Vorbild Mozart

11. Dezember 2023. Seit Frühjahr ist Joe Chialo (CDU) Kultursenator von Berlin. In haushalterisch angespannter Lage. Wie blickt er auf die Theaterszene der Hauptstadt? Welche Veränderungen stehen an? Und warum bedeuten knappe Kassen nicht notwendig mangelnde Exzellenz?

Joe Chialo im Interview mit Christine Wahl

Joe Chialo (CDU) ist seit dem 27. April 2023 Berliner Senator für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt © Chris Heidrich

11. Dezember 2023. Das Gespräch fand in der Senatsverwaltung für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt in Berlin-Mitte statt.

nachtkritik.de: Herr Chialo, bevor Sie im April 2023 Berlins Kultursenator wurden, haben Sie als Musikmanager gearbeitet, deshalb ist in der Öffentlichkeit bereits ziemlich viel über Ihren Musikgeschmack bekannt. Als Theater-Medium interessiert uns aber natürlich besonders, was Ihr letzter anregender Theaterabend war.

Joe Chialo: Da gibt es einige, vom Deutschen Theater über das Berliner Ensemble bis zum Renaissance-Theater und dem Theater Strahl am Ostkreuz. Besonders gut erinnere ich mich aber tatsächlich an meinen allerersten Theaterbesuch als Kultursenator, "Das Vermächtnis" beim Theatertreffen, weil er gleich der herausforderndste war: Er dauerte sieben Stunden, und ich kann mir gut vorstellen, dass es dem einen oder anderen der zahlreich anwesenden Presseleute vor allem darum ging zu beobachten, wann der Musikmanager wohl einschläft (lacht).

Und ist der Musikmanager eingeschlafen?

Nein, es war ein toller, spannender Abend. Großartig fand ich übrigens auch "The Visitors" von Constanza Macras mit südafrikanischen Künstlern an der Volksbühne, die neue Show im Friedrichstadtpalast – oder auch Sibel Kekilis szenische Lesung von Michel Friedmans autobiografischem Buch "Fremd" am BE …

… Entschuldigen Sie, wenn ich hier mal einhake. Wir registrieren: Sie haben ein strafferes Abendprogramm als manche Theaterkritikerin.

Wenn man wie ich als Kultursenator mitten in der Legislaturperiode anfängt und quasi direkt in die Verhandlungen für den nächsten Haushalt einsteigt, sollte man die Institutionen sehr schnell kennenlernen. Als Senator hat man das Glück, in der Regel etwas früher empfangen zu werden und hinter den Kulissen Gespräche führen zu können, in denen die Künstler Probleme, aber vor allem auch Wünsche und Erwartungen an einen herantragen. Daraus ergibt sich dann ein ziemlich genaues Bild: Wie unterschiedlich – und wie unterscheidbar – sind die einzelnen Häuser? Woher kommt die spezifische künstlerische Kraft, worin besteht das Herz des jeweiligen Theaters? Gibt es dort eine Energie, die zukunftsgerichtet ist, oder wird das eher verwaltet? Das sind für mich zentrale Fragen.

In Ihrer Autobiografie "Der Kampf geht weiter. Mein Leben zwischen zwei Welten" beschreiben Sie mit viel Witz und Ironie eine Art musikalisches Initiationserlebnis: Sie haben, zusammen mit einem Ihrer fünf Brüder, vom neunten Lebensjahr an ein katholisches Internat besucht, in einem Kloster in Rüdesheim. Weil Ihre Eltern, tansanische Diplomaten, zu dieser Zeit in Schweden lebten, verbrachten Sie – anders als die anderen Kinder – auch die Wochenenden im Kloster. Es klingt wie eine Inszenierung von Christoph Marthaler, wenn Sie beschreiben, wie jeden Samstagabend einer der Ordensbrüder auf quietschenden Rollen einen betagten Röhrenfernseher in den Speisesaal schob und Sie sich anschließend gemeinsam mit den Mönchen durch die bundesrepublikanische Fernsehunterhaltung schauten, von Schlagersendungen über Volksmusik-Shows bis zu "Wetten, dass". Gibt es ein vergleichbares Initiationserlebnis eigentlich auch für die darstellende Kunst?

Nein, das samstagabendliche Ritual war wirklich sehr speziell. Das lag auch daran, dass ich aus einem anderen Kulturkreis kam.

Sie sind zwar in Deutschland geboren, haben aber Ihre ersten Lebensjahre in Tansania verbracht.

Ich konnte kaum Deutsch, und wenn man eine Sprache nicht spricht, ist die Art und Weise, in der man so etwas aufsaugt wie ich damals diese Samstagabendshows, geradezu wie ein Schwamm. Man ordnet das nicht sofort ein, bewertet es nicht, sondern nimmt es erst einmal zur Kenntnis.

