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Mülheimer Dramatikpreis 2025 für Maria Milisavljević

Maria Milisavljević © Jochen Quast

31. Mai 2025. Maria Milisavljević gewinnt mit ihrem Stück Staubfrau den Mülheimer Dramatikpreis 2025. Der Preis ist mit 15.000 Euro dotiert. "Staubfrau", uraufgeführt von Anna Stiepani am Zürcher Schauspielhaus, setzte sich in der Finalrunde mit 3 Stimmen gegen They Them Okocha von Bonn Park, uraufgeführt vom Autor selbst am Schauspiel Frankfurt, mit 2 Stimmen durch.

Ebenfalls im Finale vertreten waren: Das beispielhafte Leben des Samuel W. von Lukas Rietzschel und Frau Yamamoto ist noch da von Dea Loher. Zuvor waren in der öffentlichen Jurydiskussion andere Wettbewerbsstücke ausgeschieden: Asche von Elfriede Jelinek, Altbau in zentraler Lage von Raphaela Bardutzky und Doping von Nora Abdel-Maksoud.

Der Preisjury gehörten an: Barbara Behrendt (Theaterkritikerin), Andreas Karlaganis (designierter Intendant des Düsseldorfer Schauspielhauses), Stephan Reuter (Theaterkritiker und Mitglied der Auswahljury der Mülheimer Theatertage), Nora Schlocker (Regisseurin) und Valery Tscheplanowa (Schauspielerin).

Maria Milisavljević, geboren 1982 in Arnsberg, ist in verschiedenen Feldern und Sprachkulturen tätig. Von 2013 bis 2020 war sie Hausautorin am Tarragon Theatre in Toronto, Kanada. Sie übersetzt unter anderem Anne Carson, Sam Max und Gracie Gardner ins Deutsche. Daneben promovierte Milisavljević in Englischer Kulturwissenschaft. Ihr bislang erfolgreichstes Stück "Beben", mit dem sie 2018 für den Mülheimer Dramatikerpreis nominiert war, wurde mit dem Autorenpreis des Heidelberger Stückemarkts 2017 und dem Else-Lasker-Schüler-Stückepreis 2017 ausgezeichnet.

Den mit 5.000 Euro erstmals dotierten Publikumspreis erhält ebenfalls Maria Milisavljević mit ihrem Stück Staubfrau.

Der Gordana-Kosanovic-SchauspielerInnenpreis für die beste darstellerische Leistung des Festivals geht an Barbara Nüsse vom Hamburger Thalia Theater, die in "Asche" von Elfriede Jelinek zu sehen war. Sie wurde von Alleinjurorin Christine Dössel (Süddeutsche Zeitung) ausgewählt.

(chr)

