Medienschau: Luzerner Zeitung – Schauspieler Robert Hunger-Bühler kritisiert Schauspielhaus Zürich

Wer ist der Wokeste?

Wer ist der Wokeste?

3. November 2022. Der Schweizer Star-Schauspieler Robert Hunger-Bühler erneuert gegenüber der Luzerner Zeitung seine Kritik am Gegenwartstheater im Generellen und der Leitung des Schauspielhaus Zürich im Speziellen.

Über die Proben zur Zürcher Produktion Wilhelm Tell, bei der er vor der Premiere ausstieg, sagt Hunger-Bühler: "Der mir sehr liebe und nahe Freund Milo Rau lud mich ein, im 'Tell' am Schauspielhaus Zürich den Gessler zu spielen. Dann zogen sich die Castings immer mehr in die Länge, für mich hatte er keine Zeit, und es schien mir, als ob er mich schonen wollte vor dem, was da eigentlich passiert. Das Theater hat ihm eine Art Fussfesseln angelegt. Ich fühlte mich an den Proben schliesslich sehr unwohl, habe mit ihm das Gespräch gesucht, und er meinte, dass er an meiner Stelle gehen würde."

Weiter heißt es von Hunger-Bühler: "Vorher exkludierte Menschen müssen heute mehr zum Zuge kommen! Jede, jedes und jeder muss mitreden können. Tatsache ist aber, dass diese Art von Basisdemokratie von oben, in diesem Fall am Schauspielhaus Zürich von zwei Herren, gesteuert wird. Es entsteht ein Wettbewerb: Wer ist der, die, das 'Wokeste'? Ich meine, bei dieser Arbeitsweise gilt das Grundrüstzeug der Schauspielerei, das Handwerk, ihre Kunst, nicht mehr viel. Im Vordergrund steht eine Art von diversem Type-Casting!"

Hier das ganze Interview, geführt von Daniele Muscionico.

(Luzerner Zeitung / miwo)

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