinetote maschine!
von Sabine Leucht
München, 16. Mai 2013. Nein, das wird er vermutlich auch nicht gewesen sein: Jan Decortes internationaler Durchbruch. Beim ersten Mal, 1981, war der Brandschutz das Problem: In Avignon, wo sie seine "Hamletmaschine" zeigen wollten, aber der eiserne Vorhang fehlte. Darüber stritt sich Decorte mit dem technischen Direktor, aus der Einladung wurde nichts und darum ist er heute – anders als seine Namensvettern und Landsmänner Jan Lauwers und Fabre – nicht überall auf der Welt bekannt. Sagt Decorte, der – man ahnt es – kein allzu kleines Selbstbewusstsein hat.
Plattform - Stephan Kimmig zeigt einen großartigen Steven Scharf an den Münchner Kammerspielen im Houellebeqc'schen Schamlosigkeitsgewerbe
Im Kopfkino der Obsessionen
von Sabine Leucht
München, 30. April 2013. Zum Schlussapplaus nimmt Stephan Kimmig Steven Scharf in die Arme – und da schaudert es einen ein wenig, denn gerade noch war dieser Schauspieler so tief in die Selbstverachtung hinabgestiegen, in den Ekel vor seinem nicht marktkompatiblen Fleisch; und hoffentlich auch ein wenig vor seiner Fixiertheit auf die "willigen, geschmeidigen und muskulösen Mösen" der Thailänderinnen. Berührbar schien dieser Michel mit der Nerdbrille und der an der Grenze zum Überschnappen kratzenden Stimme nur für seine Geliebte Valérie. Aber die ist schon in Michel Houellebecqs Roman eine absonderliche Kreatur. Und das will was heißen.
Onkel Wanja - Johan Simons und Karin Henkel stecken Tschechows Provinzler in einen Mini-Guckkasten
Monotonie und Witz
von Petra Hallmayer
München, 4. April 2013. Dass diese Premiere nicht ausfiel, ist Johan Simons zu verdanken. Nachdem Karin Henkel erkrankte, übernahm der Kammerspiel-Intendant die Regie und vollendete ihre Inszenierung von Anton Tschechows "Onkel Wanja". Das verdient großen Respekt, erschwert allerdings die kritische Auseinandersetzung mit diesem Abend. Wie stark Simons ihn geprägt hat, lässt sich nur mutmaßen.
König Lear - Johan Simons sucht an den Münchner Kammerspielen Shakespeares Altersdrama auf dem Bauernhof
Mit echten Schweinen
von Michael Stadler
München, 9. März 2013. Look there, look there: Was der Regisseur in seiner Inszenierung uns mitteilen will, das brauchen der Kritiker und der normal gebaute Zuschauer nicht unbedingt herausdeuten; man muss nur dort hinschauen, wo alles bereits steht. Über Themen, die größer als der Mensch sind, gehe es in Shakespeares "König Lear", meint Johan Simons im Spielplanfaltblatt. "Über Leben und Tod. Dass der Mensch mehr leiden muss, als er verdient. Es ist meine Aufgabe, diese großen Themen zu menschlichen Proportionen zurück zu bringen. Das Stück handelt vom Ganzen, vom Universum. Ich möchte das Gegenteil zeigen: das kindlich Einfache."
Regie: Franz Wittenbrink
Regie: Johan Simons
Regie: Stephan Kimmig
Regie: Bernhard Mikeska, Christina Rast und Yana Thönnes
Seite 5 von 6
meldungen >
- 17. April 2026 Kunststiftung Sachsen-Anhalt warnt vor nationalistischer Kulturpolitik
- 16. April 2026 Göttingen: Schauspielerin Thyra Uhde gestorben
- 16. April 2026 Salzburg: Ex-Festspielpräsident Heinrich Wiesmüller gestorben
- 16. April 2026 Konstanz: Intendantin Karin Becker verlängert
- 15. April 2026 Preisjurys der Mülheimer Theatertage 2026
- 13. April 2026 Chemnitz: Theater wehrt sich gegen Abschaffungspläne
neueste kommentare >
-
Burn, Baby, Burn!, Hannover Sagenhaft gut
-
Die Quelle, Wien Bitte weitermachen
-
Fräulein Else, Wien Danke!
-
Über die Notwendigkeit, ... , Wiesbaden Super Abend
-
Fräulein Else, Wien Phänomenal
-
Irgendetwas ist passiert, Berlin Lauwarm
-
Theaterpodcast Investigativtheater Aufklärung?
-
Quelle, Wien Frontalunterricht
-
Bluets, Berlin Multifunktionsroboter
-
Quelle, WIen Andere Wahrnehmung