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In Tansania hatte ich Musik ganz anders konsumiert, da kam sie aus den Läden in den Straßen, es gab ja damals diese High-Five-Musikrichtungen. Das hatte etwas ganz Selbstverständliches, Uninszeniertes; das lief so nebenbei, eingebettet in andere Dinge, die im Leben stattfanden. Dass da im Internat mit diesem Hereinschieben des Röhrenfernsehers plötzlich ein ganz eigener Programmpunkt begann, auf den man sich dann zwei Stunden lang konzentrierte, bis er wieder zu Ende war – diese Art zu leben war mir komplett neu.

Die größte Vision, die Sie bisher in Ihrer Amtszeit als Kultursenator formuliert haben, hat allerdings nicht in erster Linie mit Musik zu tun, auch nicht mit Theater. Es handelt sich um die Zusammenlegung der beiden Standorte der Berliner Zentral- und Landesbibliothek im Quartier 207 der Galeries Lafayette in der Friedrichstraße. Die Zusammenführung als solche ist zwar strukturell notwendig und wurde schon 2015, also lange vor Ihrer Zeit als Kulturpolitiker, beschlossen, seither aber immer wieder auf Eis gelegt, weil das Geld fehlte. Wo wollen Sie es ausgerechnet jetzt hernehmen – zumal das Projekt jüngsten Zeitungsberichten zufolge auf der Kippe steht? Wie im Tagesspiegel zu lesen war, sperrten sich vor allem Teile der Berliner SPD dagegen, den Haushaltsentwurf um Gelder für die ZLB zu ergänzen.

Angesichts der Haushaltslage, in der wir uns befinden, stellt sich die Frage nach der Finanzierung ja bei jedem Großprojekt, das ins Visier genommen wird. Aber ist es nicht unsere Verpflichtung, uns zu überlegen, wie wir diese Stadt dennoch voranbringen können? Die Finanzierungsfrage hat sich nach dem Zweiten Weltkrieg auch gestellt, die stellt sich immer. Und im Übrigen ist mir auch nicht bekannt, dass in Zeiten der schwarzen Null die Bauprojekte in Deutschland etwa wie Pilze aus dem Boden geschossen wären! Ich bin fest davon überzeugt, dass es an einem selber liegt, Ideen zu entwickeln. Das ist ja genau das, was Deutschland immer ausgemacht hat: das Land der Ideen. Und ich habe eine große Motivation.

Welche ist das?

Dass diese Bibliothek ein gemeinschaftsbildendes Projekt für alle Berlinerinnen und Berliner ist, für die nächste Generation. Die Kids da draußen sollen das Gefühl haben: Hier gibt es einen Ort, an dem ich mir ein Buch ausleihen und Medien benutzen, an dem ich aber auch einfach nur sein kann. Und zwar in einer prominenten Straße im Zentrum der Stadt, die für alle gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen ist – und die gerade anfängt zu veröden!

Vermaechtnis5 805 Sandra Then uLief in Berlin beim Theatertreffen und hat den frisch gebackenen Kultursenator dort nicht ermüdet: "Das Vermächtnis" von Matthew Lopez, inszeniert von Philipp Stölzl am Münchner Residenztheater © Sandra Then

Was mich ebenfalls motiviert, ist die große Begeisterung für diese Idee in der Stadtgesellschaft: Viele Künstler wollen sich engagieren, Ulrich Matthes kam beispielsweise zu mir und sagte: Was für eine coole Idee – wo kann ich unterschreiben? Ich komme aus der Selbstständigkeit. Ideen zu entwickeln, um das, was unmöglich erscheint, doch möglich zu machen, ist für mich ein sehr vertrautes Terrain.

Die Fähigkeit, das Unmögliche möglich zu machen, dürfte auch bei den Verhandlungen für den Berliner Doppelhaushalt 2024/25 nützlich sein, die Sie im Senat gerade führen. Bleibt es dabei, dass der Haushalt dieser Tage verabschiedet wird? Oder wirkt sich die Haushaltskrise des Bundes auch auf die Länderhaushalte und speziell Ihren Kulturetat aus?

Die Verabschiedung des Doppelhaushaltes liegt jetzt bei den Berliner Abgeordneten. Ich bin trotz allem sehr zuversichtlich. Von Beginn meiner Amtszeit an habe ich darauf hingewiesen, dass schwierige Jahre vor uns liegen. Wir haben für die Kultur gekämpft – und es sieht so aus, als habe sich das gelohnt.

Ursprünglich waren für den Berliner Doppelhaushalt 2024/25 Kürzungen befürchtet worden. Tatsächlich weist der Entwurf nun sogar minimale Zuwächse auf, um 13 Millionen Euro für 2024 bzw. 25 Millionen Euro für 2025.

