Trilogie der Träumer – In Bern eröffnet Jan-Christoph Gockel die Spielzeit mit Philipp Löhle
Tüftler, Träumer, Visionäre
von Charles Linsmayer
Bern, 14. September 2012. Sie wolle mit ihrem Theater "zum Gesprächsstoff werden in Bern, in der Schweiz", ließ Iris Laufenberg, nach zehn Jahren Berliner Theatertreffen nun Schauspieldirektorin in Bern, in einem Interview verlauten. Mit jungen Regisseuren, die sie schon lange beobachte, "Regisseure mit einer Phantasie, die sich an den Stücken entzündet", soll es möglich werden, "eine eigene Sprache für Bern zu finden". Jan-Christoph Gockel ist einer dieser jungen Regisseure, und ihm oblag es nun, Iris Laufenbergs erste Spielzeit mit etwas Besonderem zu eröffnen. Erstmals wurden in den für Experimente bestens geeigneten Vidmar-Hallen die drei Stücke, die Philipp Löhle als "Trilogie der Träumer" konzipiert hat, an einem Abend gespielt. Der dreistündige Löhle-Marathon begann im Foyer, wo eine nicht ganz ernst gemeinte Ausstellung über verkannte Schweizer Tüftler und Visionäre gezeigt wird.
Augen::Blicke - Bernhard Mikeska macht eine Berner Einkaufspassage mit Texten von Peter Stamm zur Zwischenwelt
Die Personen sind einfach da und verschwinden wieder
von Charles Linsmayer
Bern, 9. Juni 2012. Kürzlich sass das Publikum mit Kopfhörern bewehrt in zwei Reihen vor einer Baracke beim Zürcher Theaterhaus Gessnerallee und blickte, von der Gruppe "Far a Day Cage" in den phantastischen Urwald einer fernen Zukunft versetzt, auf die Gegenwart einer Fussgänger- und Fahrradpassage, wo sich Passanten und Theaterpersonal ganz zufällig vermischten. Fast die gleiche Situation hat am 9. Juni in Bern nun der Regisseur Bernhard Mikeska mit der Produktion "Augen Blicke" herbeigeführt, bloss dass diesmal Texte von einem professionellen Schriftsteller, von Peter Stamm, Verwendung fanden, was dem Ganzen eine ganz andere Qualität vermittelte.
Parzival - Lukas Bärfuss' Gralssucher-Variante in einer feucht-fröhlichen Inszenierung von Matthias Kaschig
Naivling im Schreckenssumpf
von Charles Linsmayer
Bern, 18. Dezember 2010. Ein ebenso spektakuläres wie problematisches Element verbindet die schweizerische Erstaufführung des "Parzival" von Lukas Bärfuss mit der Uraufführung am Schauspiel Hannover: hier wie dort wird die Titelfigur von einer Frau gespielt, in Hannover von Sandra Hüller, in Bern von Milva Stark. Aber abgesehen davon, dass Matthias Kaschig den Geschlechtertausch auf das ganze Personal ausdehnt und Herzeloyde und Liase durch Männer darstellen und dafür immer wieder mal die Frauen einen Bart vorhängen und Ritter spielen lässt, nimmt sich dieser weibliche tumbe Tor ganz anders als in Hannover aus. Pummelig und in Strampelhosen, strapaziert er sein ahnungsloses Fragen bis zum GehtnichtMehr und kommt bis zum Schluss nicht aus seiner drollig-infantilen Kindlichkeit heraus.
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