Ein Traumschiff namens Adenauer

von Regine Müller

Köln, 6. März 2009. Schon vor dem Einlass in die Kalker Halle hört man einen Chor. Rhythmische, deklamatorische Aufwärmübungen, die auch für ein Motivationsseminar taugen würden. Doch hier bereiten sich zwei aus Kölner Lehrern rekrutierte Chöre auf ihren Auftritt vor, der ein gewichtiger Teil des Abends werden soll, den sein Schöpfer und "Totalregisseuer" Schorsch Kamerun paradox als "erste antiautoritäre Staatsoper" tituliert hat.

Kamerun, alt gedienter Punk-Musiker, Autor und als Regisseur ein Quereinsteiger, wird seit einiger Zeit auch an den großen Häusern als Spezialist fürs angeschrägt Subversive gehandelt. Doch obwohl er nach wie vor die Punk-Attitüde der Rebellion und des Widerstands pflegt, gilt er nicht als Provokateur, liebt er doch auch das naiv Spielerische, die Revue und das Kabarett.

Kollektives Brainstorming mit Absturzrisiko

Kamerun ist natürlich alles andere als ein "Totalregisseur", sondern eher einer, dessen Arbeiten sich in Laufe der Probenprozess in einer Art kollektivem Brainstorming zusammensetzen und Gestalt annehmen. Auch in Köln waltet der Geist des Provisorischen, Improvisierten über dem ganzen Abend – und offenbart exemplarisch die Möglichkeiten und zugleich die enormen Absturzrisiken dieses Verfahrens.

Auf der Bühne wirkt alles noch unfertig, nicht aufgeräumt, nüchternes Arbeitslicht, es herrscht Probenatmosphäre. Die Tür zum Chorraum steht auf, man kann den Choristen bei den Atemübungen zuschauen. Dann geht's aber doch los, und nachdem auf der Bühne Getränkekisten und Müllsäcke entsorgt wurden, kann man sich in Ruhe Constanze Kümmels surrealem Bühnenbild zuwenden: Ein weißes Bretterpodest, das zur rechten Seite hin abfällt und auf dem sich eine riesenhaft vergrößerte Biedermeier-Kaminuhr zwischen zwei Schiffsschornsteine drängt. Davor ein angedeutetes Wohnzimmer-Interieur aus der muffigen Zeit, als Schorsch Kamerun alias Thomas Sehl in Timmendorfer Strand seine Füße noch unter den Tisch des Autohändlers Behrendt streckte, der nicht nur in der Werkstatt, sondern auch zuhause als autoritärer Ehemann und Vater der uneingeschränkte Chef war.

Der Nachkriegsvater als Tyrann

Kamerun plündert also die eigene Biographie und schildert den Horror seiner kleinbürgerlichen Herkunftsfamilie, in deren Mittelpunkt eine Vaterfigur steht, gegen den die Kinder jener Generation sich zwangsläufig auflehnen mussten. Der typische Nachkriegsvater (blass: Jens Rachut), der sich als Unternehmer aus dem Nichts eine Existenz aufbaute, imaginiert sich selbst als Schiffsführer auf rauer See und benennt nicht zufällig sein Traumschiff mit dem Namen seines Aufstiegsidols: Adenauer.

Er tyrannisiert seine Familie, seine verängstigte und zugleich harte Frau Ingrid (großartig: Birgit Walter), die bockige, essgestörte Tochter Wiebke (schön verwuselt und unklar: Jennifer Frank), den dem eigenen Geschlecht zuneigenden Sohn (übertreibend untertrieben: Maik Solbach) und bändelt geifernd mit einer karrieregeilen Schulkameradin seiner Kinder (aalglatt: Laura Sundermann) an. Dann geht das Autohaus pleite, aber Behrendt lehnt staatliche Hilfen ab und will als Kaufmann mit seinen alten Arbeitstugenden aus eigener Kraft durchkommen. Etwas unvermittelt erschießt er sich am Schluss.