Als wir mit den Verhandlungen anfingen, hat unser Finanzsenator aufgrund der prekären Finanzlage der Stadt die Summen, die mein Vorgänger Klaus Lederer zur Verfügung hatte, um die Hälfte gekürzt. Ich weiß nicht, inwiefern das von außen so gesehen wird, aber Fakt ist, dass es vor diesem Hintergrund tatsächlich ein unfassbarer Kampf war, diesen sogenannten Rekordhaushalt, wie er jetzt steht, hinzubekommen.

Trotzdem schlägt die Kulturszene Alarm: Die Steigerung des Kulturetats ist geringfügig. Andere Ressorts verzeichnen Zuwächse von 5 bis 37 Prozent, in der Kultur sind es nur 2,5. Der Rat für die Künste spricht deshalb von einem drohenden "kulturellen Kahlschlag". Die Steigerungen – so die Befürchtung – deckten lediglich in geringem Umfang gestiegene Mieten, Energie- und Infrastrukturkosten sowie Tarifanpassungen ab, künstlerisch werde es zu Einsparungen kommen. Was sagen Sie zu der Kritik?

Ich weiß nicht, ob ich das als Kritik bezeichnen würde. Dass die haushalterische Situation in Berlin schwierig ist, ist ja eine Realität. Wir haben in den letzten Jahren, während Corona, ein Stück weit eine Paradoxie erlebt: Die Künstler durften nicht auftreten, aber gleichzeitig stand der Kunstwelt aufgrund der aufgelegten Hilfsfonds mehr Geld zur Verfügung als je zuvor. So viel, dass sie es teilweise gar nicht ausgeben konnte. Insofern wird hier auf der einen Seite eine Warnung ausgesprochen und eine Katastrophe heraufbeschworen, die auf der anderen Seite gar nicht spürbar ist.

Die Kunstwelt selbst sieht das anders, vor allem die Freie Szene. Interessensvertretungen wie der Fonds Darstellende Künste argumentieren, dass die Gelder, die etwa aus dem Neustart-Programm der Bundesregierung in die Kultur geflossen sind, nach Jahrzehnten der Unterfinanzierung erstmals am tatsächlichen Bedarf orientiert gewesen seien und fordern idealerweise eine Verstetigung dieser Mittel, mindestens aber eine deutliche Erhöhung der Fördergelder gegenüber der Vor-Corona-Zeit.

In Deutschland wurde den Kulturinstitutionen während der Pandemie viel Geld auf Pump überwiesen, damit die Kultur wirklich stabil überleben kann: eine Rettungsaktion, die in dieser Form weltweit einmalig war.

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Insofern war es wirklich super, wie die damalige Kulturstaatsministerin Monika Grütters und mein Vorgänger Klaus Lederer für die Kultur gekämpft haben! Allerdings hatten sie auch deutlich mehr Mittel zur Verfügung. Ich bin heute schon froh, dass die Steuereinnahmen im nächsten Jahr nicht einbrechen – die Meldung kam erst kürzlich; alles andere wäre eine Katastrophe gewesen. So atmen wir ein bisschen auf und können vielleicht davon träumen, dass wir uns finanziell auf dem vorpandemischen Niveau einpegeln, statt einen Schritt zurückgehen zu müssen.

Was ja angesichts von Inflation und steigenden Miet- und Energiekosten mindestens mittelfristig de facto einen geringeren künstlerischen Etat bedeutet.

Ja, da ist man irgendwann tatsächlich in dem Bereich, in dem es auch Einzelne trifft, und das ist definitiv keine schöne Sache, auch für mich nicht. Dass Künstler und Institutionen in dieser Phase einen gewissen Druck ausüben, um die Parlamentarier auf die eigene Situation hinzuweisen, gehört dazu, und das ist auch richtig so. Ich hoffe selbst, dass das eine oder andere im parlamentarischen Verfahren noch aufgefangen werden kann. Wir müssen den Fakt, dass wenig Geld tatsächlich wenig Geld bedeutet, wirklich ernst nehmen. Allerdings möchte ich gleichzeitig auch betonen, dass sich Kultur nicht nur über die Finanzen definiert. Wenn wir davon ausgehen, dass Kunst und Exzellenz ausschließlich monetär getrieben sind, sitzen wir einem Denkfehler auf.

Sie wollen jetzt aber nicht den "Arm aber sexy"-Mythos reaktivieren, den Klaus Wowereit vor zwanzig Jahren geprägt hat?

Natürlich ist es meine Aufgabe, die Kultur in Berlin in ihrer ganzen Exzellenz und Breite zu unterstützen, so gut es geht, und dafür setze ich mich auch ein. Trotzdem bleibe ich dabei, dass Kunst nicht nur eine monetäre Geschichte ist. Die Exzellenz kommt ja zunächst einmal aus der Arbeit selbst. Denken Sie an Mozart, der arm gestorben ist, ohne zu wissen, dass er der Mozart geworden ist, als den wir ihn heute verehren.

