Medienschau: SRF – Das Freedom Theatre in Dschenin
Nichts heilig
Nichts heilig
30. Januar 2024. "Dieses Theater ist unter Beschuss, weil ihm nichts heilig ist." Für den Schweizer Rundfunk SRF stellt Susanne Brunner das Freedom Theatre in Dschenin im Westjordanland vor.
"Unser Theater kritisiert alle Seiten. Wir reden über Tabus: über Korruption, Tradition, über den palästinensischen Befreiungskampf, die Besatzung, über Geschlechterrollen und persönliche Identität", zitiert der SRF-Beitrag den künstlerischen Leiter Ahmed Tubasi. Erläuternd heißt es: "Das Freedom Theatre setzt sich für Redefreiheit, individuelle Freiheit und für die Freiheit der palästinensischen Bevölkerung ein."
Der Theaterdirektor des Freedom Theatre Mustafa Sheta sitzt derzeit im Gefängnis. "Israel kann seine Haft über Monate immer wieder verlängern. Ohne Anklage." Mit diesen Worten endet der SRF-Beitrag.
(srf.ch / chr)
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Mustafa Sheta, der unbescholtene Theaterdirektor des Freedom Theatre, ist, nachdem er vor den Augen seiner Kinder von der israelischen Armee verhaftet wurde, noch immer in Administrativhaft, die ohne Gerichtsverhandlung immer wieder verlängert werden kann. Er ist auf israelischem Staatsgebiet in Administrativhaft, was gegen den Art. 76 der IV. Genfer Konvention verstößt.
Ähnliches geschah bereits Nabil al Raee, dem damaligen künstlerischen Leiter des Freedom Theatres, der 2013 auf israelischem Staatsgebiet im Gefängnis von Kishon gefoltert wurde, weil er dem absurden Verdacht ausgesetzt war, in das Attentat gegen seinen Freund Juliano Mer Khamis verwickelt gewesen zu sein.
Vor und nach dem 7.Oktober 2023 sind einige Kinder und Jugendliche aus dem Umfeld des Freedom Theatre Kugeln der israelischen Armee zum Opfer gefallen.
Das Freedom Theatre selbst ist vor und nach dem 7.Oktober 2023 immer wieder militärischer Gewalt ausgesetzt.
Das Flüchtlingslager von Dschenin, in dem sich das Freedom Theatre befindet, ist vor und nach dem 7.Oktober 2023 permanenter, gewalttätiger Intervention durch die israelische Armee ausgesetzt, die darauf abzielt, Infrastruktur, wie Strom- und Wasserversorgung und Straßen zu zerstören, wie auch mutwillig Kunst im öffentlichen Raum, wie beispielsweise das Pferd - El Hissan, das Thomas Kilpper mit Kindern und Jugendlichen aus Trümmern und Autowracks zusammengebaut hat, die nach der Invasion der israelischen Armee im Jahr 2002 zurückgeblieben waren. Das Pferd war sehr schön und ein Glanzlicht in der eher tristen Umgebung des Flüchtlingslagers von Dschenin.
Auf der Instagram- und facebook-Website des Freedom Theatres kann man die gegenwärtigen und die Geschehnisse der letzten Monate sehr gut verfolgen.
Dort gab das Freedom Theatre am 13.02.24 auch bekannt, dass es für den Friedensnobelpreis 2024 nominiert ist.