Wunschkonzert – Yana Ross mit Franz-Xaver Kroetz' wortlosem Stück über ein wunschloses Unglück bei den Wiener Festwochen
Das Schicksal der Anderen
The Encounter - Inspiriert vom Roman "Amazon Beaming" lässt Simon McBurney einen faszinierenden Regenwaldtrip als Hörerlebnis entstehen
Reise an den Anfang der Zeit
von Gabi Hift
Wien, 3. Juni 2016. Ein Kopf auf einer Stange steht grau und augenlos im Zentrum der Bühne. Noch hat es nicht begonnen, oder doch? Simon McBurney kommt und geht, linst verschmitzt unterm Rand seines Käppis hervor ins Publikum. "Wieso soll ich im Theater Kopfhörer aufsetzen?", sagt eine Dame mit Perlenohrringen indigniert. "So ein Blödsinn!" Fünf Minuten später juchzt sie beglückt: McBurney, der Menschenflüsterer, hat ihr ins Ohr geblasen. Manchen wird das rechte Ohr ganz heiß. Der Stangenkopf, den McBurney umtänzelt, mit dem er ganz intim spricht, ist der Kopf jedes Einzelnen im Saal. In den Gehörgängen sitzen Mikrofone, wir hören binaural, können jedes Geräusch im Raum verorten.
Naše nasilje i vaše nasilje. Unsere Gewalt und eure Gewalt - Bei den Wiener Festwochen versucht Oliver Frljić, das Herz der westeuropäischen Wohlstandsgesellschaft zu Tode zu erschrecken
Der Terror der Ästhetik
von Theresa Luise Gindlstrasser
Wien, 29. Mai 2016. Die Botschaft ist einfach. Sie lautet: Das Problem ist ganz einfach. Welches Problem? Na! Das ganze Problem. Das mit der Gewalt und dem Terrorismus und der Islamophobie und dem Kolonialismus und dem Kapitalismus und dem Faschismus und alles. Inwiefern aber einfach? Darüber schweigt sich der neue Abend von Oliver Frljić aus und wiederholt anstatt dessen in zusammenhangslosen Sequenzen die Tatsache eines bestehenden Zusammenhangs zwischen den einzelnen genannten Phänomenen. Die Idee für die Dramaturgie von "Naše nasilje i vaše nasilje. Unsere Gewalt und eure Gewalt" ist nämlich auch einfach. Sie lautet: An jedem einzelnen Problem trägt jemand eine Schuld. Selbst am ganzen Problem. Diese Schuld erfahrbar zu machen, also dem wohlmeinenden Herz der westeuropäischen Wohlstandsgesellschaft zum plötzlichen erschrockenen Stillstand zu verhelfen, darauf zielt die Chose. Und verfehlt's.
Regie: Tomas Schweigen
Regie: Y. Wanunu, H. Pfost, S. Marte, O. Stotz, B. Eischeid, J. Weckl, A. Hausmann, F.
Regie: Claus Peymann
Regie: Jan-Christoph Gockel
Regie: Stephanie Mohr
Regie: Gin Müller / Barbara Kaiser / Tamara Wilhelm
Regie: Antú Romero Nunes
Regie: Ann Liv Young & Marino Formenti
Regie: Pedro Martins Beja
Regie: Anna Badora
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