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Refugee Club Impulse nimmt Stellung zu Antisemitismus-Vorwürfen

Israelfeindliche Aktivität?

20. April 2016. Der Refugee Club Impulse (RCI) ist von der Nominierungsliste des bundesdeutschen Sonderpreises für kulturelle Projekte mit Flüchtlingen gestrichen worden. Laut Berliner Zeitung hat die Staatsministerin für Kultur und Medien, Monika Grütters (CDU), die Nominierung, die ihr durch eine Jury empfohlen worden war, zurückgenommen. Die Nominierungsprämie von 2.500 Euro sei noch nicht ausgezahlt worden. Der Preis, für den insgesamt zehn Projekte zur Auswahl stehen, ist mit 10.000 Euro dotiert.

Kölner Theaterprojekt für Medienpreis in Kanada nominiert

Von Marketing und New Media Festivals umarmt

21. April 2016. Das cross-mediale Theaterprojekt "Supernerds" von Angela Richter, produziert mit dem Schauspiel Köln und dem WDR, konkurriert erneut um einen New Media Preis in Amerika. Nachdem das Projekt jüngst in der Kategorie "Privacy & Security" beim 19. SXSW-Innovation Awards in Austin/Texas antrat, läuft es im kanadischen Banff im Wettbewerb um einen der beim Banff World Media Festival vergebenen "Rocky Awards" in der Kategorie "Interactive Content".

Petition gegen Sparvorgabe am Theater Hagen

Der Leuchtturm soll leuchten

20. April 2016. Für das Theater Hagen wurde eine Petition gegen die geplante Sparvorgabe der Stadt gestartet. Sollten die Kürzungen "von 1,5 Millionen zzgl. des 1 Prozentes der Tariferhöhungen umgesetzt werden müssen, wird das Theater Hagen ab 2018 in dieser über die Region anerkannten Form nicht weiter existieren können", heißt es im Petitionstext des Autors und Kabarettisten Christoph Rösner, der die Petition initiiert hat. Es drohe der Verlust des "einzig verbliebenen, nennenswerten Hagener Leuchtturms".

Keine sofortige Entlassung von Sewan Latchinian in Rostock

Wie wird man den Intendanten ohne Abfindung los?

20. April 2016. Der Hauptausschuss der Rostocker Bürgerschaft hat gestern Abend den Antrag auf sofortige Entlassung des künstlerischen Leiters des Volkstheaters Sewan Latchinian abgewiesen. Das berichten Ostseezeitung und Norddeutsche Neueste Nachrichten (NNN). Zugleich sei die Stadtverwaltung beauftragt worden, die Rechtslage für eine Entlassung noch einmal zu prüfen.

Rostock: Theater-Aufsichtsrat lehnt Hybridmodell-Überarbeitung ab

Langsamer? Geht nicht!

Rostock, 19. April 2016. Der Aufsichtsrat des Volksttheaters Rostock und Intendant Sewan Latchinian haben sich nicht auf ein gemeinsames Vorgehen einigen können. Wie die Ostseezeitung berichtet, habe Latchinian sein vor einigen Tagen angekündigtes Konzept "Hybridmodell für das Volkstheater Rostock, 2. Fortsetzung" vorgelegt. Eine Mehrheit des Gremiums sehe in den Vorschlägen keine Alternative zu dem bisher vorliegenden Hybridmodell, demzufolge das Schauspiel bis auf einen Rumpf abgebaut und der  Schwerpunkt auf Orchester und Musiktheater liegen soll. Der Hauptausschuss der Bürgerschaft wird sich nun am Dienstagabend mit der Situation am Volkstheater befassen.

Pulitzerpreis für Lin-Manuel Miranda und sein Musical "Hamilton"

Einer für alles: Buch, Musik, Lyrics, Titelrolle

20. April 2016. Der New Yorker Schauspieler, Komponist, Rapper und Dramatiker Lin-Manuel Miranda ist für sein Musical "Hamilton" mit einem Pulitzer Preis als bestes Drama ausgezeichnet worden. Das geht aus einer Mitteilung der Pulitzer-Journalistenschule der Universität of Columbia hervor, die diesen mit je 10.000 Dollar dotierten Journalisten- und Medien jährlich in diversen Kategorien vergibt. Hamilton hat das Leben des amerikanischen Gründervaters Alexander Hamilton zum Gegenstand. Die amerikanischen Gründerväter und -mütter werden im Wesentlichen von Actors of Color gespielt.

Theaterwissenschaft in Leipzig: Zukunft gesichert

Die Zukunft ist transdiziplinär und transkulturell

18. April 2016. Die Zukunft des Insituts für Theaterwissenschaft an der Universität Leipzig ist gesichert. Das geht aus einer Pressemitteilung des Leipziger Instituts hervor, dessen Existenz seit Anfang 2014 durch massive Stellenstreichungen bedroht war. Diese Pläne stießen auf viel Widerspruch.