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Kommentare  
Mülheimer Dramatik-Preis: Falsche Entscheidung
Nun ja … es tat mir leid, dass die Argumente von Frau Behrendt für Bonn Park Herrn Reuter nicht überzeugt haben … aber so ist eben, wenn einer letztlich entscheidet (siehe Orestie) … und Glückwunsch an den Inszenierungsschlusseffekt von Staubfrau (ohne dessen realen Hintergrund hiermit in Frage zu stellen) …
Mülheimer Dramatik-Preis: Gier nach Stoffen
Mit großem Staunen blicke ich auf diese Entscheidung. Eigentlich sollte der Markt ja irgendwann gesättigt sein, aber die Gier nach Stoffen, die sich mit der Gewalt gegenüber Frauen beschäftigen, ist augenscheinlich unersättlich. Warum eigentlich. Immerhin machen die Männer zwanzig Prozent bei Mord und Totschlag durch Partnerschaftsgewalt aus. Eine nicht unerhebliche Zahl, die genauso unterschlagen werden, wie die täglichen Hunderte von Toten, Männern im Kampf um die Ukraine. Manchmal reibt man sich wirklich die Augen und ist ein wenig fassungslos. Geht das nur mir so?
Mülheimer Dramatikpreis: Richtige Entscheidung
Ich muss hier vehement widersprechen: Bin sehr froh und fast erleichtert über die Entscheidung für ein starkes und wichtiges Stück. Bei Bonn Park bin ich eingeschlafen und der Hype für diesen dünnen Text bleibt mir absolut unverständlich.
Mülheimer Dramatikpreis: Spannende Entscheidung
Es war allemal eine spannende Entscheidung, viel spannender jedenfalls als das parallellaufende Championsleaguefinale !
Die fünf Tore sind in Mülheim dann ja wahrlich besser verteilt gefallen (nur mein Bildschirm vom Livestream blieb, vermutlich spielt das Alter meines I-Pads eine Rolle dabei, denn auch der TT-Stream zur Jurydiskussion war für mich nicht einsehbar) als in München.
Das Stück wird in der nächsten Spielzeit (ab 15.1.2026) im benachbarten Oberhausen eine seiner Premieren haben (Regie: Nele Schillo) und steht auf meinem Reiseplan. Es war doch offenbar kein übler Jahrgang im Jubiläumsjahr 2025; die Begleitung des Festivals durch Nachtkritik war frisch und informativ und hat Lust auf Theaterspaziergänge an der Ruhr gemacht. Ich fuhr auch in der Nacht auf den 31.5. nach Mülheim, fand aber die Stadthalle noch gegen 16 Uhr verschlossen, so daß ich quasi etwa 9 Stunden „Crashtest Mülheim“ erlebte, einen regelrechten Sommertag, der auch schlauchte und trat quasi mit Kotusow meinen Rückzug nach Kiel an. Obschon ich das (überfüllte) „KAFF“ etwa in der Bachstraße noch fand, ebenso wie die rote Hochzeitsbank vor dem Ringlokschuppen und die Kanadagänse an der Ruhr, blieb diese -für mich- Blaupause und Mülheim-Stunde 0 vor allem eine Hemmerle-Trilogie. Die Tramlinie 901, auch das durfte ich noch nutzen, erinnerte mich (auch farblich) an die Wiener Tram und erlaubt einen Mülheim/Duisburg-Marxloh-Kontrast, der vielleicht den „dünnen“ Text Bonn Parks unterstützt hätte; auch ich neige eher dazu, das Allgemeine im Besonderen -und nichts ist besonderer als der Alltag- zu finden und sehe den Zug zu vor allem „thematischer Relevanz“ grundsätzlich skeptisch, frei nach Brecht, als käme die Moral dann doch noch vors Fressen; aber klar, es gibt zig gute und sehr gute Sachen mit „Relevanz“, etwa das hervorragende Klassenzimmerstück „Ein Bild von mir“ zum Grooming-Komplex in Schwerin.
Irgendwie paßte dann ja auch mein Hinweis auf den Film „66/67“ im Liveblog-Thread zu Mülheim, denn „66/67-Fairplay war gestern“ ist ua. auch eine Geschichte mit (möglichem) Femizid (Folge der beserkenden Hochzeitsszene im Anstoßkreis des Braunschweiger Stadions); in einer Szene, in der die Freundin nicht das passende Heimtrikot frisch gewaschen parat hat, geht in etwa die Rede vom „Kündigungsgrund“. So gesehen wundere ich mich beinahe, daß ich heute in der erholsamen Nacht nicht davon träumte, wie ich Bonn Park als Trostpreis „66/67“ überreiche: im Hundebeutel. Ja seltsam, ich sah in Mülheim nicht einen Ständer mit Hundekotbeuteln, für die ich noch ein „besonderes Auge“ hatte, da die Möglichkeit , die „Hundekotattacke“ zu besuchen meinen Spaziergang begleitete (wie ein Hund). Am Ende, wie gesagt, tummelte ich mich: hundemüde..
Mülheimer Dramatikpreis: Backlash
@2 Och nö .... männliche Opferzahlen aufrechnen um dem Theatertext einer Frau die Relevanz abzusprechen?
Der backlash dreht hier offenbar eine ziemlich absurde Schleife.
Herzlichen Glückwunsch an die Gewinnerin!
Mülheimer Dramatikpreis: Alleinstellungsmerkmal
Sie, lieber Herr Baucks, fragen sich, ob nur Sie alleine »fassungslos« seien über einen Markt, dessen »Gier nach Stoffen, die sich mit der Gewalt gegenüber Frauen beschäftigen […] augenscheinlich unersättlich« sei. Und ob Sie alleine seien mit dem Befremden darüber, dass die vielen toten Männer »unterschlagen« würden, die alltäglich von ihren Partner:innen und der russischen Armee getötet werden.
Ich wollte darauf nur kurz antworten: Ja.
Mülheimer Dramatikpreis: Lyrischer Studiotext
Dass ausgerechnet beim Jubiläumwettbewerb ein so kurzer, fast lyrischer Text - aufgeteilt auf drei sicherlich sehr präsente Schauspielerinnen und mit einem effektvollen Schluss - geschrieben für eine sehr kleine Studiobox den Höhepunkt deutscher Dramatik 2025 ausmacht, verwundert doch. Bonn Park, ja selbst Dea Loher schienen mir da innovativer.
Mülheimer Dramatikpreis: Blick auf das Jetzt
Niemand rechnet irgendetwas auf. Es geht lediglich darum, herauszuarbeiten, wie tendenziös solche Entscheidungen so und was sie alles ausklammern. Ich erwarte von echter Dramatik etwas mehr als die Darstellung dreier Einzelschicksale. Sagen wir, einen umfassenden Blick auf das Jetzt. Fein, wie man hier engstirnig nach einem ausgeworfenen Köder schnappt. Die Interessen hier sind ein sehr schmaler Korridor.
Mülheimer Dramatikpreis: Frau Yamamoto
Danke Anton … und wenn „Frau Yamamoto“ nicht in der belanglosen Stuttgarter, sondern in der besseren Zürcher Inszenierung gezeigt worden wäre, wäre das Zuschauervotum in MH wahrscheinlich anders ausgefallen ( ja, ich weiss, eine spekulative Aussage) … Schwamm drüber …
Mülheimer Dramatikpreis: Anmaßend
@6: Ich wollte nur kurz darauf reagieren: Nein, das so zu behaupten, ist schlicht anmaßend. Qui parle?
Mülheimer Dramatikpreis: Antwort
@baucks »Niemand rechnet irgendetwas auf« sagen Sie, während Sie gleichzeitig mit Zahlen und Prozenten argumentieren. Und es dann einen ausgeworfenen Köder nennen.
Etwas billig, das Ganze, finde ich.

