Kasimir und Karoline - Glauben Lieben Hoffen – Jette Steckel schachtelt am Hamburger Thalia-Theater zwei Horváths ineinander
Wenn der Himmel so schön schweigt
Die Dreigroschenoper - Antú Romero Nunes zeigt Brecht/Weills Gassenhauer am Thalia Theater als Spiel mit dem V-Effekt
Und Olaf Scholz lächelt
von Falk Schreiber
Hamburg, 13. September 2015. Auftritt der Autor. Jörg Pohl schlappt als Brecht über Florian Lösches Bühne: Blaumann, Schiebermütze, Nickelbrille. Und baut aus dem Geist des epischen Theaters eine Szene. Das Büro Peachums, eine leere Bühne, die Pohl mit Requisiten vollschwadroniert, ein Stuhl, ein Schrank. Und ebenso verwandelt sich Brecht in Peachum, der einen armseligen Bittsteller (Paul Schröder) in die Kunst des Bettelns einweist: "So, so, und gleich nochmal von vorn". Eine Szene wird geprobt, und genau so legt Antú Romero Nunes auch seine Neuinszenierung von Brecht / Weills Abonnentenschmeichler "Dreigroschenoper" am Hamburger Thalia Theater an: als große, kluge Probe.
Die Stunde da wir nichts voneinander wußten - Tiit Ojasoo und Ene-Liis Semper vom estnischen Theater NO99 inszenieren am Hamburger Thalia einen wortlosen Peter Handke
An der Klagemauer
von Falk Schreiber
Hamburg, 30. April 2015. Die Agora ist schonmal weg. Schrieb zumindest Moritz Schuller am Premierentag im Berliner Tagesspiegel, in einem Abgesang auf den öffentlichen Raum namens "Bühne ohne Volk": "Jene Orte, die traditionell Gemeinschaft schufen, haben diese Funktion verloren", heißt es da. "Die Ausdifferenzierung der Gesellschaft macht den Raum, den alle gemeinsam haben, kleiner. Selbst das Einkaufen findet nicht mehr auf dem Markt, sondern im Internet statt – ohne soziale Interaktion." Ein Befund, der unbeabsichtigt auch Peter Handkes "Die Stunde da wir nichts voneinander wußten" trifft, jene fast ein Vierteljahrhundert alte Szenenfolge von einem namenlosen, belebten Platz in der Großstadt. Wo aber kein Leben mehr stattfindet, haben auch die Plätze keine Bedeutung mehr, wie das Theater: "Die Gesellschaft ist kein Theater mehr, sie hat sich aus der Öffentlichkeit zurückgezogen; umgekehrt ersetzt das Theater die Gemeinschaft nicht mehr."
Regie: Pascal Rambert
Regie: Antú Romero Nunes
Regie: Bastian Kraft
Regie: Tiit Ojasoo & Ene-Liis Semper
Regie: Antú Romero Nunes
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