Aber das kann ja nun nicht als ökonomisch erstrebenswertes Vorbild gelten!

Mir geht es um etwas anderes: Deutschland liegt bei der Kunst- und Kulturförderung weltweit an der Spitze, und aus diesem Bewusstsein heraus sollten wir uns vielleicht an der einen oder anderen Stelle auch mal ein wenig in Demut üben.

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Wir haben in unserem Koalitionsvertrag zum Beispiel festgehalten, dass wir die kulturellen Beziehungen zwischen Deutschland und Afrika stärken wollen. Glauben Sie, dass die Künstler in Afrika in irgendeiner Weise vom Staat gefördert werden? Und glauben Sie, dass sie klagen, keine Kunst hervorbringen zu können, weil es ihnen an Fördergeldern fehle? Ich finde, man muss sich auch mit anderen Lebensrealitäten auseinandersetzen, um festzustellen, dass das, was man hat, beileibe nicht so katastrophal ist, wie man meint. Neulich war zum Beispiel Nele Hertling bei mir.

Die Dramaturgin und ehemalige Theaterdirektorin – die Grande Dame der Freien Szene.

Eine ganz tolle, engagierte Frau, die unglaublich viel für den Tanz getan und auch in unserem Gespräch wieder großartige Ideen vorgelegt hat. Und natürlich bin ich genau wie sie der Meinung, dass der Tanz lokal besser verortet werden muss: Berlin braucht ein Tanzhaus, Punkt. Aber wenn Sie jetzt mal Ihr Handy nehmen und auf Tiktok schauen, sehen Sie junge Künstler in Afrika vor irgendwelchen Blechhütten tanzen – und das sind Clips, die viral gehen; daraus entstehen Hits. Oder nehmen Sie, um in Berlin zu bleiben, die Zeit nach dem Mauerfall: Man kam hierher, wusste nicht so richtig, was hier eigentlich los ist, jeder fing an, so ein bisschen vor sich hin zu wursteln, und plötzlich ist eine unglaubliche Energie entstanden.

Sie vermissen Innovationsgeist und registrieren gleichzeitig ein gewisses Anspruchsdenken – ist das Ihr Punkt?

Kürzlich sagte eine Intendantin zu mir: Ich bin jetzt nach einigen Jahren wieder zurück in Berlin und habe überall alte Bekannte getroffen, es fühlt sich an, als ob ich nie weg gewesen wäre. Da bin ich erschrocken, weil es zeigt, dass Berlin in der Altersstruktur immer betagter wird und das Neue, Junge, Wilde, was die Stadt in den 1990er Jahren geprägt hat, in der Form wirklich nicht mehr existiert. Es gibt ja auch so ein symbiotisches Verhältnis zwischen den Mitgliedern bestimmter Einrichtungen und Szenen und den Politikern. Wie man miteinander umgeht, um an Geld zu kommen – das ist fast schon ritualisiert.

Tatsächlich?

Ja, und das hat ein Stück weit vielleicht auch seine Berechtigung. In jedem Fall nehme ich es zur Kenntnis – und finde es umso spannender, auch dorthin zu schauen, wo wir alle seltener hinsehen.

Wo wäre das?

Nehmen Sie zum Beispiel die Volksbühne. Die wurde 1913 als Theater für Arbeiter gegründet – also als ein Haus, wo die Themen der Arbeiter vorkommen, in ihrer Sprache. Spätestens seit der Intendanz von Frank Castorf hat sich das zwar stark erweitert, aber so, wie Castorf in seinen Inszenierungen den Niedergang der DDR und die Nachwendezeit thematisiert hat, hatte das immer noch viel mit der Sicht eines Arbeiters zu tun: Es ging um einen gravierenden Systemwechsel, um kapitalistische Verhältnisse und Wohlstandsverluste. Jetzt haben wir 2023, und wenn man sich fragt, wo die Arbeiter sind, muss man sagen: ein nicht geringer Teil fühlt sich leider in der AfD beheimatet.

Statt in der Volksbühne, meinen Sie?

Wenn man sich das Programm anschaut, ist das, was dort gespielt wird, von der ursprünglichen Klientel nicht mehr eins zu eins zu verstehen, es hat einen universitär-linksintellektuellen Touch bekommen.

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Ich denke da auch an Christoph Schlingensief: Der hätte dieses Phänomen der AfD nicht einfach auf der Straße gelassen, sondern daraus eine skandalträchtige Kunstaktion gemacht, über die alle reden – und damit meine ich eben nicht nur die Kernklientel, sondern wirklich das ganze Land. Das ist keine Kritik am Volksbühnen-Intendanten René Pollesch, den ich sehr schätze, oder an anderen Theaterleuten. Aber ich finde, die Bühnen haben die Verantwortung zu fragen, was gesellschaftlich relevant ist und es in ihre Inszenierungen aufzunehmen, konkret vielleicht auch wachzurütteln in einer Zeit, in der die AfD in einigen Bundesländern bei über dreißig Prozent liegt. Gerade an einem Haus, das für die Arbeiter gebaut wurde, ist das für mich ein Imperativ.