@zisch C’est moi qui parle, cher Monsieur Zisch, et si vous êtes d’un autre avis, je me réjouis de l’entendre. Que je ne parle pas au nom de tous, cela m’est évidemment clair, et je suis convaincu que vous comprenez fort bien que je recours sciemment à une certaine forme de polémique.
Mülheimer Dramatikpreis: Drama vs. Gedicht
#7: Ganz prinzipiell und unabhängig vom prämierten Stück: Schließt für Sie die weithin lyrische Verfasstheit eines Dramas die Möglichkeit Drama statt Gedicht zu sein, aus? Und schließt für Sie Kürze eines Textes Spielbarkeit auf großer Bühne aus? - (Ich denke zum Beispiel an "Hamletmaschine" von Heiner Müller oder an "Der Flop - in beliebiges Drama" (von D. Rust))... Femizid ist ganz bestimmt EIN großes Thema, wenn es nicht losgelöst von den gesellschaftlichen Verhältnissen, die ihn hervorbringen undoder gar befördern, zur Darstellung komplex angboten wird - als einziges Thema ist es natürlich nicht dramatisch, also komplex darstellbar verfasst, sondern Anklage gegen inhumanes Handeln gegen Leben von Frauen; eher Manifest als Drama...
Mülheimer Dramatikpreis: Mangelnde Textkenntnis
@#8: Sie beweisen zumindest schon mal, dass Sie das Stück nicht gelesen haben, in dem "drei Einzelschicksale" gar nicht vorkommen. Dabei handelt es sich um eine Setzung der Inszenierung ...
Mülheimer Dramatikpreis: Komplexer Blick
Robert, Ich argumentiere nicht mit Zahlen und Prozenten. Ich werbe für einen komplexen Blick auf die Wahrheit. Das scheint mir angemessen zu sein. Etwas Billiges kann ich in der Wahrheit nicht erkennen.
Mülheimer Dramatikpreis: Markt gesättigt
@ 13. Ich kann darauf nur sehr einfach antworten: Für mich ist diese Markt gesättigt. Ich habe kein Interesse an weiteren Produkten dieser Art.
Mülheimer Dramatikpreis: Mehr Studiobühne
#12 selbstverständlich schließt die lyrische "Verfasstheit" eines Textes ein Drama überhaupt nicht aus, aber auf einer großen Bühne kann ich mir "Staubfrauen" nicht vorstellen, auch den Bezug zu Hamletmaschine kann ich nicht herstellen. Aber vielleicht täusche ich mich. Und nach dem Erfolg in Mülheim wird es vermutlich von "Staubfrauen" eine weitere Produktion auf einer Studiobühne (so für etwas über 400 Besucherinnen und Besucher - oder eine für ein ein Goethe-Institut ) geben. Stücke 2025
Mülheimer Dramatikpreis: Nicht gesagt
#16: Das ist nicht gesagt. Mülheimgewinner werde gerne auch gar nicht nachgespielt, Wolfram Höll war so ein Kandidat.
Mülheimer Dramatikpreis: Reichweite
Eine „Studiobühne“ hat eher die Größe von weniger als 100 Personen. Im Internet steht, das Akademietheater in Wien wäre die Studiobühne vom Burgtheater (mit knapp 500 Plätzen, nachdem durch die neue Bestuhlung die Anzahl der Sitzplätze reduziert wurde, um angeblich die Notarztpflicht zu umgehen und Kosten zu senken).

