Das Leid der Volksbühnen-Gewerke

19. Februar 2018. Petra Ahne hat sich für die Berliner Zeitung (18.2.2018) hinter den Kulissen der Berliner Volksbühne des Neu-Intendanten Chris Dercon umgeschaut. Es ist ein Szenario der Unterbeschäftigung und Ratlosigkeit, das sie zeichnet. Um die zweihundert Mitarbeiter der Gewerke bangen um ihren Job, weil ihre Arbeitskraft für das Programm der Dercon-Volksbühne, für das viele Produktionen von außerhalb eingekauft wurden, nicht benötigt wird.

Keine Carte Blanche im Namen der Kunst

16. Februar 2018. Der Thea­ter­be­trieb diskutiert über pa­tri­ar­cha­le Macht­struk­tu­ren, neue Mit­be­stim­mungs­mo­del­le und se­xu­el­len Miss­brauch. Wie sich das verhindern lassen könnte, darüber spricht Simon Strauß in der FAZ mit Andreas Beck, dem Baseler und designierten Münchner Intendanten.

Außersprachliche Wirkung

15. Februar 2018. In der Frankfurter Allgemeinen Zeitung schreibt der Regisseur Alexander Eisenach, dass in Romanadaptionen eine emanzipatorische Kraft fürs Theater läge.

Bunter wird es werden

13. Februar 2018. "Wo stoßen Frauen am Theater auf Benachteiligung?", fragt Dorothee Krings vom General-Anzeiger (9.2.2018) die Bonner Schauspieldirektorin Nicola Bramkamp. Leider immer noch in vielen Bereichen, so Bramkamp: bei der Bezahlung, bei Führungspositionen, bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie, der Besetzung von Jurys oder Regieposten. Über diese strukturellen Probleme "müssen wir dringend sprechen".

Beißt der Katze in den Schwanz

9. Februar 2018. Unterfinanzierung, Bürokratie, enge Förderzeiträume: Die vom derzeitigen Fördersystem verursachten Erschwernisse für die Arbeit freier Theatermacher*innen benennt Charlotte Wilde vom Leipziger Figurentheater-Duo Wilde & Vogel in der Berliner Zeitung.

Links liegen gelassen

9. Februar 2018. Die Schauspielerin Co­rin­na Kirch­hoff, die zu den Unterzeichnern des of­fe­nen Briefs gehört, der den Machtmissbrauch am Burgtheater Wien anprangert, fragt in der FAZ: "Jun­ge Frau wird ge- und miss­braucht, äl­te­re Frau wird ab­ge­schafft. Warum bloß gibt es zum Missbrauch kei­ne Al­ter­na­ti­ve als Miss­ach­tung?" 

Scham-Ausgleich

8. Februar 2018. In der Zeit schreibt Peter Kümmel anlässlich des Offenen Briefes von 60 Burgtheater-Mitarbeiter*innen: "Wo­mög­lich wird das Thea­ter ge­ra­de des­halb so spät vom #Me­Too-Sturm er­fasst, weil es sich in den be­klag­ten Ver­hält­nis­sen schon lan­ge, mit ei­ner ge­wis­sen Hoff­nungs­lo­sig­keit, ein­ge­rich­tet hat." Besonders wundert sich Kümmel über den Zeitpunkt des Offenen Briefes (vier Jahre zu spät) und stellt darüber Mutmaßungen an. Vielleicht, dass in Wien der Eindruck entstanden sei, dass man der Entlassung Matthias Hart­manns aus ei­nem fal­schen Grund rasch ei­nen rich­ti­gen Grund nach­lie­fern müsste. Vielleicht aber auch, dass man dem zukünftigen Burgdirektor Mar­tin Kušej, dem "ein Ruf wie Donnerhall" voraneile und den viele im Ensemble eher bang erwarteten (man denke an Shen­ja La­chers Kündigung am Münchner Residenztheater), warnen wolle: "als sol­le er es gar nicht erst wa­gen, sich wie ein Dik­ta­tor zu be­neh­men".