Abgesehen davon, dass die Kunst prinzipiell auch jedes Recht auf gesellschaftspolitische Irrelevanz haben sollte, sehe ich eigentlich nicht, dass die Theater sich politischen Themen verweigern, eher im Gegenteil. Das Zentrum für politische Schönheit hat gerade eine kunstaktivistische Initiative zum Verbot der AfD gestartet, an der Schaubühne läuft mit Rückkehr nach Reims eine Inszenierung, die eins zu eins das von Ihnen angesprochene Thema behandelt. Und auch am Rosa-Luxemburg-Platz stehen Arbeiter-Figuren auf der Bühne, zum Beispiel in René Polleschs Inszenierung "Und jetzt?", die historische Bögen zum Arbeitertheater der DDR und zu deren "VEB Petrolchemischem Kombinat Schwedt" spannt.

Mir ging es tatsächlich konkret um die Volksbühne mit ihrer Arbeitertradition, nicht um das Theater allgemein. Vielleicht fallen gewisse Dinge Leuten, die von außen kommen, ja stärker auf als denen, die im weitesten Sinne zum Betrieb gehören. Ich habe meinen Punkt gegenüber Pollesch und den Kollegen an der Volksbühne übrigens auch thematisiert. Man muss zumindest darüber reden, seine eigene Rolle hinterfragen und überlegen, inwiefern man sie vielleicht auch mal neu definiert.

Die Volksbühne ist – zusammen mit dem Maxim Gorki Theater – das nächste Sprechtheater, an dem Sie eine personelle Entscheidung treffen müssen. Sowohl René Polleschs Vertrag am Rosa-Luxemburg-Platz als auch Shermin Langhoffs am Gorki laufen aktuell bis 2026. Werden Sie die Intendanzen verlängern?

Zurzeit bin ich mit dem Haushalt beschäftigt, allen anderen Themen widme ich mich zu gegebener Zeit. Insofern kann ich gegenwärtig dazu nichts sagen, werde mich aber im kommenden Jahr intensiver mit der Zukunft der beiden Bühnen auseinandersetzen.

Gegen Shermin Langhoff waren 2021, während der Amtszeit Ihres Vorgängers Klaus Lederer, Machtmissbrauchsvorwürfe publik geworden; es gab daraufhin eine Mediation. Recherchen des RBB aus dem Sommer zufolge soll sich die Situation am Haus nicht gebessert haben, auch darum, ob und in welcher Form die Mediationen stattgefunden haben, gab es Unstimmigkeiten und widersprüchliche Aussagen. Wie stellt sich denn aus Ihrer Sicht derzeit die Lage am Gorki dar, gerade auch vor dem Hintergrund einer potenziellen Vertragsverlängerung?

Hinsichtlich des Maxim Gorki Theaters gilt dasselbe wie für die Volksbühne: Darum kümmere ich mich nach den Haushaltsverhandlungen. Und was die Machtmissbrauchsvorwürfe betrifft: Die nehmen wir sehr ernst. Wenn ein Künstler oder eine Künstlerin unter Machtmissbrauch leidet, bin ich sofort bereit, mit aller Konsequenz entsprechende Schritte einzuleiten. Das ist meine Verpflichtung, und dafür haben wir im Haus auch die nötigen Strukturen geschaffen. Gerade weil Machtmissbrauchsvorwürfe aber so schwer wiegen, muss ich auch den Beschuldigten gegenüber fair bleiben.

Schlossparktheater DERDEMEL UrbschatUnterhaltungstheater sind für Joe Chialo ein wichtiger Baustein der Berliner Theaterlandschaft: wie das Schlossparktheater in Steglitz, das Dieter Hallervorden leitet © DERDEHMEL/Urbschat

Hinsichtlich der Recherchen des RBB, die Sie erwähnen, weise ich darauf hin, dass die Senatsverwaltung nur tätig werden kann, wenn entsprechende Vorwürfe direkt an uns herangetragen werden. Wenn Sie also etwas wissen, werden Sie bitte konkret!

An Sie ist demnach bisher niemand herangetreten?

Nein. Es gibt seit dem letzten Jahr eine neue Stelle bei uns, eine unabhängige Referentinnenstelle für Antidiskriminierung. Dorthin kann man sich jederzeit anonym wenden, das haben wir in einem dringlichen Appell auch dem RBB signalisiert. Bisher ist dort aber nichts eingegangen.

