meldung

Uraufführung im Internet versteigert

Vertriebswegforschung

21. November 2012. Die Uraufführung des Stückes Schuld und Schein von Ulf Schmidt wird in dieser Spielzeit stattfinden. An welchem Theater will der Dramatiker, der seinen Text als freies Download im Netz zur Verfügung gestellt und die Uraufführung auf ebay versteigert hatte, erst verraten, "wenn die Verträge unter Dach und Fach sind".

Auf seiner Website schreibt Schmidt, das Text-PDF sei laut Serverstatistik "knapp 200 mal heruntergeladen" worden. Bei 145 öffentlichen und weiteren 280 privaten Theatern eine stattliche Anzahl. Viel­leicht, so Ulf Schmidt, setze mit dieser nur zehntägigen Aktion (so lange stand die Website schuldundschein.de im Netz, genauso lange lief die Versteigerung) auch "eine kleine Dis­kus­sion über die Pro­duk­ti­ons­for­men von Thea­ter oder zumin­dest die Fle­xi­bi­li­tät in der Reak­tion auf aktu­elle The­men ein".

(www.postdramatiker.de / jnm)

mehr meldungen

Kommentare

Kommentare  
#1 Uraufführung versteigert: ErläuterungUlf Schmidt 2012-11-21 16:17
Jawoll, drei Gebote lagen vor. Allein: Der Meistbietende ist aktuell eine Privatperson ohne Theater. Also geht jetzt, wies auf ebay üblich ist, das Angebot an den Bieter des zweithöchsten Gebots. Die Dinge bleiben insofern noch spannend ...
#2 Uraufführung versteigert: nicht nur Theater haben heruntergeladenArkadij Zarthäuser 2012-11-21 17:09
Spannend finde ich die Sache ja auch, aber es kommt hier jetzt fast so rüber, als hätten nur Theater das Text-PDF heruntergeladen, was gewiß nicht so ist. Millionen hatten die Möglichkeit, den Text herunterzuladen, und 200 haben davon Gebrauch gemacht. Nichts gegen 200 LeserInnen für einen Theatertext, aber noch nicht einmal der Meistbietende war ein Theater(repräsentant). Ich hatte im Stillen gehofft, das "Polnische Theater" in Kiel würde mitsteigern, denn die eine oder andere zumindestens Deutsche Erstaufführung von Dramentexten ist dort schon über die Bühne gegangen; ich hoffe, demnächst Näheres zu erfahren, wohin denn nun die Reise geht für "Schuld und Schein"-
vielleicht gehts dann ja doch noch zum Thalia und wird möglicherweise von Herrn Hegemann mit "Die Erbsenfrau" verschnitten, wie hieß es noch gleich: für Liebhaber..
#3 Uraufführung versteigert: Neuer AnlaufUlf Schmidt 2012-12-04 13:49
Es gibt eine zweite Chance für Theater, die Versteigerung der Uraufführungsrechte geht in die zweite Runde, aus oben dargestellten Gründen. Ums den Theatern ein wenig leichter zu machen, wird jetzt die Uraufführung bis zum 31.08.2013 versteigert, heißt: ein Jahr Vorlauf. Das gibt etwas mehr Luft.
Hier der Link zu ebay: cgi.ebay.de/ws/eBayISAPI.dll?ViewItem&item=150959226941

@Arkadij: Sie haben natürlich völlig recht. Ich weiß nicht genau, wieviele Downloader des Textes Theaterleute waren. Da aber sehr viele der Downloads nach dem Versand des Newsletters vom Verlag der Autoren erfolgten, der an Theater und theateraffine Presse ging, gehe ich davon aus, dass doch ein nicht geringer Anteil tatsächlich Theaterleute sind. Nennen wirs mit John Malkovich "an educated guess".
Schuld, Schein und Erbsen? Vielleicht lieber nicht...
#4 Uraufführung versteigert: verschiedene VariantenArkadij Zarthäuser 2012-12-05 17:12
@ 3

Ich denke auch: Lieber nicht ! Ihr Stück habe ich mir zwar jetzt auch noch nicht in Gänze zu Gemüte geführt, aber Sie liefern für den
"eiligen Leser im Gefängnis seiner Überzeugungen" einen Überblick zu dem Fünfakter, den ich ganz spannend finde, und so werde ich das Stück bis zur UA gewiß gelesen haben. Ich hoffe, die diesmaligen Bieter sind ernster bei der Sache als die vorhergängigen; eigentlich ist das doch ein Schnäppchen. Es gibt zwar viel "Erbsenzählerei", aber, siehe oben, ich denke auch, daß eine solche Melange eher nicht opportun wäre. Aber, Herr Hegemann liest bekanntlich ab und an diese Seite, und eine Innovation wie jene durch Ihr Stück könnte tatsächlich reizen (es ist ja keiner Luftnummer, sonst würde der Verlag der Autoren da nicht hinterstehen, denke ich); das meinte ich schon ernst. Klar, bedrohten Häusern wie Wuppertal oder Rostock stünde das ebensogut zu Gesicht wie kleineren Bühnen einer Stadt. Könnte in Berlin zB.
das "Theater Strahl" eigentlich ebenso interessieren wie in Kiel etwa das von mir bereits erwähnte "Polnische Theater"; vermutlich käme sogar ne Nachtkritikerin oder ein Nachtkritiker. Sie sprechen von professionellen Bühnen. Was aber wäre, wenn jetzt eine Schauspielschule mitsteigern würde, um dann eine Studio-Uraufführung zu stemmen (beispielsweise das bat); ich meine, Uraufführungen durch Schauspielschulen : soetwas wäre vermutlich auch ziemlich innovativ (es müssen nicht immer hausinterne Stückentwicklungen sein). Naja, aber Thalia oder Hamburger Schauspielhaus, sozusagen an einen Konkurrenzabend zur "Erbsenfrau"
parallel gesetzt- das hätte schon was. Kurzum, viel Erfolg für die zweite Runde der Versteigerung..
#5 Uraufführung versteigert: Theater ZuschlagUlf Schmidt 2012-12-14 13:44
Lieber Arkadij,
vielen Dank für die guten Wünsche - sie haben gefruchtet, scheints. Die zweite Versteigerungsrunde ist beendet - und diesmal hat tatsächlich ein Theater den Zuschlag erhalten. Welches Theater das ist, werde ich aus Aberglauben erst verkünden, wenn die Vertragsdinge in trockenen Tüchern sind.
#6 Uraufführung versteigert: gespanntArkadij Zarthäuser 2012-12-14 16:10
@ 5

Wirklich, dann doch über 51 Euro ! Gut, darum ging es nicht primär, aber auch das ist beachtlich. Bin natürlich gespannt, wohin die Reise geht für das Stück und ob das nahe genug ist für mich, ihm hinterherzureisen. Toi, toi, toi bei den Vertragsdingen !.

Kommentar schreiben