medienschau
Unsere auswahl ist subjektiv
Presseschau vom 23. März 2012 – Herbert Fritsch spricht im Interview in der Welt über seine Inszenierung von Dieter Roths "Murmel Murmel", die nächste Woche Premiere hat
Durchrüttel-Show
23. März 2012. Dieter Roths Theaterstück Murmel Murmel besteht ausschließlich aus diesen Worten, die endlos wiederholt werden. "Die Gefahr besteht, dass man Szenen baut, wo gar keine sind, und sich bei den Zuschauern dafür entschuldigt, dass man jetzt 'Murmel Murmel' macht", sagt Herbert Fritsch, der das Stück zur Zeit an der Berliner Volksbühne probt, im Interview mit Matthias Heine in der Welt.
Presseschau vom 15. März 2012 – Die taz über einen Wettbewerb für deutsche Dramatiker mit Migrationshintergrund
... dann ist eben eine Art Quote nötig
15. März 2012. In der taz berichtet Barbara Behrendt über den Dramatikerwettbewerb In Zukunft des Westfälischen Landestheaters Castrop-Rauxel. Zusammen mit der Exile-Kulturkoordination e. V. in Essen habe der vom Land NRW geförderte Wettbewerb nur "Menschen mit Migrationshintergrund" zum Stückeschreiben zugelassen.
Presseschau vom 14. März bis zum 3. April 2012 – Der Kulturinfarkt beschäftigt die deutschsprachige Presselandschaft
Doppelte Aufregung um die Hälfte
März / April 2012. Allein der Vorgeschmack dessen, was noch kommen wird, sorgt für Aufregung. Im SPIEGEL (12.3.2012) stellen die vier Autoren des Buches "Der Kulturinfarkt" (Erscheinungsdatum 20. März, hier unsere Besprechung) schon mal ihre Thesen vor. Und darunter findet sich die zentrale Frage: "Was wäre, wenn die Hälfte der Theater und Museen verschwände, einige Archive zusammengelegt und Konzertbühnen privatisiert würden? 3200 statt 6300 Museen in Deutschland, 70 staatliche und städtische Bühnen statt 140, 4000 Bibliotheken statt 8200 – wäre das die Apokalypse?"
Presseschau vom 8. März 2012 – Das Neue Deutschland zum 90. Geburtstag des Dramatikers Heinar Kipphardt
Ein querköpfiger Materialist
8. März 2012. Heute wäre der Dramatiker Heinar Kipphardt neunzig Jahre alt geworden, der 1982 viel zu früh gestorben ist. Seitdem sind Kipphardt und sein Werk ein wenig in Vergessenheit geraten, das doch einmal viel gespielt auf deutschen Bühnen war, erst im Osten und später im Westen, wo Kipphardts dokumentarisches Stück "In der Sache J. Robert Oppenheimer" ihm kurzzeitig Weltruhm einbrachte. Zum 90. Geburtstag schreibt im Neuen Deutschland Hans-Dieter Schütt einen Text zur Erinnerung an den Mann, der von 1950-1959 Chefdramaturg an Wolfgang Langhoffs Deutschen Theater in Berlin gewesen ist.
Presseschau vom 6. März 2012 - Die taz über den Afrika-Schwerpunkt am Theater Konstanz
Unterschiedliche Erkundungsstrategien
6. März 2012. In der heutigen taz schreibt Katrin Bettina Müller über den Afrika-Schwerpunkt des Theaters Konstanz. Die beiden letzten zwei Premieren in diesem Kontext sind aus ihrer Sicht symptomatisch für die unterschiedlichen Erkundungsstrategien des Programms: das Stück des kongolesischen Autors Kokouvi Dzifa Galley über das Stranden zweier Afrikaner auf dem Weg nach Europa 'Ein Schritt voraus" und 'Benefiz - Jeder rettet einen Afrikaner' von Ingrid Lausund, eine Komödie über Helfersyndrome und Afrika-Klischees. Das Konstanzer Publikum, schreibt Müller auch, folge der Setzung des Programms bisher mit Interesse.
Presseschau vom 2. März 2012 − Zürcher Kritikerin Alexandra Kedves sieht ein Revival des politischen Theaters
Politisch, aber verspielter als früher
2. März 2012. Zu Beginn ihres Artikels in der Berner Zeitung Der Bund (28.2.2012) beschreibt die Zürcher Theaterkritikerin Alexandra Kedves eine Szene aus Anna Mendelssohns "Cry me a river", in der die Performerin sich mittels eines Tränenstiftes selbst zum Weinen bringt, "die längsten und schmerzlichsten anderthalb Minuten, die man im Theater seit langem erleben konnte": "Künstlich fabrizierte Tränen, aber nichts ist authentischer als dieses Spiel."
Presseschau vom 1. März 2012 − Portrait des Volksbühnen-Schauspielers Frank Büttner ausgerechnet in einer kirchlichen Zeitschrift
Der Schauspieler und sein Überlebenshelfer
1. März 2012. Ein langes, berührendes Portrait des Volksbühnen-Schauspielers Frank Büttner hat Holde-Barbara Ulrich für die März-Ausgabe des evangelischen Magazins Chrismon geschrieben.
Presseschau vom 1. März 2012 − Piratin Julia Schramm über die entgrenzte Kommunikation im Internet
Der Terror der Narzissten
1. März 2012. In einem Gastbeitrag für die Süddeutsche Zeitung (29.2.2012) schreibt die Politologin Julia Schramm, die für den Bundesvorstand der Piratenpartei kandidiert, über das Kommentarwesen im Internet.