Weichspül-Pädagogen singen altkluge Lieder

Kamerun rennt gegen die Autoritäten seiner Kindheit an – die Familie und die Idole von Adenauer über Strauß bis Kohl – und stellt als eigentherapeutische Maßnahme auch noch die Lehrer auf die Bühne, um sie als chorische Masse zu manövrieren und altkluge Lieder à la Brecht/Weill zumeist in langweiligem Unisono-Sound absingen zu lassen. Das macht überraschend wenig Effekt und führt bloß den heutigen, latent weich gespülten Turbopädagogen-Lehrkörper vor.

Kamerun fragt aber auch nach heutigen Autoritäten und findet solche lediglich noch in Casting-Shows und in Gestalt von Fernsehjuroren. Zwei giraffengroße echte Models staksen also unbeholfen durchs Bild und sagen mit Roboterstimme sinnfreie Texte auf.

Da fällt die Rebellion schwer – wogegen auch?, scheint Kamerun zu fragen. Nur leider kommen auch seine Fragen, die in einer wie üblich zwischen unterschiedlichsten Codes mäandernden Bühnen-Sprache stecken, so seltsam zahnlos daher, dass sie nicht einmal mehr zu milder Subversion taugen. Zu viele Schubladen zieht er auf und kriegt sie nicht mehr zu, zu viel richtungslose Kritik verliert sich im harmlos Heutigen. Zwischen Abwrackprämie und Lehman-Brothers-Konkurs geht alles noch rein in den Text, aber der Ertrag bleibt mager. Fazit: Nach starken Familienhorrorszenen des Anfangs zerfasert der Abend im Revuehaften, die fällige Bosheit bleibt Kamerun schuldig.


M.S. Adenauer. Die erste antiautoritäre Staatsoper
von Schorsch Kamerun (UA)

Totalregie: Schorsch Kamerun, Bühne: Constanze Kümmel, Kostüme: Daniela Selig, Musik: Jörg Follert, Chor: Jürgen Haufer, Licht: Jürgen Kapitein. Mit: Jens Rachut, Birgit Walter, Jennifer Frank, Maik Solbach, Laura Sundermann, Tina Klügel, Gesa Schwiertring, Jörg Follert, Die Liederlinge / Mondays (Lehrerchor).

www.schauspielkoeln.de


Mehr zu Schorsch Kamerun? An der Berliner Volksbühne inszenierte er im April 2007 Der kleine Muck ganz unten. Die Welt zu Gast beim Feudeln und im November 2007 in Zürich Biologie der Angst.


Kritikenrundschau

Gewiss verarbeite Schorsch Kamerun in seiner Kölner Inszenierung "M.S. Adenauer" Kindheitsleiden, doch gleichzeitig wolle "seine Uraufführung auch Reflex aufs Finanzdesaster sowie Kritik der hohlen Gegenwart mit ihren Casting Show-Idolen sein", konstatiert Hartmut Willes in der Kölnischen Rundschau (9.3.2009): "Leider jedoch klangen Kameruns Interviews zuvor sehr viel klarer als das Themen-Kuddelmuddel, das er nun auf Constanze Kümmels Bühne kippt." Kameruns "Autoritäts-Demontage" renne "meilenweit offene Scheunentore ein". In den "besten, schrägsten Momenten" wirke das Ganze, "als sei die Klimbim-Familie in einen David-Lynch-Film geraten." Meist aber treibe das Stück "durch seichte Gewässer. Keine Wut heizt den Kessel, und heutige Krisenwellen rollen flach an den Bug der 'ersten antiautoritären Staatsoper'".

In "M.S. Adenauer" entdecke "Ex-Punk Schorsch Kamerun seine Bewunderung für die Seiten der Autorität und der sozialen Marktwirtschaft", zeige aber zugleich, "dass die Glaubenssätze von damals direkt ins heutige, regellose und unpolitische Desaster geführt haben", meint Dorothea Marcus in der tageszeitung (9.3.2009). Surreal verschwömmen in der Aufführung "die Zeitebenen von damals und heute miteinander". Zwar wirkten "die immer schneller aufeinanderfolgenden Revue-Nummern und Texte etwas zahnlos kabarettistisch", aber letztlich verhandle der Abend, "dass es heutzutage eben kaum mehr Ansätze zum wahren und pathetischen Protest gibt, der sich, so dringend notwendig er auch sein mag, zugleich oft lächerlich macht. Letztlich bleibt nichts übrig, als Zusammenhänge aufzuzeigen. Zumindest das ist an diesem Abend gelungen."