Zur Dokumentation:
„Staubfrau“ wurde in Zürich im Schiffbau uraufgeführt, nicht in der Halle, auch nicht in der Box (Große Studiobühne), sondern im „Matchbox“ mit (geschätzten) 80 Sitzplätzen. „Staubfrau“ wurde im Januar 2025 9 Mal, im Februar 7 Mal, im Mai 4 Mal und im Juni 1 Mal, also 21 Mal) angesetzt. Wenn alle Vorstellungen stattgefunden haben und alle ausverkauft sein sollten (die von mir besuchte Vorstellung war nicht ausverkauft), so haben es maximal 1680 Zuschauer die Vorstellung gesehen. Dazu kommen zwei Vorstellungen in MH. Das wäre äquivalent zu drei ausverkauften Vorstellungen im Pfauen (Hauptbühne) vom Schauspielhaus Zürich. Das ist die maximale „Reichweite“ des Gewinnerstückes von Mülheim 2025.
Mülheimer Dramatikpreis: Oberhausen?
Das Stück, ich erwähnte es in #4 bereits, soll zumindestens ab 15.1.2026 in Oberhausen gezeigt werden (in meiner Reichweite immerhin). Vielleicht kann jemand aus Oberhausen noch „nachliefern“, wie groß die Bühne dafür sein soll, zumal, seitdem ich dort „Psychose 4.48“ sah, sich allerlei verändert haben dürfte.
Mülheimer Dramatikpreis: Herzlichen Glückwunsch
Maria Milisavljević - herzlichen Glückwunsch! Ausdrücklich. Und ohne Wenn und Aber.
Mülheimer Dramatikpreis: Besetzt
Die Reichweite mag klein sein, aber der emotionale und mentale Raum ist komplett besetzt.
Mülheimer Dramatikpreis: Einpacken
#18 Soll das ein Argument gegen das Stück sein?
Man kann einem Text ja nun wirklich schwer zu Lasten legen, dass bislang kein Haus gewillt war, ihm eine Spielfläche mit mehr Publikumskapazität zur Verfügung zu stellen.
Wenn ab sofort nur noch Gegenwartsdramatik, die auf der großen Bühne uraufgeführt wurde, für Preise in Frage kommen soll, können Autor*innen wirklich nahezu allesamt einpacken.
Mülheimer Dramatik-Preis: Eine Film-Empfehlung
Sehen Sie sich den Film "Everybody loves Touda" an, läuft deutschlandweit ... (nach Möglichkeit OV oder OmU). Der Film handelt von Gewalt an Frauen (wie Staubfrau), geht tiefer und verdient mehr Zuschauer und ist auch ohne große Reisen und Budget für viele erreichbar ...
Mülheimer Dramatikpreis: Glückwunsch!
Was sollen denn diese albernen Diskussionen? "Markt gesätigt", "zu kleine Reichweite", sagt mal, hört ihr euch eigentlich selber zu? Maria Milisavljević hat gewonnen und fertig. Die Jury hat sich so entschieden, das Publikum auch ... warum wird das denn hier madig gemacht?

