Presseschau vom 5. Juni 2013 – Spiegel online beschreibt, wie sich Sigrid Löffler mit dem Theater versöhnt
Alte Liebe rostet nicht
Alte Liebe rostet nicht
5. Juni 2013. Sigrid Löffler ist in diesem Jahr die Alleinjurorin für die Stücke, die am Deutschen Theater in der Langen Nacht der Autoren gezeigt werden. Aber eigentlich sei sie skeptisch gewesen, so Kaspar Heinrich auf Spiegel online. Zwar hatte sie jahrzehntelang über Theater geschrieben, vor rund zehn Jahren aber aus Überdruss damit aufgehört.
"Was mich wirklich genervt hat, waren die Regisseure", wird Löffler zitiert. "Die Epigonen der Epigonen von Frank Castorf - das war nicht mehr auszuhalten." Manche Regisseure gehen ihr noch immer "schwer auf den Geist". Die Arbeit als Alleinjurorin habe sie jedoch in Zweifel gestürzt, "weil man sich fragt: Wo sind meine eigenen blinden Flecke? Warum gefällt mir dieses Stück nicht? Ist das meine Schuld, bin ich in meinem ästhetischen Sensorium eingeschränkt?" Eine strengere Selbstreflexion sei die Folge gewesen, ein Hinterfragen der eigenen Auswahlkriterien.
"Keine Prosa-Bearbeitungen, keine Monologe!", lauteten ihre Vorgaben an die Autoren. Ein Motto gab es auch, "Das Weite suchen" sollten die Texte. Dieses Thema sei aber eher ein Vorschlag gewesen, es ging ihr um Welthaltigkeit, um "politisch wache Zeitgenossenschaft", "ich wollte, dass sich die Autoren mal umsehen in unserer heutigen Welt und sich nicht nur an den Eltern, den Kindern und dem Partner abarbeiten." Familienaufstellungen sehe man dauernd im Theater, davon sei sie gelangweilt.
Auch über "Die Lange Nacht der Autoren" hinaus werde Sigrid Löffler im Zuschauerraum zu finden sein. Von den 16 Gastspielen, die gezeigt werden, kenne sie bisher keines. "Doch ihre Neugier ist geweckt, und der Wille, sich viele der Inszenierungen anzusehen." Vielleicht diene das Festival ja letztlich auch der Versöhnung zwischen dem Theater und seiner ehemaligen Kritikerin, so das Credo des Spon-Textes.
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