Aktuell sorgt in der Berliner Theaterszene eine andere Personalie für Wirbel: Für Außenstehende ziemlich überraschend, wurde der langjährige Geschäftsführer des Deutschen Theaters Klaus Steppat entlassen, der in dieser Funktion seit 2001 am Haus tätig war. Was ist da vorgefallen?

Herr Steppat ist in der Tat nicht mehr am Deutschen Theater beschäftigt. Aber ich bitte um Verständnis, dass ich zu Personaleinzelangelegenheiten derzeit keine Auskunft erteilen kann.

Ein Punkt, über den Sie sicher gern sprechen, sind die eigenen neuen Akzente, die Sie als Kultursenator auch im Theaterbereich setzen wollen. Laut Koalitionsvertrag sollen die Privattheater stärker unterstützt werden.

Auch die sogenannten Unterhaltungstheater sind ein wichtiger Baustein der Berliner Theaterlandschaft und werden von vielen Menschen sehr geschätzt. Ein Beispiel ist das Schlossparktheater von Dieter Hallervorden. Ein Privattheater, in das Hallervorden seit Jahren tausende Euros investiert – aus der eigenen Schatulle! Inzwischen hat er aber ein gewisses Alter erreicht und sorgt sich um die Zukunft des Schlossparktheaters, um seine Nachfolge. Da ist für mich ganz klar: Ein Haus, das sich vom Konzept und von den Inhalten her so positioniert hat wie diese Bühne und für viele Berliner eine Institution von großer Relevanz ist, müssen wir bewahren und für die Zukunft absichern.

Im Schlossparktheater gab es 2012 einen Blackfacing-Fall, der in der Kulturszene hohe Wellen schlug.

Ich kenne den Fall natürlich. Aber ich habe zu Dieter Hallervorden schon Ende der 70er, Anfang der 80er Jahre gelacht, ich sehe nicht in jedem Blackfacing den ultimativen rassistischen Anschlag.

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Neulich gab es ja auch diesen Vorfall mit Gregor Gysi, der in einer Fernsehtalkshow von den "N* im Süden" sprach. Ich finde, wer so etwas sagt, der soll – genau wie Dieter Hallervorden für das Blackfacing – ruhig den Shitstorm abbekommen. Und er soll das auch bitte nie wieder tun! Es muss klar benannt werden, das ist sicher. Aber man muss daraus kein Riesendrama machen, man muss Menschen in dem Alter nicht deswegen öffentlich aburteilen, als sei man selbst ohne Fehl und Tadel. Man sollte das, wie gesagt, klar äußern und dahinter ein Ausrufezeichen setzen, sich aber nicht moralisch derart darüber erheben, als hätte man endlich einen Fall gefunden. Das finde ich albern.

Sie sind neben der Kunst in Berlin für einen zweiten zentralen Bereich zuständig: Die Institution, der Sie als Kultursenator vorstehen, heißt "Senatsverwaltung für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt". Letzterer ist zurzeit besonders strapaziert: Der Krieg in Nahost spaltet – wie vielerorts mit entsprechender Sorge beobachtet wird – die Kulturszene. Was bedeutet das für Sie als Kultursenator, und wie gehen Sie damit um?

Ich danke Ihnen für diese Frage, denn das Ressort Gesellschaftlicher Zusammenhalt ist mir eine Herzensangelegenheit. Nach dem 7. Oktober haben wir gesehen, dass der Nahostkonflikt auch auf Berliner Straßen spürbar ist. Wohnungen jüdischer Berlinerinnen und Berliner wurden mit Davidsternen markiert. Jüdinnen und Juden in Berlin sprechen von Auswanderung, weil sie sich in ihrer Stadt nicht mehr sicher fühlen. Das geht gar nicht. In einer Stadt wie Berlin müssen alle sicher und in Freiheit leben können. Dafür stehe ich. Dem israelbezogenen Antisemitismus, der sich auf den Straßen zeigt und auch in Teilen des Kulturbetriebs, müssen wir sehr viel entschlossener als bisher entgegentreten. Meine Senatsverwaltung evaluiert und prüft unterschiedliche mögliche Maßnahmen in diesem Bereich, wie auch Dialogformate. Das gehen wir alles im kommenden Jahr an.

