meldung

Stuttgarter Literaturpreis für Soeren Voima

alt

Dem Mittelstand aufs Maul geschaut

Stuttgart, 5. Dezember 2011. Der unter dem Autornamen Soeren Voima auftretende Christian Tschirner, seit 2009 Dramaturg, Schauspieler und Regisseur am Schauspiel Hannover, ist Ende November im Literaturhaus Stuttgart mit dem Literaturpreis des Wirtschaftsclubs ausgezeichnet worden. Der 2009 erstmals vergebene und mit 5.000 Euro dotierte Preis wird an junge Autoren verliehen, "die sich kritisch und literarisch anspruchsvoll mit Themen der Wirtschafts- und Arbeitswelt auseinandersetzen".

Die Jury, bestehend aus Julia Schröder, Dr. Jürgen Bochow, Dr. Florian Höllerer, lobte Stücke wie "Herr Ritter von der traurigen Gestalt" oder 80 Tage, 80 Nächte, die sich mit dem Verlust des Arbeitsplatzes oder den nicht immer legalen Verflechtungen im Rahmen der Globalisierung beschäftigen, und honorierte insbesondere die Auftragsarbeit Das Gestell für das Stuttgarter Theater zum vorgegebenen Themenkomplex 'Autos und Globalisierung'. Darin habe der Autor "dem Stuttgarter Mittelstand aufs Maul und hinter die Fassade geschaut und dabei viel Urkomisches zutage gefördert, ohne je seine Figuren zu verraten".

Soeren Voima, so die Laudatio des Wirtschaftsclubs, sei "kein Besserwisser, sondern ein zeitgenössischer Poet, der die Widersprüche unserer Gesellschaft als die seinen betrachtet. Charakteristisch für sein Schreiben ist die kunstvolle Verarbeitung der Alltagssprache, die er zu rhythmisierten Wortkaskaden steigert oder in die lakonische Pointe treibt." Er bringe "das Kunststück fertig, uns ohne moralischen Zeigefinger unsere tiefe Verstrickung in dieses Wirtschaftssystem mit all ihren Folgen und zuweilen düsteren Prognosen vor Augen zu führen und uns darüber hinaus auch noch zum Lachen zu bringen. Und zwar zum Lachen über uns selbst".

(Schauspiel Hannover / www.literaturhaus-stuttgart.de / ape)

mehr meldungen

Kommentare

Kommentare  
#1 Literaturpreis für Soeren Voima: was sich kennt, das ehrt sichStuttgarter 2011-12-05 17:00
Man kennt sich, man ehrt sich. Bochow als Chefdramaturg des Schauspiels schustert seinem Hausautor den Preis zu. So läuft's eben. Dasss "Der Ritter" eine äußerst ermüdende Angelegenheit ist, von einer bakannten Schauspielerin in der Hauptrolle erst erträglich gemacht und immer noch zu lang, was soll's. Als nächstes sollte Bochow wie Satorius zum Ritter der Künste erhoben werden, mit Voima in der Jury.

Kommentar schreiben