Erheblicher Imageschaden?

Altenburg, 28.2.2017. Die Theater und Philharmonie Thüringen GmbH (TPT) wehrt sich gegen die Erklärung, die Michael Wolf, Oberbürgermeister der Stadt Altenburg, gestern gegeben hat. Darin wirft er dem scheidenden Schauspieldirektor Bernhard Stengele vor, auf der Suche nach medialer Aufmerksamkeit die Stadt Altenburg mit "rassistischen Denkweisen" in Verbindung gebracht zu haben.

Im Wortlaut heißt es in der Erklärung von OB Wolf: "Es ist aber nicht richtig und ein Spiel mit dem Feuer, wenn aus Gründen der medialen Aufmerksamkeit der scheidende Schauspieldirektor Bernhard Stengele wiederholt unsere Stadt mit rassistischen Denkweisen in der Bevölkerung in Verbindung bringt. Durch die Art und Weise wie er dies tut, wird unserer Stadt ein erheblicher Imageschaden zugefügt. Dies relativiert seine hervorragenden schauspielerischen Inszenierungen, die ich sehr begrüße und unterstütze."

Diese Behauptung ziele völlig ins Leere, so die Geschäftsführung des TPT, Generalintendant Kay Kuntze und der kaufmännische Geschäftsführer Volker Arnold: "Die Gründe der medialen Aufmerksamkeit sind vielmehr in einem Aufruf zum Theater- und Museumsboykott des Bürgerforums Altenburg sowie einem Leak der Piraten-Partei Gera zu finden. In diesem Leak wird ein, mit allen zuständigen Gremien abgestimmter, interner Text veröffentlicht, der die kommunalen Fraktionen über Ensembleabgänge im Zusammenhang mit fremdenfeindlichen Stimmungen und Vorkommnissen informiert. Dass Bernhard Stengele, der sich in den letzten Jahren sehr für ein weltoffenes Altenburg engagiert hat, mit seinen Antworten auf die vielen dadurch ausgelösten Interviewanfragen der Stadt geschadet haben soll, können wir nicht nachvollziehen."

(TPT / geka)

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