Die Poesie der Aktenstapel

4. August 2021. In der neuen Folge unserer Reihe "Neue Dramatik in zwölf Positionen" ist Felicia Zeller zu Gast. Zeller beleuchtet in ihren Dramen wie zuletzt "Der Fiskus" regelmäßig die Zerreißproben der Berufswelt, das Auseinanderklaffen von Selbstanspruch und äußeren Erfordernissen: Überall beschleunigt sich der Takt der Arbeitswelt, die To-Do-Listen türmen sich auf, niemand kommt mit dem Tempo mit, nicht einmal die Sprache. Wie aus dem Sound der Aktenstapel eine ganz eigene Poesie geborgen wird, bespricht Felicia Zeller mit nachtkritik.de-Redakteur Christian Rakow. Im Fokus stehen dabei Zellers Stücke "Kaspar Häuser Meer", "X-Freunde" und "Der Fiskus" sowie ihre Tätigkeit im 2020 gegründeten Verband der Theaterautor*innen (VTheA).

"Wo die Angst ist, da geht's lang!"

Barbara Frey im Gespräch

Bochum, 3. August 2021. Sie habe kürzlich, erzählt Barbara Frey, in einem Hotelfoyer nahe eines Essener Zechengeländes eine Frauenskulptur gesehen, die "Schwarze Barbara". Die Heilige Barbara, Schutzpatronin der Bergleute, ist auch Nothelferin des Menschen bei der Gefahr plötzlichen Todes. Und schon sind wir, hier im Bochumer Haus der Kultur Ruhr am Gerard-Mortier-Platz als dem Logistik-Zentrum der Ruhrtriennale und ihrer Intendanz, mitten im Thema. Am 14. August beginnt Freys erste Saison ihrer auf drei Jahre angelegten Intendanz des NRW-Festivals mit ihrer Inszenierung von Edgar Allan Poes "Der Untergang des Hauses Usher". Das Gespräch führt Andreas Wilink.

Jedermann kennt kein Morgen

von Reinhard Kriechbaum

18. Juli 2021. Die Stimme der Festspielpräsidentin Helga Rabl-Stadler ist heuer vom Tonband zu vernehmen. Sie verweist auf das Sicherheitskonzept der Salzburger Festspiele. Und sie betont mit klaren Worten, dass es zu alledem auch die tätige Mithilfe des Publikums braucht. Sprich: Bitte Maske aufsetzen!

Die Wunde aufstechen, bis sie blubbert

Interview mit Claudia Bauer, Lucia Bihler, Pınar Karabulut, Theresa Thomasberger und Josephine Witt

15. Juli 2021. Im März trat Klaus Dörr als Intendant der Berliner Volksbühne zurück, nachdem mehrere Mitarbeiterinnen Belästigungsvowürfe gegen ihn erhoben hatten. Bald machte das Wort Femwashing die Runde. Der Begriff, bislang vor allem aus der Wirtschaft bekannt, bezeichnet die Strategie, ein pro-feministisches Image zu etablieren, während sich an den Strukturen im Hintergrund wenig ändert. Auch Dörr hatte sich um ein fortschrittliches Außenbild des Hauses bemüht und dezidiert Frauen für die Regie engagiert. Alles nur Fassade? Wie bewerten die Volksbühnen-Regisseurinnen den Skandal? Hat er ihr Selbstverständnis verändert? Simone Kaempf und Jorinde Minna Markert haben mit fünf von ihnen gesprochen.