meldungen
Thomas-Bernhard-Stipendium an Martin Plattner
Urtümlich feinfühlig
8. Februar 2018. Das diesjährige Thomas-Bernhard-Stipendium geht an Martin Plattner. Das teilt das Landestheater Linz mit, das das Stipendium seit 2006 an junge Autor*innen vergibt, bisher ging es unter anderem an Thomas Arzt (2012) und Thomas Köck (2015).
Zürcher Verein "Pro Kultur Kanton Zürich" gegründet
Gemeinsame Stimme
Zürich, 2. Februar 2018. Die neu gegründete Interessengemeinschaft Pro Kultur Kanton Zürich hat mit Beginn dieses Monats die Arbeit aufgenommen. 300 Institutionen, darunter Theater, und Privatpersonen aller Kultursparten aus dem Kanton Zürich haben sich in dem Verein zusammengeschlossen, heißt es in der Pressemitteilung. Die Gründungsversammlung fand am 22. Januar im Theater Neumarkt statt, zur Präsidentin wurde Regisseurin Barbara Weber gewählt. Ziel ist es, sich gemeinsam zu formieren gegen die befürchteten massiven Budgetkürzungen beziehungsweise die ungesicherte Finanzierung ab dem Jahr 2022.
Der Schauspieler Rolf Zacher ist tot
Ein Rebell im Show-Biz
Berlin, 4. Februar 2018. Gestern ist der Schauspieler und Musiker Rolf Zacher im Alter von 76 Jahren in Hamburg gestorben. Das meldet unter anderen Der Tagespiegel aus Berlin. Am 28. März 1941 in Berlin geboren, lernte Zacher zunächst Konditor und absolvierte danach eine Schauspielausbildung. Als Schauspieler entdeckt wurde er allerdings angeblich auf der Straße.
Offener Brief gegen Machtmissbrauch am Burgtheater
Das Schweigen brechen
3. Februar 2018. Sechzig aktuelle und ehemalige Mitarbeiter*innen des Wiener Burgtheaters werfen ihrem ehemaligen Direktor Matthias Hartmann in einem Offenen Brief Machtmissbrauch vor. Der Wiener Standard (2.2.2018, online 18 Uhr) veröffentlichte diesen Brief auf seiner Website. Wir dokumentieren ihn hier.
Schweriner Schauspielchef bezieht Stellung zum Fall "Maulkorb"
Zweifelhafte Dienstanweisung für den Theaterball
31. Januar 2018. Angesichts einer Dienstanweisung am Schweriner Theater, sich auf dem Theaterball nicht "unabgesprochen politisch" zu äußern, hat sich nun der Schweriner Schauspielchef Martin Nimz mit einer Klarstellung des Schauspiels zu Wort gemeldet. Darin heißt es, dass man die Gründe für die Dienstanweisung nicht kenne, "aber wir fühlen uns der demokratischen Tradition des Mecklenburgischen Staatstheaters, insbesondere des Schauspiels, verpflichtet und erinnern uns noch gut an Zeiten, in denen Künstlerinnen Repressalien ausgesetzt waren." Hier das vollständige Schreiben. Auch der Betriebsrat des Theater hat sich mittlerweile in einer Stellungnahme geäußert und den Generalintendanten zur weiteren Klärung der Sache aufgefordert,
Erstmals Autorenresidenzen am Theater Zittau vergeben
Grenzübergreifende Zusammenarbeit
31. Januar 2018. Die Dramatiker Sascha Hargesheimer und Daniel Ratthei sind die ersten Writers-in-Residence am Gerhart-Hauptmann-Theater Görlitz-Zittau (GHT). Das teilt das Theater mit. In der vergangenen Spielzeit habe man dort insgesamt drei Autorenresidenzen ausgeschrieben, in deren Verlauf neue Theaterstücke für das GHT entstehen sollen. Sascha Hargesheimer, geboren 1982 in Frankfurt, und Daniel Ratthei, geboren 1979 in Cottbus, nehmen am 1. Februar ihre Arbeit auf. Der Schriftsteller und Dramatiker Oliver Kluck, Jahrgang 1980, wird dann als dritter Autor des Residenzprojekts in der kommenden Spielzeit in Zittau arbeiten, um ein abendfüllendes Stück für das GHT-Schauspielensemble zu verfassen.
