meldungen
Pierre Boulez ist tot
Streitbarer Avantgardist
Baden-Baden, 6. Januar 2015. Der Komponist und Dirigent Pierre Boulez ist am Dienstag im Alter von 90 Jahren in Baden-Baden, seinem deutschen Wohnsitz, gestorben. Das melden diverse Medien, unter anderem sueddeutsche.de. Pierre Boulez wurde 1925 in Montbrison bei Lyon geboren und studierte am Pariser Konservatorium. Er leitete als Dirigent u.a. das Sinfonieorchester des damaligen Südwestfunks in Baden-Baden, die Symphoniker der BBC in London und die New Yorker Philharmoniker.
Theater Plauen-Zwickau: Mitarbeiter*innen sollen auf Gehalt verzichten
Sozialverträglicher Abbau?
31. Dezember 2015. Die Mitarbeiter des Theaters Plauen-Zwickau sollen auf neun Prozent ihres Gehalts verzichten. Das sieht, einem Bericht der Chemnitzer Freien Presse zufolge, ein neuer Tarifvertrag vor. Der Vertrag sei, so die "Neue Presse" unter Berufung auf das Theater Plauen-Zwickau weiter, für die künstlerischen Mitarbeiter bereits unterzeichnet worden. Lediglich die Unterzeichnung des Vertrags für den technischen Bereich stehe noch aus. Der Gehaltsverzicht soll, so die "Freie Presse", durch freie Zeit ausgeglichen werden. Der Vertrag gilt den Informationen der Zeitung zufolge rückwirkend zum 1. August 2015 und hat eine Laufzeit bis Ende 2020.
Schweizer Literaturpreise vergeben
Auch jenseits der Sprachgrenzen
28. Dezember 2015. Giovanni Fontana, Massimo Gezzi, Yves Laplace, Antoinette Rychner, Ruth Schweikert, Monique Schwitter und Leta Semadeni erhalten die diesjährigen Schweizer Literaturpreise. Das teilte das Schweizer Bundesamt für Kultur mit, das die Preise vergibt. Die Dramatikerin, Schauspielerin und Theaterregisseurin Monique Schwitter hat 2015 bereits den Schweizer Buchpreis erhalten.
Wilfried Schulz muss in Düsseldorf eine Spielzeit ohne Haus auskommen
Zeitgemäße Gestalt und Funktion
Düsseldorf, 19. Dezember 2015. Wilfried Schulz, der im Herbst 2016 von Dresden als Generalintendant ans Düsseldorfer Schauspielhaus wechselt, muss eine Spielzeit lang auf das Haus am Gründgens-Platz verzichten. Wie der WDR berichtet, verzögert sich die Großbaustelle vor dem Theater, die einen Spiel- und Probenbetrieb unmöglich macht. Die Verzögerung hatte sich bereits abgezeichnet.
Sogenannte Theaterreform im Nordosten kommt voran
Abgepresst
17. Dezember 2015. Die Fusion der Theater- und Orchester Gesellschaft Neustrelitz / Neubrandenburg (TOG) mit dem Theater Vorpommern zu einem Staatstheater Nordost ist beschlossen. Das berichtet der NDR auf seiner Website.
Auch das Mecklenburgische Staatstheater Schwerin ist im letzten Moment durch die Auszahlung einer Soforthilfe seitens des Landes vor der Insolvenz bewahrt worden. Jetzt soll die Fusion des Schweriner Theaters mit dem 45 Fahrkilometer entfernten Landestheater Parchim zügig vonstatten gehen.
Stéphane Braunschweig wird Leiter des Pariser Odéon-Theaters
Nachfolger von Jean-Louis Barrault und Luc Bondy
Paris, 17. Dezember 2015. Der 51-jährige französische Regisseur Stéphane Braunschweig wird als Nachfolger des verstorbenen Luc Bondy die Leitung des Théâtre National de l'Odéon in Paris übernehmen. Das gab, wie die Wiener Zeitung Der Standard berichtet, das französische Kulturministerium am Mittwoch bekannt.
Grütters lobt Sonderpreis für Kulturprojekte mit Geflüchteten aus
Kulturelle Teilhabe gefragt
16. Dezember 2015. Die Staatsministerin für Kultur und Medien Monika Grütters lobt einen neuen Sonderpreis für kulturelle Projekte mit geflüchteten Menschen aus – bestimmte Spitzenorganisationen, Stiftungen und zivilgesellschaftliche Akteure (hier die Liste der Vorschlagsberechtigten) seien bis zum 31. Januar 2016 eingeladen, Preisträger vorzuschlagen, informiert eine Pressemitteilung aus Grütters' Ministerium. Im Mai 2016 sollen dann drei Projekte mit jeweils 10.000 Euro bedacht werden. Für von einer Fachjury nominierte weitere zehn "beste Initiativen" ist dem Schreiben zufolge eine jeweilige "Anerkennungsprämie" in Höhe von 2.500 Euro vorgesehen.