Herzlichen Glückwunsch Maria Milisavljević!
Mülheimer Dramatikpreis: Zustimmung
# 22

Eben, das sehe ich auch so, zumal vielleicht auch übersehen wird, daß eine Autorin, ein Autor danach (nach dem Mülheimsieg) auch nicht so selten weiterhin im Fokus bleibt und Folgeaufträge mit anderen Stücken wahrscheinlicher werden. Ich kaufte gerade eine Karte für „Stillleben“ von Caren Jeß in Lübeck (Nachtkritik wird mit von der Partie sein); es ist jene Caren Jeß, die in diesem Jahr in der Mülheim-Jury war und mit „Die Katze Eleonore“ den Preis 2023 selbst gewann, wohl auch eher ein Studiostück, aber, was ich hörte, ein Meisterstück für Karina Plachetka !
Mülheimer Dramatikpreis: Verdienst-Ersatz
#22 Es wäre eine Herausforderung, wenn die Gegenwartsdramatik häufiger so geschrieben würde, dass sie sinnvoll entweder nur auf großer Bühne oder halt gar nicht uraufgeführt werden kann. Freilich ist das dann mit den Preisen nicht so einfach. Preise waren mal ein Extra im zweifelsfreien großen (für große, kleine und auch Puppenbühnen) Summa cum laude-Bereich und werden jetzt eher wie Verdienst-Ersatz umkämpft - von den AutorInnen ebenso wie von den Verlagen und Theatern selbst... Muss man mögen, sich daran zu beteiligen, sonst wird es (selbst)eklig-
Mülheimer Dramatikpreis: Zur Reichweite
„Klamms Krieg“, nicht in Mülheim geladen, begründete quasi den Erfolg des Formates „Klassenzimmerstück“ und wurde -offiziell- an die 150 Male inszeniert. Wie steht es hier mit der Reichweite ??
Mülheimer Dramatikpreis: Geld
@ Zarthäuser

4500 mal fünf, würde ich so schätzen; und der Preis für das Stück war höher dotiert: 35000 €.
Mülheimer Dramatikpreis: Viel Ignoranz
Ich stimme #24 zu! Meines E. ist auch viel Ignoranz im Spiel...

Auch von mir herzlichen Glückwunsch Maria Milisavljević!
Mülheimer Dramatikpreis: Auf Nebenaltäre abgeschoben
Wenn man Mülheim als Fördermaßnahme für Autorinnen und Autoren versteht, ist der Preis 2025 völlig gerechtfertigt, wenn man aber im traditionsreichen, 50 Jahre alten Stückewettbewerb einen Spiegel der Gegenwartsdramatik sieht, dann irritiert schon, wie sehr die Autorinnen und Autoren zuletzt immer mehr auf Seitenspielstätten und Nebenaltäre abgeschoben sind und sich abschieben lassen.
Mülheimer Dramatikpreis: Avantgarde statt Erfolg
Mülheim steht an sich für Avantgarde in Sachen Textvorlage beim Theater. Weiß nicht, wieso hier von Markt und Reichweite fantasiert wird. Erfolgsstücke gewinnen Mülheim meist nicht.
Mülheimer Dramatikpreis: Auslastungsdiktat
@ Martin Baucks