Presseschau vom 23. Februar 2012 – Die Frankfurter Rundschau überprüft Erinnerungen an Einar Schleef
Gedenket eines obsessiven Künstlers!
Berlin, 23. Februar 2012. Gegen eine Tendanz zur harmonisierenden Erinnerung an Einar Schleef wendet sich der Theaterkritiker und Schleef-Experte Wolfgang Behrens in der Frankfurter Rundschau und Berliner Zeitung (23.2.2012) anlässlich des 10. Todestages des Universalkünstlers. In anekdotischen Rückschauen, im "Geschmunzel und im Kopfschütteln" werde "ein großer Künstler ins handliche Format gepresst, ins Format des Witzes." Dabei seien die "Emotionen – nicht zuletzt die vom Hass gespeisten –", die Schleefs Inszenierungen zu Lebzeiten auszulösen vermochten, "gewaltig" gewesen (mit dem Ausruf "Faschismus-Scheiße" wird etwa Peter Zadek zitiert).
Presseschau vom 22. Februar 2012 – Der Tagesspiegel berichtet über die griechische Kultur in der Krise
Mit leeren Händen
22. Februar 2012. "Geht es weiter? Und wenn ja, wie?", fragt Andreas Schäfer im Tagesspiegel. Gemeint ist die griechische Kulturszene, für die sich im Moment so gar keiner zu interessieren scheint. Dabei geschieht Gravierendes: "Der Etat des Kulturministeriums ist 2011 um 22 Prozent gekürzt worden. Damit stehen so gut wie alle großen Kulturinstitutionen zur Disposition." Neben dem Filmfestival von Thessaloniki betrifft das auch das Athens Festival, das im Sommer das Theater in Epidaurus bespielt und große Produktionen aus Europa in die Stadt holt (wir sahen dort zuletzt Richard III. von Sam Mendes mit Kevin Spacey) – ob es 2012 überhaupt stattfinden werde, sei fraglich.
Presseschau vom 18. / 20. Februar 2012 – Stimmen zur Auswahl des Berliner Theatertreffens 2012
Ganz interessante Mischung?
18. / 20. Februar 2012. Am Tag, an dem die Jury ihre Einladungen zum diesjährigen Berliner Theatertreffen bekanntgab, trat auch der Bundespräsident zurück. Der Kommentierung dieses Ereignisses widmen die Gazetten deutlich mehr Platz – doch auch zu jenem lassen sich einige Lesefrüchte auffinden:
Presseschau vom 17. Februar 2012 – Frank Castorf im Interview in der "Welt"
"Ich bin ja auch so ein teutonischer Zuchtmeister"
17. Februar 2012. Bayreuth ist für mich Grenzüberschreitung, so ist das Interview überschrieben, das Volker Blech und Stefan Kirschner für die Welt mit Frank Castorf geführt haben. Darin geht es um seine "Ring"-Inszenierung, aber auch um Die Marquise von O., die heute an der Berliner Volksbühne Premiere haben sollte, aber aufgrund einer Erkrankung von Sylvester Groth abgesagt werden musste.
Presseschau vom 24. Februar 2012 – Die Blackfacing-Debatte geht weiter
Farbenblinde Normalität
16. Februar 2012. Nachdem nachtkritik.de-Redakteur Nikolaus Merck bereits gestern seine in einer Replik auf einen Kommentar im Kontext der Blackfacing-Debatte geäußerten Positionen in Frankfurter Rundschau und Berliner Zeitung präzisierte und erweiterte, reagieren heute auch die Kollegen der Welt und der taz.
Presseschau vom 4. Februar 2012 – Neuigkeiten aus dem Intendantenkarussell
Panische Fliegen
4. Februar 2012. Manchem wird sofort schwindelig auf dem Intendantenkarussell. Besonders, wenn er unfreiwillig dort hingelangte. Florian Vogel zum Beispiel, den in einem Artikel mit Spekulationen über die Armin-Petras-Nachfolge am Maxim-Gorki-Theater die beiden Journalisten Till Briegleb und Peter Laudenbach in der Süddeutschen Zeitung (19.1.2012) ins Spiel gebracht hatten und dabei auch vermeintliche Vogel-O-Töne kolportierten.
You Tube-Schau vom 3. Februar 2012 - Nachgereicht vom 27. Januar 2012: Occupy bei den "Kontrakten" im Thalia Theater
Occupy Thalia!
3. Februar 2012. Im Rahmen der Lessingtage, die noch bis morgen dauern, hatte das Thalia Theater, das bekanntlich um Gesten nie verlegen ist, am 27. Januar zur Vorstellung von Nicolas Stemanns Die Kontrakte des Kaufmanns die Occupy-Bewegung, die normaler Weise vor den Toren des Thalias auf dem Gerhart-Hauptmann-Platz campiert, auf die Bühne gebeten. Ein Beteiligter hat mitgefilmt:
{denvideo http://www.youtube.com/watch?v=wTMHhVj00J4}
Presseschau vom 3. Februar 2012 – Interview mit István Márta, dem ehemaligen Leiter des Neuen Theaters Budapest, auf Zeit online
Extremistisches Theater
3. Februar 2012. István Márta war bis Ende Januar Leiter des Neuen Theaters Budapest und wurde nun von György Dörner abgelöst. Im Interview auf Zeit online bangt er um die Zukunft des Hauses.
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