Kommentare  
Interview Joe Chialo: Filmabend
Hey Leute das wird super, lasst uns einen Filmabend machen:
Zuerst gucken wir alle zusammen noch mal „Amadeus“ und freuen uns richtig dolle auf die Szene, wo unser Vorbild in die Grube geschmissen wird – von da an gings bergauf!!! Und dem Mimen flicht die Nachwelt ja bekanntlich mächtig Kränze, da sollten wir uns wirklich drauf freuen.
Alle, die Mozarts Todesalter schon überschritten haben, müssen dann nach Hause und in sich gehen, weil eigentlich schon zu betagt fürs coole Berlin. Und für die anderen gibts als Nachschlag ein paar Tiktok-Videos, damit wir uns in Demut üben. Dann machen wir Party (wie auch unsere Stücke in Zukunft gefälligst auf eigene Kosten) und tanzen vor den Sophiensaelen, vorm Ballhaus Ost oder dem Theater unterm Dach, da sieht es überall noch ein bisschen ostig und wie in den 90ern aus. Vielleicht kann uns Herr Chialo dabei filmen und zeigen, wie das geht mit dem Viralgehen und den Hits!
Danach ist Feierabend und bis auf ein paar auserwählte Leuchtturmwärter gehen alle zum Jobcenter und füllen DORT die Anträge aus, anstatt die Senatsverwaltung immer wieder mit Projektanträgen zu nerven.