Kamerun lasse in "M.S. Adenauer" "ein klassisches Familiendrama auf den Grund der neuen Autoritäten laufen", schreibt Christian Bos im Kölner Stadt-Anzeiger (9.3.2009). "Als da wären: Casting-Jury, Flexibilität angesichts des Arbeitsmarkts und permanente harte Arbeit am Selbst." Man spüre, "dass der Witz in Kameruns erstem autobiografischem Stück aus alten Wunden stammt." Bos verteidigt das Prinzip der Aufführung: "Was manche für die Schwäche der Inszenierung halten mögen, ist ihre Stärke: Kamerun versucht gerade nicht, mit seinen Mitstreiter einen runden Bühnenabend zu gestalten." Soviel Illusionszerstörung erinnere gar "an den guten alten Brecht, und das nicht nur bei den Chorstücken, die der Kölner Elektronikmusiker Jörg Follert vertont hat." Allerdings fehle bei Kamerun der Brechtsche Überbau: "Seine Verschränkung von alten Sekundärtugendbehauptungen und neuem Finanzkrisenjargon, von der Pleite des Autohauspatriarchen und der Pleite einer Gesellschaftsform werfen nur Schlaglichter ins Dunkel der zu kritisierenden Verhältnisse."

Im Bonner General-Anzeiger (9.3.2009) wirft Hans-Christoph Zimmermann der Aufführung Unschärfe vor: "Kamerun schiebt die Autoritätsbegriffe verschiedener Zeiten willkürlich ineinander. Der Vater gehört in die späten 1960er Jahre, die Kinder mit ihren Wollpullovern in die frühen 1980er; daneben agieren zwei Kölner Lehrerchöre mit Selbstgedichtetem im Stil von Brecht/Weill als Autoritätsfiguren von heute." Entsprechend beliebig sei dann auch "der Befund zu den jugendlichen Protestformen zwischen friedensbewegter Innerlichkeit und gegenwärtiger Resistenzsuche." Und "die Erkenntnis, dass irgendwie alles mit allem zu tun hat", sei letztlich "zu wenig nach nur achtzig Minuten Spieldauer".

Für Vasco Boenisch von der Süddeutschen Zeitung (11.3.2009) sind die beiden Ebenen des Abends, "Autokrise und Autoritätsprotest" lediglich durch "unfreiwillige Komik" verbunden. Das Ganze sei so etwas wie "die Fortsetzung von Harald Schmidts Playmobil-Humor: Satire als Wiedererkennung von Zitaten und eigenen Sozialisations-Erfahrungen. Selbstbezüglicher, bildungsbürgerlicher Referenz-Pop", bei dem "all die angestaubten umgangssprachlichen Floskeln und Sprüche, die man sonst nur noch in den Archiven des Alltags findet", von den Darstellern "todernst – also: todalbern – recycelt" würden. "Adenauers kulturhistorische Erb- wird zur humoristischen Konkursmasse". Kamerun beschieße "sein Protest-Forschungsschiff so unnachgiebig mit Ironiesalven, dass es schon bald in seichten Gewässern strandet, bevor auch nur eine interessante Entdeckung zu machen war".

