Eine ganz normale Beschimpfung?

von Dirk Laucke

29. September 2009. Im Moment stehe ich in der Schussbahn, antisemitischer Hetze in meiner Regiearbeit "ULTRAS" keinen Widerspruch gegeben zu haben.

Deshalb eine Darstellung, was da in meiner Inszenierung am Thalia Theater Halle gelaufen ist.

Konsens der Anspruchslosen

von Reinhard Kriechbaum

Salzburg, 24. August 2009. Die Rabiat-Sensibelchen unter den 'Sich selbst und die anderen'-Suchern können zufrieden sein. Der Niederländer Dries Verhoeven hat für seine Produktion You Are Here am heutigen Montag bei den Salzburger Festspielen den Preis des Young Directors Project bekommen.

Gott bewahre uns vor Eröffnungsreden

Von Reinhard Kriechbaum

Salzburg, 11. August 2009. Daniel Kehlmann hatte in den vergangenen zwei Wochen ja ausreichend Gelegenheit zum Einüben von unverbindlichen Antworten, die er nun auch im Abschluss-Pressegespräch der Reihe "Dichter zu Gast" bei den Salzburger Festspielen hören ließ. Jovial und geschmeidig, wie er eben ist.

Zeitreisender, rückwärtsgewandt

von Stefan Bläske

Wien, 27. Juli 2009. Kann er das ernst meinen? Ist es kalkulierte Provokation, ein PR-Gag, oder die Verblendung eines zutiefst reaktionären Menschen, der die Salzburger Bühne und das vermeintlich konservative Festivalpublikum nutzt, um sich als Gloria von Thurn und Taxis unter den Autoren zu profilieren?

Als ob dort vor allem Affen leben

von Petra Kohse

Berlin, 13. Mai 2009. Ein passenderer Ort wird in Berlin kaum zu finden sein: Das Goethe Institut stellte sein europaweites Theaterprojekt "After the Fall" am Mittwoch im ehemaligen "Haus des Reisens" am Alexanderplatz vor. Genauer: Im 12. Stock des 1971 erbauten Hochhauses, in dem zu Ostzeiten das Reisebüro der DDR und Interflug residierten. Insgesamt gibt es 17 Geschosse. Aber schon im 12., aus den Räumen des Week-End-Clubs heraus, suggeriert ein einziger Blick auf Berlin mehr Urbanität, als sich unten und in Echtzeit im Laufe eines ganzen Jahres erfahren lässt. Draufsicht also, und zwar nicht nur hier, sondern vor allem anderswo.

Im freien Fall

von Anna Rheinsberg

Mai 2009. Am 8. März 2009, dem Internationalen Frauentag, lasen die in Kassel lebende Schriftstellerin Ingrid Mylo und ich in der Märchenwache in Schauenburg bei Kassel Texte von Autorinnen der Zwanziger Jahre, die von Aufbruch und gleichzeitiger Armut handeln. Wir hatten unserem Rezitationsabend das Motto ARME MÄDCHEN SINGEN gegeben (d.i. die Titelzeile eines Gedichts von Claire Goll aus dem Jahr 1918). Erfreulicherweise waren viele Menschen zu unserer Veranstaltung gekommen, die meisten aus Kassel. Ingrid Mylo und ich nutzten den Abend, um auf die heutige bedrohliche Situation von Künstlerinnen hinzuweisen.

Erschreckend prekär

von Robert Schröpfer

Berlin, 4.-6. Mai 2009. Wie lässt sich die soziale Situation freier Künstler verbessern? Als die Enquetekommission "Kultur in Deutschland" des Deutschen Bundestags im Herbst 2007 ihren Abschlussbericht vorlegte, schien ein Durchbruch in dieser Frage gelungen. Auf mehr als 500 Seiten beschrieben die Experten und Kulturpolitiker nicht nur eine Kluft zwischen sich verändernden Betrieb und überkommenen gesetzlichen Rahmenbedingungen. Sie sprachen 460 konkrete Empfehlungen aus, von denen sich 100 auf die Lage der Produzenten bezogen.

Es muss auch ohne Video gehen

22. April 2009. Krise ist. Wirtschaftskrise, Finanzkrise, Kapitalismuskrise. Es steht jeden Tag in der Zeitung, es gibt jeden Tag neue Wasserstandsmeldungen. Und was macht das Theater? Wie und wann kommt die Krise in der Realwirtschaft der Bühnen an? Ein Gespräch von Hans-Christoph Zimmermann mit Ludwig von Otting, dem Kaufmännischen Geschäftsführer des Thalia Theaters Hamburg.

Ein Hartmann für alle

von Johanna Lemke

Leipzig, 18. Dezember 2008. Eine Bestandsaufnahme nach nur einhundert Tagen, das ist nach einem Intendantenwechsel natürlich ein bisschen gewagt. Ein künstlerisches Konzept zu etablieren, das so radikal anders als das des Vorgängers ist, braucht vermutlich mehr Zeit. Andererseits, die Diskussionen der letzten Wochen über den wohl radikalsten aller Theaterneustarts des Jahres, nicht zuletzt auch in den Foren auf dieser Seite, gaben Grund für eine Zwischenbilanz, die das Centraltheater gestern auf einer Zuschauerkonferenz selber zog.

Ich hätte den Posten des Kotzbrockens zu vergeben ....

von Nikolaus Merck

5. Januar 2008. Kaum hat das Jahr mit der Premiere von Rimini Protokolls Breaking News im Berliner Hebbel am Ufer begonnen, wünscht sich ein Kommentator, die Zuschauer möchten mit Tränengas gegen dieses "Bionadebiedermeier der Avantgarde" vorgehen. "Authentisch bin ich selbst", langweilt sich ein anderer.

Unterkategorien