Nee, jetzt mal ohne Zynismus, aber das fällt schwer, denn Joe Chialo, UNSER Kultursenator, macht es vor:
Selbst wenn ich ihm glaube, dass er mit dem Finanzsenator hart gekämpft hat: Wozu dieser hämische Zynismus über die freie Szene? Wozu dieser kurzsichtige und in jeder Richtung ebenso zynische Vergleich mit den Menschen in Afrika? Was hat das mit Kulturaustausch zu tun? Wem hilft diese Art von Demut, den Menschen in Afrika? Uns?
Was für schräge Forderungen an die Volksbühne, sollen die jetzt etwa „AfD-Theater“ machen, damit die „Arbeiter“ wieder zurückkommen? Oder ENDLICH mal „Anti-Afd-Theater“ - als wäre die Theaterszene auf dem rechten Auge notorisch blind?
Geht der Mann wirklich so viel ins Theater, wie er vorgibt – und was will er uns eigentlich sagen?
Interview Joe Chialo: Gründe
1. Es gab es in den Neunzigern und Zweitausendern Künstler, die "einfach experimentierten", dann weil es Räume gab und bezahlbare Mieten. Eigentlich sehr einfach zu verstehen. Schade, dass die Interviewerin da nichts dazu sagen konnte. Diese Kenntnis wäre essentiell gewesen.
2. Gibt es keinen "Nachwuchs", dann weil die Jungen dort sind, wo sie sichs leisten können und nicht da, wo -wie wahr - eine Verkrustung aus selbsterwählten Jurys, Politiker der 2. Reihe und immer Dieselben alle Förderungen an sich reißen. Es genügt ein Blick in den Haushalt 2000 bis 2022. Lösung (seit 50 Jahren vorexerziert durch das aus der Politik ausgelagerte British Council): Mietübernahme der Mieten professioneller Künstler durch den Staat. Auch sehr einfach. Und: nein, D liegt bei der Kulturförderung nicht ganz vorne , sondern an 18. (von 27) Stelle, hinter Ungarn (1. Platz) und Polen. https://de.statista.com/infografik/15427/anteil-der-kultur--religions--und-freizeitausgaben-an-der-staatskasse-in-eu-laendern/ auch sehr einfach nachschaubar.
Interview Joe Chialo: Volksbühne + Gorki Theater
Die Volksbühne war nicht einfach ein Theater für „Arbeiter“. Ausschlaggebender Akteur im damaligen Kampf um ein Arbeiter*innen-Theater war u.a. der Anarchist Gustav Landauer, der auch für eine Reunion von „Freier Volksbühne“ und „Neuer Freier Volksbühne“ mitverantwortlich und dann Vorsitzender der wiedervereinten Strukturen war. Landauer - Autor des „Organs für Anarchismus - Sozialismus“ hatte zuvor u.a. eine Haftstrafe wegen seines linksradikalen politischen Engagements absitzen müssen.
Die Volksbühne war ein Agitations- und Selbstvergewisserungs-Apparat für die linksradikal organisierte sozialistische bis anarchistische Arbeiter*innenschaft sowie deren bürgerliche Unterstützer*innen. Die KPD hat Propaganda-Revuen in Auftrag gegeben. Piscator und andere waren Kommunist*innen, oftmals Parteimitglieder.
Und Chialo hat völlig recht, wenn er findet, dass die Volksbühne genau das jetzt wieder sein muss in Anbetracht des Aufstiegs der #noAfD: Ein Bollwerk des Antifaschismus. Nur, dass Linksradikalität heute eben auch konsequent queerfeministsiche, antirassistische und antiableistische Positionen impliziert inklusive diskriminierungssensibler Sprache.
Dass das Theater vor hundert Jahren++ keine links-intellektuellen Inhalte bereitgestellt habe, ist allerdings ein großer Irrtum. Es ist auch eine klassistische Annahme, zu glauben, Arbeiter*innen, oder aufs heute übertragen - die prekarisierte Unterschicht - habe ein schlichtes Gemüt oder verstünde die eigene Situation nicht. Sie wissen sehr wohl, wie Kapitalismus funktioniert und wissen, dass sie Ausgebeutete sind. Und tatsächlich könnte die Volksbühne sowohl künstlerisch als auch über Festival-, Konferenz- und andere Formate die Emanzipation der Prekarisierten unterstützen. Das wird unter Pollesch auch bisweilen versucht, aber eben leider ziemlich stümperhaft, unambitioniert und auch nur am Rande. Es wirkt alibihaft neben den peinlichen „Hochkultur“ Desastern à la Gosselin, Meese, Hinrichs usw. Und es ist natürlich ein Problem, wenn das Theater in erster Linie zur Bühne eines alten eingespielten Freund*innenkreises und deren Bekannten wird, formell-strukturell aber im Monarchismus verharrt. Wenn ein Kollektiv herbeigeredet wird, wo es um die üblichen Abteilungsleitungen und Hierarchien geht. Chialo ist in Sachen Volksbühne und Gorki offenbar auch in struktureller Hinsicht offen für Modellprojekte, die „neue, junge, wilde“ Menschen inkludieren (die sind nur äußerst selten an elitär-autoritären Kunst- und Schauspielschulen zu finden) und Prekarisierte, Migrantisierte und Illegalisierte intergrieren. Offenbar wünscht sich Chialo ein Zurück der Volksbühne zu ihren traditionellen linksradikalen Wurzeln, was nunmal in einer pluralistischen Kulturszene auch genau ihre Rolle seine müsste. Und das ist doch erstmal gut.
Interview Joe Chialo: Schloßparktheater
Ich verstehe Chialos Sicht auf das Schlossparktheater nicht:
Das Theater ist ohne Förderung erfolgreich.
Deshalb ist es toll.
Deshalb muss es gefördert werden.
HALLO!?
Interview Joe Chialo: Mozart?
Ich bin in doppelter Hinsich schockiert. Einerseits über die locker dahingesagte, flapsige Mozart-Aussage von Chialo. Und gleichzeitig bin ich verblüfft, dass genau deswegen hier in den Kommentarspalten nicht schon die Hölle los ist.
Ist dies schon die Resignation, wie sie sich im Nachtkritik-Adventskalender bei jedem zweiten Beitrag in Form von programmatisch brav aufgesagten aber staubtheoretischen Ansinnen heraushören lässt, wovon das Theater nun mehr braucht?
Wir brauchen Antrieb, wir brauchen zu machen. Und dafür braucht es Geld, welches dieser Sache und den daran beteiligten zusteht. Ganz ohne innerer und äusserer Verarmung. Punkt.
Interview Jo Chialo: Heilig?
Also entschuldigen Sie bitte Frau Wahl, aber von politischem Theater zu faseln und dann neben der Volksbühne ausgerechnet ein Stück der Schaubühne von 2017 zu nennen, das zu großen Teilen eine eher persönliche Geschichte des Autors ist, und gleichzeitig das seit zehn Jahren politischste Haus in ganz Deutschland zu verschweigen und nur da zu erwähnen, wo es um den vermeintlichen Machtmissbrauch geht, das ist im Grunde journalistisch unwürdig und beschreibt ein Grundproblem dieser Plattform: keine detaillierten und minutiösen Analysen, dafür eine Redaktion mit leicht reaktionären Geschmäckern, denen die altehrwürdigen Häusern heilig bleiben, komme was wolle.
Interview Joe Chialo: Pech
Grad war ich acht Jahre in Afrika und hab am Ende auch gehungert weil das stimmt, daß es da kein Geld gibt für Künstler - nur wenn sie sich mit der Regierung einlassen, aber davon läßt man lieber die Finger - jetzt komm ich hierher zurück und soll schon wieder hungern ich armer Künstler - ich hab wirklich Pech
Interview Joe Chialo: Worum es ging
@#6: Werte*r Inga,
vielen Dank für Ihren Kommentar - wenngleich sich mir Ihr Punkt nicht ganz erschließt, da es an der besagten Stelle für mich nicht um eine Analyse des politischen Theaters ging, sondern darum, in Reaktion auf Joe Chialos Äußerung Beispiele für konkrete Aufführungen zu benennen, die sich explizit mit der Afd bzw. dem Rechtsruck im Wahlverhalten des Arbeitermilieus beschäftigen. Die aktuelle AfD-Verbotsaktion des ZpS und die 2021er-Neuinszenierung von "Rückkehr nach Reims" an der Schaubühne mit neuer Besetzung und neuen Texten von Isabelle Redfern lagen da für mich nahe; wäre der Oliver-Frljic-Abend "Gorki - Alternative für Deutschland" von 2018 noch im Repertoire des Gorki, hätte ich auch diesen genannt.
Mit freundlichen Grüßen, Christine Wahl
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