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Unsere auswahl ist subjektiv

Presseschau vom 3. Mai 2012 – Die FAZ wettert gegen das Berliner Theatertreffen

Rückgratloser Mainstream

Berlin, 3. Mai 2012. Was ist das Berliner Theatertreffen? Eine Veranstaltung, die sich in den letzten Jahren "den Mainstream-Direktiven eines tonangebenden Fachblattes unterwarf: wo 'Theater heute', da auch ein zweckdienliches Netzwerk." So macht sich heute Irene Bazinger, die Berlin-Kritikerin der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (3.5.2012), in ebendiesem Blatte Luft. Das Theatertreffen "(h)ofiert" Inszenierungen, "die sich dem Zeitgeist rückgratlos anbiedern. Widerstand, Pluralismus, Diversifikation – Fremdworte in den bevorzugt nach der Mode gehenden Auslesen."

Presseschau vom 27. April 2012 – Adrienne Goehler fordert in der Berliner Zeitung den strukturellen Umbau des Maxim Gorki Theaters

Für eine Koalition der freien Szene

Berlin, 27. April 2012. Anlässlich der anstehenden Neubesetzung der Intendanz des Berliner Maxim Gorki Theaters äußert sich die Kuratorin und ehemalige Kultursenatorin im rot-grünen Berliner Senat Adrienne Goehler im Interview mit Dirk Pilz von der Berliner Zeitung (26.4.2012) grundsätzlich zur Modernisierung der Stadttheater. Sie "plädiert dafür", das Gorki Theater "in die Koalition der freien Szene zu geben und damit die Chance für einen öffentlich begleiteten Umbau eines Traditionshauses für die neuen Erfordernisse der Stadt zu eröffnen".

Presseschau vom 27. April 2012 – Interview mit René Pollesch im SZ-Magazin

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Wider den Selbstbetrug

27. April 2012. Im Interview mit Tobias Haberl, das das SZ Magazin heute veröffentlicht, raucht René Pollesch Kette und erklärt, warum er nicht glaubt, dass die Liebe das geeignete Instrument ist, um die Menschen zusammenzubringen: "Ich glaube, dass die Liebe uns eher trennt. Sie hat keinen Gebrauchswert. Wir schaffen es nicht, durch die Liebe zu einer Gemeinschaft zu kommen, die mehr ist als bloße Geselligkeit." Die Liebe sei außerdem sowieso aus der Mode gekommen "in einer Gesellschaft, in der keiner mehr raucht und alle Fahrradhelme tragen" und in der alle so lange leben wollen wie möglich, denn: "Der Liebende will kein langes Leben, er will das große Gefühl." Auch die Verbindlichkeit sei in der Nichtraucher-Fahrradhelmträger-Gesellschaft "keine Kategorie mehr". "Verbindliche Menschen gelten als langweilig."

Presseschau vom 25. April 2012 – Unklarheit über die Förderung Freier Theater in Sachsen-Anhalt

Soll hier jemand ausgehungert werden?

25. April 2012. Maria Böhm schlägt angesichts der Lage der freien Theaterszene in Sachsen-Anhalt in der Mitteldeutschen Zeitung (17.04.2012)  Alarm.

Presseschau vom 23. April 2012 – Im Tagesspiegel spricht Schauspieler Michael Klammer über Blackfacing und Rassismus

Wer ist hier falsch besetzt?

Berlin, 23. April 2012. In einem Interview mit Peter Laudenbach im Tagesspiegel spricht Michael Klammer, Schauspieler am Maxim Gorki Theater, über die Blackfacing-Debatte. Die schwarzen Masken der Schauspieler in Michael Thalheimers Unschuld-Inszenierung am Deutschen Theater sind für ihn kein Problem: "So stark, wie die beiden Schauspieler geschminkt sind, hat das eine klare Zeichenhaftigkeit. Es symbolisiert die Fremdheit der Figuren. Theater muss mit solch artifiziellen Mitteln arbeiten dürfen."

Presseschau vom 14. April 2012 – Süddeutsche Zeitung berichtet über einen Besuch im Freedom Theatre im palästinensischen Dschenin

Nach dem Mord

14. April 2012. Mounia Meiborg schreibt in der Süddeutschen Zeitung (14.4.2012) über das Freedom Theatre im Flüchtlingslager von Dschenin, im Westjordanland.

Presseschau vom 14. April 2012 – Die Aachener Zeitung über Schauspielerarmut

Ein Tabu-Thema?

14. April 2012. "In wohl kaum einem anderen Beruf herrscht ein solch krasses Missverhältnis zwischen öffentlicher Wahrnehmung und alltäglicher Realität, zwischen dröhnendem Applaus und drohender Armut," schreibt Jenny Schmetz in der Osterausgabe der Aachener Zeitung (wo wir ihn erst heute entdeckt haben). Wer, so Schmetz, denke nicht zuerst an Glamour, Fans und Autogramme, wenn er hören würde: 'Ich bin Schauspielerin'? "Klingt ja auch eindeutig aufregender als 'Ich bin Sachbearbeiterin'."

Presseschau vom 12. April 2012 – Der Tagesspiegel über das von der Insolvenz bedrohlte Berliner Grips Theater

Seinen Sinn verloren

12. April 2012. Als in den vergangen Wochen vollkommen realitätsfern über einen angeblichen Infarkt der Kultur diskutiert wurde, sei mächtig pauschalisiert aber nicht richtig hingeschaut worden, schreibt Rüdiger Schaper heute im Berliner Tagesspiegel, und weist auf das von der Insolvenz bedrohte Berliner Grips Theater hin. (siehe auch die Meldung auf nachtkritik.de). Es sei viel von Übersättigung und fetten Staatskunstapparaten die Rede gewesen. Tatsächlich operiere manch staatlich subventioniertes Theater längst am unteren Rand. Das prekär finanzierte Grips Theater zum Beispiel.

Presseschau vom 7. April 2012 – Die Berliner Zeitung über eine mögliche Intendanz Nicolas Stemanns am Maxim Gorki Theater Berlin

Spiel- und Denkstätte

7. April 2012. Dem Vernehmen nach hat Nicolas Stemann gute Aussichten, Intendant am Berliner Maxim Gorki Theater zu werden, schreibt Dirk Pilz in der Berliner Zeitung (7.4.2012). Auch wenn seinen Informationen zufolge bisher noch kein Vertrag unterschrieben worden ist. Mit Blick auf Nicolas Stemanns offenes Arbeitsprinzip, die Verschränkung der Genres und Gedankenwelten in dessen Arbeiten, ist diese Aussicht Anlass für Pilz, die Zukunft von Berlins kleinstem Stadttheater in den rosigsten Farben zu malen.

Presseschau vom 2. April 2012 – Die Mitteldeutsche Zeitung über den Fall ihres Kritikers Andreas Hillger

Kulturfilz oder reines Gewissen

Die Mitteldeutsche Zeitung (MZ) ist in ein schiefes Licht geraten, als Anfang letzter Woche bekannt wurde, dass ihr Theaterkritiker Andreas Hillger unter Pseudonym Theaterstücke verfasste, die nicht zuletzt in der MZ besprochen wurden, und deren Regisseure Hillger selbst auch weiterhin rezensierte. Die Chefredaktion will davon nichts gewusst haben. Die MZ hat daraufhin Joachim Frank, den ehemaligen Chefredakteur der Frankfurter Rundschau, beauftragt, den Fall zu untersuchen. In der Ausgabe vom 31.3.2012 hat Joachim Frank nun unter der Überschrift In eigener Sache die Ergebnisse seiner Recherchen vorgelegt.

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