 

mehr nachtkritiken

Kommentare

Kommentare  
#1 Kameruns MS Adenauer: bitte abbestellen!Michael Hill 2009-03-08 11:23
Ist es nicht an der Zeit zu sagen dass George Kamerun nur ein shicky-micky In-Phenomene ist? Seine "Shows" sind einfach schlecht und zeigen dass er als Regisseur und Theater"autor" einfach nicht taugt. Bitte abbestellen.
#2 Kameruns MS Adenauer: Lyrik der ZitronenNikolaus von Myra 2009-03-08 17:31
Endlich Theater, das nicht vergeblich versucht den Geltungsanspruch der 70er wiederherzustellen, das sich eigenkannibalistisch mit immer entfremdendeteren Stars unter Psychodruck den letzten Kick gibt oder eitel in Unwissen suhlt. Na klar, nicht zu Ende gedacht, aber auch: Wehe, wehe, wenn ich auf das Ende sehe. Rundum gelungen sind vor allem die der Jugend abgelauschten Texte, die auch die Lyrik der Zitronen ausmacht. Zum Glück gibt es sowas noch, im Gegensatz zu dem vermufften Autorenanspruch dieser "Taubenzüchter"seiten, die sich Nachtkritik nennen. Yours truly, Nikolaus

Profi 1: Freundschaft ist ja heute quasi ein faschistisches Regime.
Profi 2: Was machst du beruflich?
Profi 1: Was mit Gestaltung.
Profi 2: Word up Tina, das ist heiß. Merkt man dir auch irgendwie an.
Profi 1: Im Ernst? Na ja, ich war als Kind schon verrückt nach der Architektur von Mies
van der Rohe.
Profi 2: Krass. Langsam verstehe ich, was du meinst.
#3 Kameruns MS Adenauer: Weg mit den DilettantenJakob Sprenger 2009-03-08 19:16
Mit Verlaub, Herr von Myra, das können Sie jetzt aber nicht ernst meinen, dass Sie ein so renomiertes und fundiertes Portal wie Nachtkritik als "Taubenzüchter"postille degradieren. Hier schreiben fundiert ausgebildetete Journalisten ehrliche Kritiken. Sie sollten sich eher einmal überlegen, was das bedeutet, wenn solche Widerständler und Ex-Punker, die jahrelang in der Hafenstraße ihr Unwesen trieben, allenfalls in Gastronomie eine Fachkenntnis besitzen, die selbst die KFZ-Lehre abbrachen nach der Hauptschule (Kamerun über Kamerun), was das bedeutet, wenn SOLCHE jetzt die Theater übernehmen. Da gibt es noch unzählige Beispiele: Daniel Richter, Jonathan Meese oder auch Bert Neumann, René Pollesch, diese ganze Mischpoke, wenn das unsere Zukunft sein soll, wenn so das Theater der Neuzeit aussieht, dass es darum geht Spaß zu haben, einfach der Welt "ablauschen", was sie verzapft, dann können wir die Theater auch gleich schließen. Und in diesem Zusammenhang auch noch mal vielen Dank an Frau Müller. Nie wieder solche Theaterstücke, weg mit diesen Dilettanten, sonst steht die Mittelverwendung an sich infrage. Dafür werden wir dann sorgen. Auch im Hörspielbereich.
#4 Kameruns MS Adenauer: Linke Spießer-AttitüdenNikolaus von Myra 2009-03-08 20:25
Also, Herr Sprenger, jetzt muß ich mich über ihre Vehemenz doch etwas wundern. Ich habe ja gar nichts gegen Nachtkritik, da kann man sich schnell informieren und zwischen den Zeilen lesen, aber, und das müssen sie einfach zugeben, es ist doch wirklich ein inner circle, der hier liest und schreibt. Auch will ich ja nicht an Frau Müllers Ausbildung zweifeln, aber Kritiker sollten eine Nacht schlafen, bevor sie schreiben (ob sie zur Premierenfeier gehen, sei ihnen von mir aus freigestellt). In einer "echten" Redaktion könnte man schnell einmal einen Kollegen fragen, wenn einem z.B. unklar ist, was zum Beispiel "unisono" nochmal bedeutet oder ob die so gesungen haben. Und Michael Hill scheint ja den Abend garnicht gesehen