Elektra - Was ist das für 1 Morgen – Jacob Suske und Ann Cotten geleiten am Schauspielhaus Wien mit einer elektronische Kammeroper ins neue Jahr

Frühstück mit Muttermord

von Martin Pesl

Wien, 31. Dezember 2017. Am Schauspielhaus Wien umfasst die Dramaturgie auch Fachkräfte aus Bereichen wie Kostüm und Musik. Wie ein freies Kollektiv, wo alle alles entscheiden, schafft die Theaterfamilie von Tomas Schweigen seit 2015 verspielte Ereignisse, die manchmal glücken und immer besonders sind. Die diesjährige Silvesterpremiere verantwortet Jacob Suske, der Komponist unter den Dramaturgen. Sein in Luzern entwickeltes Format der "elektronischen Kammeroper" legt er in Koautorschaft mit der Lyrikerin Ann Cotten auf eine Elektro-"Elektra" um und führt selbst Regie. "Pathos ist ein legitimes Mittel", steht im Ankündigungstext des Theaters, doch dieses Mittel nutzt Suske nie. Im Gegenteil regiert zwei Stunden lang, wie der flye Untertitel "Was ist das für 1 Morgen?" ahnen lässt, überspitzte ironische Distanz.

Muttersprache Mameloschn - Sara Ostertag versieht Sasha Marianna Salzmanns Stück am Kosmos Theater Wien mit Musik und Tanz

Ich frag doch nur

von Andrea Heinz

Wien, 5. Dezember 2017. Die Rollen fallen vom Himmel in Sara Ostertags Inszenierung von "Muttersprache Mameloschn" – oder zumindest vom Schnürboden des Wiener Kosmos Theater. Ein Packen Papiere, auf denen etwa geschrieben steht: "Die Tochter". Oder: "Die Tochter der Tochter". Oder auch: "Das Kind des Kindes". Sasha Marianna Salzmanns Stück, 2013 mit dem Mülheimer Publikumspreis ausgezeichnet, erzählt von drei Frauen, und es erzählt vor allem davon, wie schwierig, wie kompliziert, wie schön es ist, eine Mutter zu haben, Mutter zu sein: Da ist die Großmutter Lin, KZ-Überlebende und überzeugte Kommunistin, die in die DDR ging, um dort einen sozialistischen Staat aufzubauen. Clara, ihre Tochter, die mit dem Kommunismus, dem Judentum, mit ihrer Mutter hadert. Rahel, die Tochter der Tochter, die nach New York gehen möchte und sich eher mit ihrer ganz privaten, nämlich ihrer sexuellen Identität beschäftigt als mit Ideologie oder Religion. Außerdem gibt es Davie, Rahels Zwillingsbruder, den die Familie an einen Kibbuz verloren hat. Und dann wären da noch: Wut, Schuld, Verletzungen und Vorwürfe, zu viel Reden, wo Schweigen angebracht wäre, und Schweigen, wo ein Wort helfen würde, außerdem eine ganze Menge Liebe und (Über-)Fürsorge – was es in Familien eben so gibt.

Henrik Ibsen
Regie: Jette Steckel
Wien - 18. November 2017
nach George Orwell
Regie: Hermann Schmidt-Rahmer
Wien - 17. November 2017
Thomas Köck
Regie: Thomas Köck & Elsa-Sophie Jach
Wien - 09. November 2017
Wien - 26. Oktober 2017
Alexander Ostrowski
Regie: Alvis Hermanis
Wien - 21. Oktober 2017
Bernhard Ensemble
Regie: Ernst Kurt Weigel
Wien - 05. Oktober 2017
Johann Nestroy
Regie: Felix Hafner
Wien - 23. September 2017
William Shakespeare
Regie: Leander Haußmann
Wien - 10. September 2017
Thomas Köck
Regie: Robert Borgmann
Wien - 09. September 2017
Euripides | Soeren Voima | Stefano Massini
Regie: Anna Badora
Wien - 08. September 2017
Christine Gaigg
Regie: Christine Gaigg
Wien - 03. August 2017
Ivo Dimchev
Regie: Ivo Dimchev
Wien - 25. Juli 2017
Jan Fabre
Regie: Jan Fabre
Wien - 19. Juli 2017
Die schweigende Mehrheit
Regie: Die schweigende Mehrheit
Wien - 09. Juni 2017
Bernhard Lang nach Wagner
Regie: Simone Young / Jonathan Meese
Wien - 04. Juni 2017
La Fleur
Regie: Monika Gintersdorfer, Frank Edmond Yao
Wien - 01. Juni 2017
Jan Peter Gerrits nach Luchino Visconti
Regie: Ivo van Hove
Wien - 31. Mai 2017
Robert Misik & Milo Rau
Regie: Robert Misik
Wien - 29. Mai 2017
Aischylos
Regie: Michael Thalheimer
Wien - 20. Mai 2017
Saint Genet
Regie: Derrick Ryan Claude Mitchell
Wien - 16. Mai 2017
Tianzhuo Chen
Regie: Tianzhuo Chen
Wien - 13. Mai 2017
Bara Kolenc & Atej Tutta
Regie: Bara Kolenc & Atej Tutta
Wien - 11. Mai 2017
nach Pier Paolo Pasolini
Regie: Ingrid Lang
Wien - 09. Mai 2017
René Pollesch
Regie: René Pollesch
Wien - 29. April 2017
Ivna Žic
Regie: Tomas Schweigen
Wien - 20. April 2017
Stefanie Sargnagel
Regie: Christina Tscharyiski
Wien - 19. April 2017
Johann Nestroy
Regie: Georg Schmiedleitner
Wien - 13. April 2017
Gotthold Ephraim Lessing
Regie: Nikolaus Habjan
Wien - 07. April 2017
nach Ödön von Horváth
Regie: Harald Posch
Wien - 06. April 2017
Aischylos
Regie: Antú Romero Nunes
Wien - 18. März 2017
Ödön von Horváth
Regie: Philipp Preuss
Wien - 17. März 2017
Felix Mitterer
Regie: Stephanie Mohr
Wien - 16. März 2017
nach Thomas Melle
Regie: Jan Bosse
Wien - 11. März 2017

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