Demetrius / Hieron. Vollkommene Welt - Stephan Kimmig kombiniert am Deutschen Theater Berlin Friedrich Schiller mit Mario Salazar
Ein Nero, dem die Harfe fehlt
von André Mumot
Berlin, 30. August 2013. Es ist übrigens Wahlkampf. Man muss manchmal daran erinnern, weil er so unauffällig stattfindet in diesem Jahr. Es ist eben so ein besonders kuscheliger Streuselkuchenwahlkampf ohne Kontroverse und ohne Konflikt, einer so ganz ohne Spannung. Insofern ist es natürlich eine prima Idee, dass das Deutsche Theater zu seiner Spielzeiteröffnung in die Bresche springt und Regisseur Stephan Kimmig mit den ganz großen Themen auffährt: Um die Strukturen der Macht und um die Unterwerfung soll es gehen, um Widerstand und bürgerliches Selbstbild, um Krieg und ferngesteuerte Politiker, um ein kompaktes Stück Gegenwartstheater und um ein klassisches Fragment. Na also: Das sollen sich Merkel und Steinbrück aber doch bitte mal ganz genau anschauen, bevor sie zwei Tage später ihr großes Kanzlerduell versenden. Oder … vielleicht lieber doch nicht.
15 Variationen über das Offene - die neue Choreographie des Schauspiel-Renegaten Laurent Chétouane bei Tanz im August in Berlin
Beim Zuschauen zuschauen
von Thomas Irmer
Berlin, 30. August 2013. Jean-Luc Nancy ist heute der Gebrauchsphilosoph bei Theaterleuten. Das Verstehen des "Offenen" im Sinne Nancys hat nun seinen Landsmann Laurent Chétouane zu einer Choreographie zum Thema der Möglichkeiten des Zusammenseins inspiriert. Einfacher gesprochen: Beieinander in Variationen. Das Grundmodell liefert allerdings nicht die Philosophie, sondern die moderne Dramatik. Denn von Edward Albee bis Yasmina Reza ist das Aufeinandertreffen von zwei Frauen und zwei Männern die effektivste Figurenkonstellation, was Variantenreichtum im Verhältnis zur Personenzahl angeht: wechselnde Paarbildungen, Soli und Trios, und natürlich das Quartett.
Forest: The Nature of Crisis - Constanza Macras lädt zur Märchenstunde in den Berliner Müggelwald
Schneewittchen ist pleite
von Simone Kaempf
Berlin, 10. August 2013. Kurz vor Ende, wenn die Sonne endgültig untergegangen ist, zeigt der Wald in der Dunkelheit seine romantisch-düstere Seite. Tote Baumstümpfe ragen im fahlen Licht aus dem Sumpf, grauer Dunst liegt über dem Gehölz. Und totes Laub bedeckt auch jetzt, Mitte August, die Lichtung, auf der Constanza Macras die letzte Szene von "Forest: The Nature of Crisis" spielen lässt. Ein Finale, in dem die Tänzer noch einmal mit voller Energie allein oder zusammen auftreten; getanzte kleine Kämpfe mit sich oder dem anderen Geschlecht, das Ganze in morbider Stimmung endend.
Regie: Joshua Sofaer & Geheimagentur
Regie: Nature Theater of Oklahoma
Regie: Faustin Linyekula
Regie: Vegard Vinge / Ida Müller / Trond Reinholdtsen
Regie: Robert Wilson
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