Rechte Störaktion bei "Schutzbefohlenen"-Aufführung an Uni Wien

Schutzbefohlene spielen "Schutzbefohlene"

Wien, 15. April 2016. Am Donnerstagabend kam es während einer Aufführung von Elfriede Jelineks Geflüchteten-Stück "Die Schutzbefohlenen" im Audimax der Uni Wien zu einer Störaktion. Die Darsteller*innen der Inszenierung von Tina Leisch waren Schutzsuchende aus Syrien, Afghanistan und dem Irak. Bei der gut siebenminütigen Störaktion hätten 20 bis 30 Männer die Bühne gestürmt und dort eine Fahne der rechtsextremen "Identitären Bewegung" sowie ein Transparent mit der Aufschrift "Heuchler! Unser Widerstand gegen eure Dekadenz" entrollt. Das melden u.a. die Wiener Zeitungen Standard und Presse. Nach Angaben der Polizei wurden dabei auch Flugblätter mit der Überschrift "Multikulti tötet" ins Publikum geworfen sowie mit Kunstblut gespritzt. Die Studentenvertretung ÖH Uni Wien, die zu der im Anschluss fortgesetzten Theateraufführung geladen hatte, spricht in ihrer Presseaussendung bzw. einem Facebook-Post von 50 Männern und von der Anwesenheit des Wiener Identitären-Obmanns Martin Sellner. Unter den Performenden haben sich laut ÖH Uni Wien auch Kinder befunden.

Teilen des Publikums im voll besetzten Audimax (ca. 700 Plätze) sei es schließlich nach einem Handgemenge gelungen, die rechtsextremen Störer hinauszudrängen, so der Standard. Bevor die Vorstellung fortgesetzt wurde, zerschnitt man als symbolische Geste die von den Identitären mitgebrachte Flagge, schreibt die Presse. Die Polizei, die erst nach dem Ende der Aktion im Audimax eintraf, sucht nun nach den Tätern, erste Verdächtige seien identifiziert. Es werde Anzeige wegen Körperverletzung in acht Fällen erstattet. Die Identitäre Bewegung Österreich postete das Flugblatt auch auf Twitter und verlautbarte dort, die Aktion habe sich "gegen die Heuchler im Publikum nicht gegen ihre 'Schutzbefohlenen'" gerichtet.

Am Freitag Vormittag reagierten der Wiener Bürgermeister Michael Häupl (SPÖ) und Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou (Gründe), indem sie das Ensemble der "Schutzbefohlenen" zu einer Aufführung im Wiener Rathaus einluden. "Der Wiener Weg ist ein Weg der Gemeinsamkeit und der Integration. Wir werden uns als Stadt nicht auseinanderdividieren lassen – schon gar nicht durch solche Aktionen", so Häupl laut Pressemitteilung.

Die von dem Künstler*innen-Kollektiv "Die schweigende Mehrheit sagt JA" angestoßene Inszenierung wird, so die Presse, seit September an verschiedenen Orten aufgeführt und wurde bei der Nestroy-Preisverleihung 2015 mit einem Spezialpreis geehrt.

(Der Standard / Die Presse / ots.at / Österreichische Hochschüler_innenschaft Uni Wien / ape)

 

Mehr zum Thema: Regisseurin Tina Leisch hat der Süddeutschen Zeitung erzählt, wie sie den Abend erlebte. "Eine Frau aus Syrien sagte, sie hätte die ganze Zeit nur Angst gehabt, dass die Männer jetzt gleich Waffen ziehen und um sich schießen." Hier der Link zum Interview.

 

Die Gruppe Fux gewinnt den Ponto Performance Preis 2016

Mit Pontos Segen

14. April 2016. Die Jürgen Ponto-Stiftung meldet ihren ersten Preisträger des "Ponto Performance Preises": Die Gruppe FUX erhält den mit 25.000 Euro dotierten Preis für ihre "konsistente ästhetische Praxis entwickelt, die sich als ebenso lustvolle, wie raffinierte Strategie der freundlichen Übernahme beschreiben lässt."

Der Theaterregisseur Tomaž Pandur ist tot

Enfant terrible

Skopje/Wien, 13. April 2016. Der slowenische Theaterregisseur Tomaž Pandur ist tot. Wie u.a. Die Presse berichtet, starb er am Dienstag überraschend während einer Probe im mazedonischen Nationaltheater in Skopje an einem Herzinfarkt. Pandur wurde 53 Jahre alt.

Publikumspreis der Berliner Theatergemeinde an Deutsches Theater

Berliner "Aufführung des Jahres" halb aus Stuttgart

13. April 2016. Die Mitglieder der Theater-Gemeinde Berlin haben die Ingmar-Bergman-Adaption Herbstsonate von Jan Bosse mit den Schauspieler*innen Corinna Harfouch, Fritzi Haberlandt, Natalia Belitski, Andreas Leupold und Rasmus Armbruster/David Vetter, eine Koproduktion des Deutschen Theaters Berlin mit dem Staatsschauspiel Stuttgart, zur "Aufführung des Jahres" der Spielzeit 2014/15 gewählt. Das teilt das Deutsche Theater Berlin (DT) in einer Presseaussendung mit.

Theatertreffen-Fotografin Erika Rabau ist tot

Der Puck von Berlin

13. April 2016. Erika Rabau, offizielle Festivalfotografin der Berlinale, ist tot. Wie die Berlinale mitteilt, starb sie am 10. April in Berlin. Als offizielle Festivalfotografin begleitete sie die Berlinale seit 1972. Etwa ebenso lang dürfte ihr Engagement für das Berliner Theatertreffen gewesen sein. Wie alt die gebürtige Danzigerin wurde, ist nicht bekannt.

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