zu haben, darf hier aber trotzdem schreiben und seine seltsame Ostalgie-Anti-Schickimicki-Hassarie los werden. "Scheiß DDR" zitiere ich da ungern Günther Behrendt aus M.S. Adenauer. Wohlgemerkt, jedem seine Meinung, und ich verstehe durchaus ihr Wut gegen Regisseure wie Kamerun, und ich verstehe auch den Schmerz, den es ihnen offensichtlich bereitet, dass solche Dilettanten zunehmend die Kunst in der Hand haben. Aber was soll ich sagen: Es ist so und daran können sie zum Glück nichts ändern. Und es bleibt so. Und mir fällt ein Stein vom Herzen, weil ich jene linke-Spießer-Plattitüden, die sie hier von sich geben nicht mehr hören will. Lassen sie denen doch ihren Spaß und es ist doch wirklich etwas Neues, was da entsteht, da muß man doch nicht gleich nach "Profis" rufen, die immer dasselbe machen, so geht es doch auch nicht weiter. Also, verschonen sie uns mit ihrem "manufactum"-Katalogdenken in Schablonen und solchen schlecht kopierten Odysseus-Reden; dafür haben sie nämlich nicht genug auf dem Kasten. Oder wie es in dem Lied von Jens Rachut heißt: "Wenn was umfällt macht es Lärm / Und die Angst hört man dabei nicht / Denn sie wartet, wartet auf garnichts / Oder bis du daran zerbrichst // Jeder Hund gehört zum Rudel / Nur sein Herrchen weiß das nicht / Manchmal schlägt er auf das Tier ein / Und der Hund wird ganz verrückt // Die da oben sind gefährlich / Vor allem in der Enge / Und die da unten denken immer / Das Ei bedroht die Henne // Es ist kalt dort bei den Gräbern / Denn die Erde die ist gefroren / Und die Mutter pflanzt vergeblich / Frische Blumen für ihren Sohn // Wenn was umfällt macht es Lärm / Und die Angst hört man dabei nicht / Denn sie wartet, wartet auf garnichts / Oder bis du daran zerbrichst". Klingelts?
#5 Kameruns MS Adenauer: Poesiealbumslyrikoscar 2009-03-08 23:15
die linken spiesser sitzen doch alle bei kamerun, pollesch, meese und co.,und ziehen sich solche poesiealbumslyrik rein und das alles nennen sie dann spass. sorry, aber soviel kann ich gar nicht kiffen bis ich das erträglich oder sogar unterhaltend finde.
#6 Kameruns MS Adenauer: Merkwürdige Nachtkritik-Seitevon Bödefeldt 2009-03-09 06:42
"Hier schreiben fundiert ausgebildetete Journalisten ehrliche Kritiken." Pruuust. "Ex-Punker, die jahrelang in der Hafenstraße ihr Unwesen trieben." Gröööhl. Da bricht bei Herrn "Sprenger" (G.R.) wohl mal wieder die braune Gesinnung durch. Sehr merkwürdig diese Nachtkritik-Seite.
#7 Kameruns MS Adenauer: kiff weiter@oscar 2009-03-09 10:05
musst du doch auch gar nicht, jeder macht nur was ihm ihm spass macht, geht vollinordnung… kiff weiter
#8 Kameruns MS Adenauer: für exaktes DenkenJakob Sprenger 2009-03-09 10:06
Herr oscar, auf Applaus von der falschen Seite kann ich verzichten. Sie sollen garnicht "noch mehr" kiffen, als ihre Orientierungslosigkeit hier schon vermuten läßt. Linke Spießer geht doch wohl gegen mich. Und Sie scheinen den Abend ja auch nicht gesehen zu haben, sind nur neidisch auf erfolgreiche Kollegen, Typ "freier Theatermacher in Berlin", der Hauptstadt der Bewegung, mit unzähligen Projekten in seinem Computer. Und ja, dann bin ich meinetwegen ein linker Spießer, wenn es mir um Genauigkeit von Begriffen geht, wenn ich es nicht akzeptieren kann, dass da zum Beispiel der Begriff "paradox" für etwas steht, das es garnicht ist. Ich stehe für exaktes Denken immer schon und einen intellektuellen Überbau, in dem alles verankert ist. Wir