Triple-F für Most Female

von Stephanie Drees

8. März 2021. Im europäischen Theater sind Männer stärker repräsentiert als Frauen und nehmen öfter hochrangige Positionen ein. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie zu Geschlechterverhältnissen an europäischen Bühnen, die von der European Theatre Convention (ETC), einem Zusammenschluss von 44 europäischen Bühnen,  in Auftrag gegeben wurde, "um in allen Unterhaltungssektoren vorherrschende, geschlechtsspezifische Ungleichheiten und mangelnde Vielfalt aufzudecken und Veränderungen voranzutreiben". Bei "prestigeträchtigen Positionen" im Bereich der Dramatik, Regie und Technik dominierten die Männer, Frauen seien "an der Spitze der Hierarchie weniger präsent" und häufiger prekär beschäftigt. Für nachtkritik.de hat Stephanie Drees mit der Geschäftsführerin der ETC Heidi Wiley gesprochen.

Den Mainstream entern

Raúl Krauthausen im Interview mit Esther Slevogt

5. März 2021. Das Videoportal TikTok hat in Deutschland ein Kulturförderprogramm aufgelegt. Insgesamt 5 Millionen Euro sollen Kulturinstitutionen "beim Einstieg in die digitale Kommunikation und dem Erreichen neuer Zielgruppen" unterstützen, wie es in der Ausschreibung heißt. Zur Förderung eingereicht werden können "Projekte, die sich mit dem Thema Diversität künstlerisch auseinandersetzen und kulturelle Teilhabe ermöglichen". Geförderte Institutionen werden verpflichtet, ihre Aktivitäten mit mindestens acht Videos pro Monat auf TikTok zu begleiten. Taugt Tiktok als kultureller Vermittlungskanal? Wir haben via Zoom kurz bei Raúl Krauthausen nachgefragt, der zur Jury gehört. Der studierte Kommunikationswirt ist Inklusions-Aktivist (u.a. Gründer der Sozialhelden) und Medienmacher. In dieser Eigenschaft hat er die Internetseite Leidmedien.de gegründet, einen Online-Ratgeber für Sprache und Behinderung. Krauthausen bloggt und bespielt mit großem Erfolg (und enormen Follower:innenzahlen) verschiedene soziale Medien wie Twitter und Instagram. Und Tiktok natürlich.

"Ich sehe so viele weiche Intendanten rumeiern"

Sebastian Hartmann im Interview mit Christian Rakow

4. März 2021. Mit seiner Adaption von Thomas Manns "Zauberberg" hat Regisseur Sebastian Hartmann einen der Streaming-Hits der Corona-Saison gelandet. Knapp 10.000 Aufrufe erzielte die Online-Premiere nach Angaben des Deutschen Theaters Berlin, die Produktion ist zum Berliner Theatertreffen 2021 eingeladen. Mit zwei beweglichen und vier statischen Kameras sowie der Live-Bildregie von Jan Speckenbach wurde die Inszenierung, die ursprünglich für eine analoge Premiere im November 2020 erarbeitet war, internetfähig gemacht.

Die Normalität des gemeinschaftlichen Arbeitens

von Sibylle Berg

3. März 2021.

Ausgerechnet Regieanweisungen …

… war mein erster Gedanke, als ich begann, Herrn Wolfs Text zu lesen.

Als hätten wir gerade keine anderen Sorgen, wir, die Theaterschaffenden ohne Theater. Wir, die AutorInnen, die nichts mehr schreiben, weil keiner weiß, wann wieder etwas aufgeführt werden kann.