Hotel Strindberg - Simon Stones Wiener Strindberg-Aneignung ist ein Zauberwerk der Logistik, in dem es knirscht
Virtuosen des Voyeurismus
Heimwärts - Am Volkstheater Wien bringt Pınar Karabulut Ibrahim Amirs neuestes Stück zur Österreichischen Erstaufführung
Heimat ist immer woanders
von Veronika Krenn
Wien, 5. Januar 2018. Mit "Habe die Ehre", einer erfrischend unkorrekten Komödie über Ehrenmorde, erregte der syrisch-kurdische Arzt und Autor Ibrahim Amir in Wien erstmals Aufsehen. Für einen kleinen Skandal sorgte später, dass die Uraufführung seiner dystopische Komödie "Homohalal" am Wiener Volkstheater kurzfristig abgesagt wurde. Zum Höhepunkt der sogenannten Flüchtlingskrise sei eine Dystopie kein geeignetes Mittel zur Auseinandersetzung mit dem Thema, ließ das Theater in einer Presseaussendung wissen. "Heimwärts" (hier die Nachtkritik von der Kölner Uraufführung) ist neben einem Auftragswerk das erste der beiden Stücke Amirs, die das Volkstheater stattdessen zeigt. Politisch nur halb so brisant charakterisiert es Heimat in einem bunten Roadmovie voller prekärer Identitäten als Phantasma, das sich verflüchtigt, sobald man sich ihm nähert.
Elektra - Was ist das für 1 Morgen – Jacob Suske und Ann Cotten geleiten am Schauspielhaus Wien mit einer elektronische Kammeroper ins neue Jahr
Frühstück mit Muttermord
von Martin Pesl
Wien, 31. Dezember 2017. Am Schauspielhaus Wien umfasst die Dramaturgie auch Fachkräfte aus Bereichen wie Kostüm und Musik. Wie ein freies Kollektiv, wo alle alles entscheiden, schafft die Theaterfamilie von Tomas Schweigen seit 2015 verspielte Ereignisse, die manchmal glücken und immer besonders sind. Die diesjährige Silvesterpremiere verantwortet Jacob Suske, der Komponist unter den Dramaturgen. Sein in Luzern entwickeltes Format der "elektronischen Kammeroper" legt er in Koautorschaft mit der Lyrikerin Ann Cotten auf eine Elektro-"Elektra" um und führt selbst Regie. "Pathos ist ein legitimes Mittel", steht im Ankündigungstext des Theaters, doch dieses Mittel nutzt Suske nie. Im Gegenteil regiert zwei Stunden lang, wie der flye Untertitel "Was ist das für 1 Morgen?" ahnen lässt, überspitzte ironische Distanz.
Vor Sonnenaufgang - Ewald Palmetshofers Modernisierung des Milieudramas von Gerhart Hauptmann bei der österreichischen Erstaufführung am Akademietheater Wien
Der Mensch als Provisorium
von Theresa Luise Gindlstrasser
Wien, 20. Dezember 2017. Tageslichtprojektoren, ein Holzkubus, eine hölzerne Freitreppe, ein Kleiderständer. Stefanie Dvorak zieht sich einen Babybauch und also die Rolle der Martha an. Markus Meyer bleibt als deren Ehemann Thomas Hoffmann den Abend über im Morgenmantel und kramt anfangs im Bühnen-Hinten nach Bier. Ihm antwortet Helene, das ist Marie-Luise Stockinger als jüngere Schwester Marthas, vom Bühnenrand vorne aus. Unstet lenken neue Auftritte die Aufmerksamkeit im Raum umher. Da steht eine Toilette, Michael Abendroth sitzt darauf, als Vater Egon Krause; er lobt die Pünktlichkeit seines "Morgenschisses". Naturalismus auf New Shit: Es ist die Österreichische Erstaufführung von Ewald Palmetshofers "Vor Sonnenaufgang" (das jüngst in Basel herauskam). Nach Gerhart Hauptmann. Im Akademietheater. Mit Bühne und Regie von Dušan David Pařízek.
Regie: Thomas Köck & Elsa-Sophie Jach
Regie: Anna Badora
Regie: Simone Young / Jonathan Meese
Regie: Monika Gintersdorfer, Frank Edmond Yao
Regie: Derrick Ryan Claude Mitchell
Regie: Bara Kolenc & Atej Tutta
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