Der Kaufmann von Venedig - Anna Badora lässt im Wiener Volkstheater das Publikum die Interpretation wählen
Demokratie-Spiele
von Veronika Krenn
Wien, 8. September 2018. Opfer oder Täter, das ist hier die Frage. "Die Bosheit, die ihr mich lehrt, will ich ausüben", sagt Shylock. An andrer Stelle legt er nach: "Du nannt'st mich Hund, bevor du Grund dazu hattest, doch weil ich ein Hund bin, hüte dich vor meinen Fängen." Der Jude in William Shakespeares "Kaufmann von Venedig" ist eine Figur, die sich seit dem Jahr 1604 im Laufe der Interpretationsgeschichte radikal gewandelt hat: Vom grell maskierten Scheusal, das von seinem Schuldner ein Pfund Fleisch aus seinem Körper einfordert, bis zur NS-Zeit, wo die Figur einschlägig antisemitisch interpretiert wurde. Nach 1945 setzte langsam ein Umdenken ein und Shylock wurde als Opfer des an ihm verübten Unrechts gezeigt. Anna Badora setzt bei ihrer Interpretation des umstrittenen Klassikers auf eine demokratische Entscheidung.
ghostdance - Thomas Köcks und Andreas Spechtls Geschichts- und Gespensterbeschwörung beim Festival ImPulsTanz Wien
Parcours durch die Geschichte
von Veronika Krenn
Wien, 13. Juli 2018. Die Theatertexte von Thomas Köck graben gerne in der Vergangenheit und suchen dabei die Zukunft, um über eine Zeit zu sinnieren, die unsere Gegenwart sein könnte, von der aber in einer zukünftigen Vergangenheitsform die Rede ist. Oder wie war das noch mal? Seine Texte sind – gespickt mit vielen Zitaten und Sprüngen zwischen Gegenwart und Historie – für viele schlicht eine Überforderung. Aber eine solche, die neugierig macht, einen im besten Fall hinter dem Ofen hervorzulocken und nachzuforschen vermag, welche Wissens-Flut einen hier gerade überwältigt. Und so lautet der Satz: "Don't get too comfortable", der einem im Erdgeschoß des Museums von den auf weiße Leinwände projizierten Zitaten in Erinnerung bleibt. Keine Gefahr!
Regie: Hermann Beil / Michael Gampe
Regie: Margit Mezgolich
Regie: Luk Perceval
Regie: Jacob Suske
Regie: Dušan David Pařízek
Regie: Stephan Kimmig
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