Polen arbeitet an Wiedereinführung der Theaterzensur
Ein Vierteljahrhundert Demokratie ist mehr als genug!
16. Dezember 2015. Die Zerstörung der polnischen Demokratie unter der Herrschaft der mit absoluter Mehrheit regierenden Partei Recht und Gerechtigkeit (Prawo i Sprawiedliwość - PiS) schreitet fort. Seit Kurzem müssten "die Intendanten der staatlichen Theater die Proben ihrer Stücke auf Video mitschneiden und die Aufnahmen an das Kultusministerium schicken. Gefällt das Stück dem Ministerium nicht, wird es nicht aufgeführt", scheibt der polnische Journalist Michał Kokot auf Zeit Online (10/15.12.2015). Ganz korrekt ist der Vorgang damit allerdings nicht wiedergegeben, wie nachtkritik.de-Recherchen ergaben.
Dramatiker Gaston Salvatore gestorben
Salonkämpfer alten Schlages
15. Dezember 2015. Der chilenische Dramatiker Gaston Salvatore ist am vergangenen Freitag im Alter von 74 Jahren in Venedig gestorben. Das melden verschiedene Zeitungen, unter anderem der Tagesspiegel. Salvatore, geboren 1941 im chilenischen Valparaiso, ein Verwandter Salvador Allendes, galt als schillernde Figur unter den Achtundsechzigern. 1965 kam er nach Berlin und studierte an der Freien Universität Philosophie, Soziologie und Politikwissenschaft, war bald Vertrauter und Weggefährte Rudi Dutschkes und ein enger Freund Hans Magnus Enzensbergers. Der Komponist Hans Werner Henze, dem Salvatore auf Kuba begegnete, vertonte seine Gedichte "Versuch über Schweine" und 1971 insgesamt 17 Gedichte seines Bandes "Der langwierige Weg in die Wohnung der Natascha Ungeheuer".
Annemie Vanackeres Vertrag als Leiterin des Berliner HAU verlängert
Länger Planen
Berlin, 14. Dezember 2015. Der Aufsichtsrat der Hebbel-Theater Berlin GmbH hat den Vertrag mit Annemie Vanackere als Intendantin und Geschäftsführerin des HAU Hebbel am Ufer um fünf Jahre bis zum 31. August 2022 verlängert. Das teilt das Haus in einer Presseaussendung mit. Vanackere, 1966 in Belgien geboren, übernahm 2012 die Künstlerische Leitung und Geschäftsführung des HAU Hebbel am Ufer, zuvor war sie künstlerische Leiterin der Rotterdamse Schouwburg. Ihr laufender HAU-Vertrag endete zum 31. August 2017.
Rettungspaket für Burghofbühne Dinslaken
Kein Grund zur Euphorie
Dinslaken, 12. Dezember 2015. Für die von Sparmaßnahmen des Kreises Wesel bedrohte Burghofbühne Dinslaken (siehe Meldung vom 19. November 2015) ist ein Rettungsprogramm gefunden. Wie das Theater mitteilt, wird die Stadt Dinslaken künftige Finanzierungslücken ausgleichen. Ein Beschluss der Stadt über den jetzt vorliegenden Kompromissvorschlag steht noch aus. Bis dato wird die Burghofbühne zu 3 Prozent von der Stadt, 20 Prozent vom Kreis Wesel und 47 Prozent vom Land NRW gefördert. Das übrige Drittel des Budgets bringt das Theater mit Eigenerlösen selbst auf.
Mehr Geld für die Freie Szene in Berlin
Sozusagen freudestrahlend
Berlin, 11. Dezember 2015. Der Regierende Bürgermeister und Kultursenator von Berlin, Michael Müller, lässt heute mitteilen, dass die sogenannte Freie Szene der Stadt in den nächsten beiden Jahren 10 Millionen respektive 12 Millionen Euro an zusätzlichen Mitteln erhalten wird.
"Fear": Schaubühne darf vorerst kein Bild von "Demo für alle"-Sprecherin mehr zeigen
Bilderverbot
10. Dezember 2015. Die Schaubühne Berlin darf das Bild von Hedwig von Beverfoerde, Sprecherin der AfD-nahen Bewegung "Demo für alle", in ihrer Inszenierung Fear (Regie: Falk Richter) vorerst nicht mehr nutzen. Das teilt das Theater in einer Presseaussendung mit.