Schauspielerin Katja Bürkle von Fadjr Theater Festival ausgezeichnet
Auf Gastspiel in der Fremde
30. Januar 2018. Die Schauspielerin Katja Bürkle wurde vom Teheraner Fadjr Theater Festival als beste Schauspielerin des Programms ausgezeichnet. Das geht aus einer Meldung des Nachrichtendienstes mehrnews.com (30.1.2018) hervor, die von den Münchner Kammerspielen bestätigt wurde. Geehrt wird Bürkle für ihr Spiel in Christopher Rüpings Inszenierung Hamlet.
Rolf C. Hemke neuer künstlerischer Leiter des Kunstfests Weimar
Erfahrener Kulturmanager und Festivalmacher
29. Januar 2018. Der Kurator und Dramaturg Rolf C. Hemke wird neuer künstlerischer Leiter des Kunstfests Weimar. Das teilte das Deutsche Nationaltheater Weimar mit, das Thüringens größtes Theaterfestival seit 2014 ausrichtet. Hemke folgt Christian Holtzhauer nach, der mit der Spielzeit 2018/19 als Intendant ans Nationaltheater Mannheim wechselt.
Europäisches Dramen-Netzwerk vorgestellt
Das europäische Theaterschaffen näher zusammenrücken
29. Januar 2018. In Wien haben sich heute die beteiligten Vertreter*innen des europäischen Dramennetzwerks Fabula Mundi aus Italien, Frankreich, Deutschland, Spanien, Rumänien und Österreich vorgestellt. Das ist diversen Medien zu entnehmen, darunter die Wiener Tageszeitung Der Standard.
Dieter Wedel tritt als Intendant der Bad Hersfelder Festestspiele zurück
"Ich kann den Kampf um meine Reputation nicht gewinnen"
22. Januar 2018. Dieter Wedel wird seine Aufgaben als Intendant der Bad Hersfelder Festspiele nicht weiter wahrnehmen, das teilt die Pressestelle der Bad Hersfelder Festspiele mit. Er habe dem Magistrat der Stadt angeboten, seinen Posten als Intendant der Bad Hersfelder Festspiele niederzulegen. Seine Aufgaben solle vorerst Wedels bisheriger Stellvertreter Joern Hinkel übernehmen.
In der Pressemitteilung heißt es auch, dass sich Wedel derzeit im Krankenhaus befinde und nach den Ereignissen der letzten zwei Wochen gesundheitlich angeschlagen sei. Laut Bild-Zeitung habe Wedel eine Herzattacke erlitten, was seine Sprecherin auf Spiegel online bestätigt. Bekannt wurde auch, dass die Staatsanwaltschaft München gegen den Regisseur wegen einer möglicherweise nicht verjährten Sexualstraftat ermittelt, Ausgangspunkt dafür sei der Bericht im "Zeit"-Magazin.
Forced Entertainment Award verliehen
Fördert den Kreislauf
27. Januar 2018. Einen eigenen Künstlerpreis vergibt die Performancegruppe Forced Entertainment. Das gab das Kollektiv aus Sheffield per Pressemitteilung bekannt. Den ersten Forced Entertainment Award erhält die Glasgower Performancekünstlerin Nic Green.
Neubau des Münchner Volkstheaters soll 2021 fertig sein
Per Generalübernahme
26. Januar 2018. Das Münchner Volkstheater bekommt zum Frühjahr 2021 einen Neubau. Im Dezember 2017 stimmte die Vollversammlung des Stadtrats München mit großer Mehrheit dem Ergebnis des Vergabeverfahrens zu. Aus diesem ging als Sieger das Angebot der schwäbischen Firma Georg Reisch GmbH & Co. KG, Bad Saulgau mit Projektpartnern aus Stuttgart, Berlin und Nürnberg hervor.
Neue schwere Vorwürfe gegen Dieter Wedel, Ermittlungen aufgenommen
Abgründiges Ausmaß
25. Januar 2018. Mittlerweile sind es 18 Frauen, die dem Fernsehregisseur und soeben von seinem Posten als Intendant der Bad Hersfelder Festspiele zurückgetretenen Dieter Wedel beleidigendes und sexuell übergriffiges Verhalten bis hin zur Vergewaltigung vorwerfen. Nachdem Anfang Januar drei Frauen im Zeit-Magazin Vorwürfe wegen versuchter Nötigung und sexueller Belästigung in den 90er Jahren erhoben hatten, schildert die Zeit in ihrer heutigen Ausgabe in einer umfänglichen Recherche v.a. vier weitere Einzelfälle. Im Archiv des Saarländischen Rundfunks (SR) gibt es u.a. einen Arztbericht, Anwaltsbriefe und Aktennotize über einen schweren Fall von 1980. Die Produktionsfirma und der Sender waren demnach über die Vorfälle informiert. Dennoch hielt man an Wedel als Regisseur fest.