sind nicht den Weg seit der Aufklärung gegangen, damit jetzt Hauptschüler Theater machen dürfen. Es tut mir leid, da würde ich gern noch einiges gerade rücken, warum zum Beispiel so altverdiente Schauspieler diesen Punker unterstützen, so ein großartiger Volksschauspieler wie Sepp Bierbichler, so eine marmorne Schönheit der deutschen Theatergeschichte wie Birgit Walter oder meinetwegen auch dieser junge Typ aus den Geschwistern Scholl. Warum verweigern die sich nicht gegen diese Typen, die unser Theater kaputt machen, so lange wir sie lassen. Es tut mir leid, aber ich muß jetzt wirklich weiter an meinem Hauptwerk in neuer Gestalt arbeiten, damit diese geistig Obdachlosen weiter meine Steuregelder verpulvern.
#9 Kameruns MS Adenauer: autoritäres Ansinnen?John Lydon 2009-03-09 10:28
Also dass Nachtkritik jetzt in die Ecke derer gestellt wird, die Jonathan Meese, Bert Neumann oder René Pollesch abwählen wollen, ist der neuste Schrei. Immer wieder interessant diese wild sprießenden Blüten im Forum. Doch Mr. Sprenger: Fordert nicht die Kritikerin oben in ihrem Resümée mehr "fällige Bosheit"? Wie leiten Sie aus diesem Urteil Ihr autoritäres Ansinnen ab, die "Mittelverwendung" des Theaters neu zu befragen?
#10 Kameruns MS Adenauer: Gegen Verbannung aller Hauptschüler Hauptschüler 2009-03-09 12:02
Bravo, Bravo!
Lassen Sie uns alle Hauptschüler aus den Theatern verbannen und alle ohne Abitur und die ohne Doktortitel,
dann kann man endlich wieder die Eintrittspreise anheben
und die Subventionen kürzen, der Rest guckt weiter in die Glotze.
#11 Kameruns MS Adenauer: irgendwann in Bayreuth lemon 2009-03-09 13:29
herr kamerun von den goldenen zitronen war immer auf der suche nach dem unkomerziellen lyrischen punk - obwohl die goldenen zitronen weniger mit punk als mit einer avangardistischen suche zu tun haben und hatten - daß die theater sich des punks bemöchtigen, das liegt an der sehnsucht der theater, rocknrollmäßig zuschauer anzulocken, sich aufzufrischen, modisch anzuhübschen - und nicht an personen wie herrn kamerun, der nur eine neue spielwiese gefunden hat - und nie behaupten wollte, mit einem studierten regietheater zu konkurrieren. es ist eine neue farbe im spielplan, ein wenig abseitige musik, weniger die neuerfindeung des theaters. wer dies sucht, sollte nicht in die halle kalk gehen... auch herr schlingensief hat so mal angefangen und landete immerhin irgendwann in bayreuth, auch wenn das nicht unbedingt erstrebenswert ist.
#12 Kameruns MS Adenauer: gebildeter mit Koksoscar 2009-03-09 13:45
alle sollen noch mehr kiffen, damit sie anständige linke spiesser werden, prinzipiell gegen oder für hauptschüler sind, alles von meese, pollesch und kamerun ausschliesslich gut oder ausschliesslich schlecht finden...
es lebe unsere freie entfaltung, unsere vorurteilsfreie gesinnung, unsere neugier... ich selber hör jetzt auf mit kiffen, auf koks komm ich mir viel gebildeter vor.
#13 Kameruns MS Adenauer: und ab die Dampfnudel@oscar 2009-03-09 14:42
mach doch, indem die was haben, sind die anderen auch drauf, wofür also zicken? ist doch schlimm ohne sie, oder? in dem Sinn, kalte Dusche und ab die Dampfnudel
#14 Kameruns MS Adenauer: immerhin zum Lachen gebracht @ die ganzen gebildeten menschen 2009-03-09 16:58