Michael Thalheimer geht 2017 fest ans Berliner Ensemble
Neu für das Theater gewinnen
Frankfurt / Berlin, 10. Dezember 2015. Michael Thalheimer geht 2017 fest ans Berliner Ensemble. Wie u.a. die Mainzer Allgemeine Zeitung berichtet, wird er der neuen Theaterleitung angehören, wenn der jetzige Frankfurter Intendant Oliver Reese zu Beginn der Spielzeit 2017/18 das Haus von Claus Peymann übernimmt.
Christian Kircher wird Geschäftsführer der österreichischen Bundestheater-Holding
Klar definierte Aufsichts-, Kontroll- und Steuerungsfunktion
Wien, 10. Oktober 2015. Christian Kircher, Finanzdirektor des Wien Museums, wird ab April 2016 neuer Geschäftsführer der Bundestheater-Holding. Wie die Presse meldet, gab Kulturminister Josef Ostermayer (SPÖ) die Personalie am Donnerstagvormittag bekannt. Somit ist nach dem Rücktritt von Georg Springer die wichtigste Management-Position im Wiener Theaterbetrieb neu besetzt.
Jonathan Landgrebe übernimmt Leitung des Suhrkamp-Verlags
Die Familie tritt in den Hintergrund
10. Dezember 2015. Der Wirtschaftswissenschaftler Jonathan Landgrebe ist, wie bereits im Januar im Rahmen des Beschlusses der Umwandlung des Verlages in eine Aktiengesellschaft bestimmt, vom neuen Aufsichtsrat der Suhrkamp AG zum alleinigen Vorstand der Suhrkamp Verlag AG bestellt worden. Das meldet die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ). Die bisherige Verlegerin Ulla Unseld-Berkéwicz ziehe sich mit sofortiger Wirkung aus dem operativen Geschäft zurück und übernehme den Vorsitz des Aufsichtsrats der Suhrkamp Verlag AG.
Lars-Ole Walburg bleibt bis 2019 Intendant am Schauspiel Hannover
Energetische Stimmung
10. Dezember 2015. Der Aufsichtsrat der Staatstheater Hannover GmbH hat sich am heutigen Donnerstag darauf geeinigt, dass Lars-Ole Walburg weitere zwei Jahre bis zum Ende der Spielzeit 2018/2019 Intendant am Schauspiel Hannover bleiben soll. Das geht aus einer Pressemitteilung des Niedersächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kultur hervor.
26. Kölner Tanz- und Theaterpreise verliehen
Mit Hingabe und Coolness
Köln, 9. Dezember 2015. In Köln wurden zum 26. Mal die Kölner Tanz- und Theaterpreise verliehen mit Preisgeldern in einer Gesamthöhe von 29.100 Euro. Das gibt die Stiftung Kultur der Sparkasse Köln-Bonn bekannt.
Thalheimer gewinnt Kritikerpreis in Québec
Vielfalt der Spielweisen
9. Dezember 2015. Michael Thalheimers Berliner Schaubühnen-Produktion Tartuffe hat in Kanada den "Prix de la Critique" der Kritikervereinigung von Québec gewonnen.
Falk Richter übernimmt 5. Saarbrücker Poetikdozentur
Rauschhaft, fordernd
Saarbrücken, 8. Dezember 2015. Der Berliner Dramatiker und Regisseur Falk Richter tritt im Januar 2016 die fünfte Saarbrücker Poetikdozentur für Dramatik der Universität des Saarlandes an. Das meldet das Saarländische Staatstheater Saarbrücken. Vor ihm erhielten der Schriftsteller Albert Ostermaier, die Dokumentartheatergruppe Rimini Protokoll, der Autor und Regisseur Roland Schimmelpfennig (der seine Ergebnisse in einem Buch zusammenfasste) und die Schriftstellerin Kathrin Röggla diese ausschließlich für Dramatik eingerichtete Auszeichnung.
Alvis Hermanis sagt aus Protest gegen Flüchtlings-Engagement Thalia-Inszenierung ab
Mitten im Krieg?
4./ 6. Dezember 2015. Alvis Hermanis hat seine für April 2016 angekündigte Inszenierung "Russland.Endspiele" nach Dostojewskij, Tolstoi, Gorki u.a. am Thalia Theater Hamburg abgesagt und darum gebeten, ihn aus der vertraglichen Verpflichtung zu entlassen. Das macht das Thalia Theater in einer Pressemitteilung offiziell. Grund sei, dass Hermanis nicht mit dem humanitären Engagement des Thalia Theaters für Flüchtlinge in Verbindung gebracht werden wolle.
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