Maulkorb für Schweriner Theaterkünstler?
Wes Brot ich ess...
Schwerin, 24. Januar 2018. Lars Tietje, Generalintendant des Mecklenburgischen Staatstheaters Schwerin, hat den Künstler*innen seines Hauses untersagt, beim Theaterball "eigenmächtige politische Äußerungen" zu machen und mit arbeitsrechtlichen Schritten gedroht. Wie die Schweriner Volkszeitung berichtet, spricht die Aktion Kulturschutz (auf deren Seite sich das Schreiben im Wortlaut nachlesen lässt) von einem Maulkorb und vermutet den Druck des Großsponsors Nestlé dahinter, der durch Schauspieler*innen in die Kritik geriet.
Kleist-Förderpreis für Lars Werner
Stück über eine Welt, deren Alltag von Rechtspopulismus bestimmt ist
22. Januar 2018. Der Kleist-Förderpreis für junge Dramatiker geht in diesem Jahr an den Autor Lars Werner. Der 29-Jährige erhalte die Ehrung für sein Stück "Weißer Raum", das meldet unter anderem die Welt. Der Preis ist mit 7500 Euro und einer Uraufführungsgarantie dotiert. Offiziell wird die Ehrung am 11. Oktober bei den Kleist-Festtagen in Frankfurt/Oder vergeben. Das Stück wird am 7. Juni bei den Ruhrfestspielen in Recklinghausen uraufgeführt.
Gorki-Spieler Jonas Dassler erhält Bayerischen Filmpreis
Von der Schauspielschule aufs Siegerpodest
22. Januar 2018. Jonas Dassler aus dem Ensemble des Berliner Maxim Gorki Theater ist einer der Sieger des diesjährigen Bayerischen Filmpreises. Das berichtet unter anderem die Süddeutsche Zeitung. Der 21-jährige Schauspieler wird für seine Auftritte in "Lomo" (Regie: Julia Langhof) und "Das schweigende Klassenzimmer" (Regie: Lars Kraume) als bester Nachwuchsdarsteller ausgezeichnet. Dassler, 1996 in Remscheid geboren, studierte Schauspiel an der Berliner Hochschule für Schauspielkunst "Ernst Busch" und ist seit der Spielzeit 2017/18 festes Ensemblemitglied am Gorki.
Valery Tscheplanowa erhält Ulrich-Wildgruber-Preis
Panzer und Bolschoi-Ballerina
18. Januar 2018. Den Ulrich Wildgruber-Preis 2018 erhält die Schauspielerin Valery Tscheplanowa. Das teilt das St. Pauli Theater Hamburg mit, wo der Preis am kommenden Sonntag im Rahmen des traditionellen Neujahrsempfanges des Theater-Förderkreises übergeben wird. Die Laudatio hält Mark Lammert, Maler und einst Bühnenbildner von Dimiter Gottscheff.
Choreografin Meg Stuart erhält Goldenen Löwen
Beharrliches Streben
Venedig, 17. Januar 2018. Die Choreografin Meg Stuart erhält den Goldenen Löwen der Biennale in Venedig für ihr Lebenswerk. Wie ihre Compagnie Damaged Goods meldet, wird ihr die Auszeichnung am 22. Juli 2018 während der Eröffnung der Tanz-Biennale verliehen.
Protest: Deutsche-Fernsehpreis-Verleihung ohne Autor*innen?
"Boykottiert den Fernsehpreis!"
17. Januar 2017. Angeblich "aus Platzgründen" haben die Veranstalter der Gala der Verleihung des Deutschen Fernsehpreises, bei der die Preise verliehen werden, auf eine Einladung der Drehbuchautor*innen der nominierten Produktionen verzichtet. Das geht unter anderem aus einem Offenen Brief des Verbandes der Deutschen Drehbuchautoren an Vertreter der Stifter des Preises, die Intendanten der Sender ARD, ZDF, Sat1 und RTL hervor.
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