Da verschulde ich wohl ein Mißverständnis: Ich meinte 150 offiziell, siehe Kiepenheuer&Witsch-Verlag oder auch die Mülheim-Seite zu historischen Mülheim-Versäumnissen, registrierte verschiedene Regie-Stückaufträge, also 150 Klamms oder Klämmer; allein Daniel Minetti hat ihn ja an die 300 Male gegeben, Matissek Brockhues, der letztlich wohl dienstälteste Klamm, hier in Kiel und Umgebung vermutlich noch öfter. Bei einer Klassenstärke im Mittel bei 15 Schülern kämen allein diese beiden Klamms auf etwa 9000 erreichte Schüler und 600 Lehrer; aber es gibt noch 148 weitere Klamms. Wurde nur bei jeder zehnten Aufführung eine Schülerin oder ein Schüler wirklich berührt, ist das an Reichweite mit keinem Gold aufzuwiegen ! Solche Schüler sind für das Theater jedenfalls nicht vorzeitig verloren. Gewiß, auch Filme wie „Kleine Haie“ oder , ich nannte Karina Plachetka, „Die Spielwütigen“ erreichten „Schüler“ bzw. Menschen, die nicht aufgeben, wieder und wieder zu lernen, aber auch das sind dann wieder die „kleineren Filme“.
Von Autorinnen und Autoren Stücke fürs GROßE HAUS zu verlangen, grenzt solange an blankem Zynismus, solange das Auslastungsdiktat sichere Nummern fordert !.
Mülheimer Dramatikpreis: Gefühlter Auftrag
#32... dieses strikte "Verlangen" von Gegenwartsdramatik ("Vorschlag" finde ich passender, weil man das individull auch ablehnen kann) muss aber keinswegs Zynismus sein, sondern kann auch dringlich gefühlter politischer Auftrag sein, genau gegen "Auslastungsdiktat" und die Forderung nach "sicheren Nummern" sein, der sich unausgeesprochen, also dramaturgisch motiviert, mitschreibt...
Mülheimer Dramatikpreis: Häuser, die etwas auf sich halten
@ 33
Ich denke, am besten käme so ein Impuls von den sogenannten A-Schauspielhäusern, indem sie am Anfang einer Spielzeit ein deutliches Signal setzen für neuere Dramatik, so daß das vielleicht irgendwann alle Häuser, die etwas auf sich halten, nachzuzeichnen haben; daß Häuser sich auch um neue Stücke mit Nachdruck zu kümmern haben, dafür zahlen wir ja so unsere Steuern
irgendwie, so frei die Kunst auch sei. Vom Kopf her muß die Sache doch stimmen und nicht der Druck immer weiter auf die Autorinnen und Autoren geschoben werden. Und da mit der neuen Technik auch neue Spielfelder erschlossen werden, was zumeist klein beginnt, vielleicht aber auch die interessantesten Textformen im Köcher haben könnte, wäre so eine Grundlinie „Großes Haus oder garnicht“ vermutlich sogar eher contraproduktiv (wie gesagt, ein wenig bleibe ich bei meinem Klamm), aber, Sie haben recht, natürlich kann auch nicht zynisch argumentiert werden- es ist ein offener Prozeß.

@ 31

Ein Erfolgsstück fällt mir dabei freilich sofort ein: „Immernoch Sturm“, Peter Handkes Mülheimsiegerstück aus dem Jahre 2012: In der Gotscheff-Fassung wird es übrigens am Pfingstsonntag seine 55. Aufführung haben im Thalia-Theater in Hamburg (eine Derniere, zu der es noch Karten gibt).
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