Presseschau vom 1. Juli 2013 - Gerhard Stadelmaier liest die Uraufführungspläne der kommenden Saison

Beabeiteritis und Projekteritis

1. Juli 2013. Gerhard Stadelmaier hat für die Frankfurter Allgemeine Zeitung (1.7.2013) mal wieder, wie er es jeden Sommer zu tun pflegt, in die Spielpläne der Theater geblickt und dabei insbesondere sein Augenmerk auf die Uraufführungen der kommenden Saison gelegt. Er hat bedenkliche Tendenzen ausgemacht: "Es herrscht offensichtlich hektischer Betrieb tagespolitischer Wilderei in Problemzonen, in denen jeder, der will und gerade greifbar ist (ob Polizist, Nutte, Richter, Demenzkranker oder NSU-Betroffener) vom Theater ge- und verbraucht wird, das jedwede Sein- und Schein-Schranke niederreißt und dem Laien gern Tür und Tor öffnet – außer dass bei solchen Projekten selbstverständlich die Regisseure auf ihren Profi-Lohn pochen. Das Theater magert ab. Es wird zur Dokumentarstation. Und treibt sich das Spiel aus."

Presseschau vom 16. Juni 2013 - Die Berliner Zeitung zieht eine kleine Bilanz der Autorentheatertage am Deutschen Theater

"Ist nicht eh alles wurscht?"

16. Juni 2013. In der Berliner Zeitung (14.6.2013) wirft Dirk Pilz noch einmal einen Blick auf das weiblich dominierte Programm der Autorentheatertage am Deutschen Theater: Dass zehn von insgesamt 15 deutschsprachigen Inszenierungen Stücken von Frauen gegolten hätten, habe das DT zu der "interessanten Feststellung veranlasst", dass die Frauen "langsam aber sicher die führende Rolle in der Gegenwartsdramatik" übernähmen. Pilz: " Das begrüßen wir, denn viel zu lange wurde das Publikum mit Stücken bräsiger und überschätzter Männer gequält."

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