ich frage mich gerade, für wie wichtig herr sprengler und nikolaus von myra ihre langweiligen, beschränkten ansichten und kommentare (jeder auf seine weise) halten, sie hier in dieses forum zu stellen.dagegen sind menschen, wie z.b. oscar wenigstens mal erfrischend. nervig nur, dass danach immer gleich so ein alles wahnsinnig ernst nehmender wichtigtuer hinterher posten muss!
naja, aber zum lachen wird man hier schon gebracht!
#15 Kameruns MS Adenauer: pro unabgeschlossene Hauptschule Baba Jaga 2009-03-09 18:03
Schluss mit dem Theater und, bitte, bitte, mehr Shows aus dem Geist der unabgeschlossenen Hauptschule! Herr Sprenger, lassen Sie Ihren Hexenhammer in der Hose!
#16 Kameruns MS Adenauer: kein UnisonoJürgen Haufer 2009-03-09 18:25
Mehrstimmiges Unisono?
Nur kurz zu den Chorliedern und dem gehörten (?) Unisono. Die Chorarangements mögen gefallen oder nicht. Unisono-Stellen kommen jedoch kaum vor, weiß der Verfasser der Arrangements.
#17 Kameruns MS Adenauer: Vielfalt und Bildungshorizont@Sprenger 2009-03-10 01:52
Was ist denn bitte "unser Theater", das uns diese Typen kaputt machen? Wenn Sie schon zum exakten Denken neigen, möchte ich mir derlei Verallgemeinerungen verbieten. Theater lebt von Vielfalt, und Ihr Theater ist höchstwahrscheinlich ein ganz anderes als meines. Die Kombination daraus wäre dann ja wohl "unser Theater", was aber wahrscheinlich weder Ihren noch meinen Geschmack träfe. Wenn schon exakt, dann bitte konsequent.
Und was den Bildungshorizont heutiger Theatermacher angeht: Pollesch z. B. hat den ganzen Quatsch studiert...
Also, Schluss mit der Polemik!
#18 Kameruns MS Adenauer: Karten reserviertbewildered 2009-03-10 09:40
Ohne mich in die Diskussion einklinken zu wollen, da ich "MS Adenauer" noch nicht gesehen habe. Aber der Herr Sprenger und der Bischof von Myra scheinen beide von ihrem Austausch so überzeugt gewesen zu sein, dass sie das Ganze auch auf schauspielkoeln.de als Kommentare hinterlassen haben. Hm.
Und ich reserviere mir gleich mal Karten für den April und freue mich auf das nicht vorhandene Unisono.
#19 Kameruns M.S. Adenauer: Boulevard allüberallPorsche, Genscher, Hallo HSV0 2009-03-11 08:08
ja diskussion scheint lanciert, schon peinlich für ein theater. leider ist kamerun schon alt und gierig und produziert deswegen überall so etwas wie die peter alexander show für den kreativbereich. überhaupt: die verlogene 50er jahre revue kehrt allerorts zurück. hauptsache, es gibt was zu lachen, die schaubühne macht lustigen boulevard, bilddarling pollesch trifft auf letterman epigone schmidt, die machen sicher auch witzigen boulevard, alles verliert sich schmierig auf tv niveau, die kritiker des systems werden ihre größten stützen und sind genauso hohl, wie das, was sie kritisieren. systemblindheit und dekadente weltfremdheit sind angesagt und die devise lautet: "abzocken, machen doch alle". bei soviel zynismus kann man dann nur sagen: porsche, genscher, hallo hsv.
#20 MS Adenauer in Köln: wieso peinlich?@Porsche 2009-03-28 00:54
erfolglos? volvofahrer? lancieren? das heißt doch steine schmeißen oder so. wieso peinlich? ist doch eh alles nur marketing hier, oder? und wer bist du denn? eher 5. gewalt als 4. - scheint mir. vielleicht hast du ja recht, aber woher stammt die wut?
#21 Kameruns MS Adenauer: Lesebrillen auf den Ohrenparis jackson 2009-07-18 03:46
posten ist sehr schwer!Alle machen kaputt was sie sehen und hören!Mancher Leute Ohren tragen Lesebrillen, Neid und gier ist mein alkoholfreibier!Alle wissen alles doch manche werden schlechter bezahlt!GET RID OF YOURSELF NOW!

Kommentar schreiben