Am Wiesnrand - Münchner Volkstheater
Kuscheln auf Bierbauch
von Sabine Leucht
München, 30. Januar 2020. Stefanie Sargnagel liebt den Grind. Dazu passt ein Parasit wie der Floh prächtig. Und auch eine Massenveranstaltung wie das Oktoberfest: die "Wiesn", wie die Bayern sagen. Dass es dort neben Bierzelten, Fahrgeschäften und dem berüchtigten Kotzhügel auch einen Flohzirkus gibt, mag einer der Gründe dafür sein, dass das erste Theaterstück der Wiener Autorin von Schauspieler*innen in Flohkostümen gespielt wird. Im Münchner Volkstheater purzeln, stehen, liegen und hüpfen Jan Meeno Jürgens, Jonathan Müller, Henriette Nagel, Pola Jane O'Mara und Nina Steils mit dünnen Beinen unter bucklig-ausladendem Lagenlook auf einem gigantischen nackten Bierbauch herum. Ein toller Bauch ist das, der von Kopf und Extremitäten befreit auf dem Rücken liegt und unter der Brust noch einmal mächtig gen Bühnenhimmel hin Fahrt aufnimmt. Liebevolle Hände haben das raumfüllende Trumm unter Anleitung der Bühnenbildnerin Sarah Sassen mit Pigmentflecken und einzelnen schwarzen Haarbüscheln geschmückt. Wenn man zwischen ihnen auf dem Höhepunkt des Bauches steht, hat man gemalte Bergesgipfel etwa auf Kopfhöhe hinter sich. Dieser Kotzhügel für Menschenflöhe ragt also praktisch bis in die Alpen. Und da gehört er auch hin an diesem durch und durch alpenländischen Abend.
Der eingebildete Kranke oder Das Klistier der reinen Vernunft - Residenztheater München
Sonnen der Aphorismenseligkeit
von Christian Muggenthaler
München, 20. Dezember 2019. Argan, dieser Hypochondrie-Superheld für Fortgeschrittene, wird in PeterLichts Molière-Überschreibung "Der eingebildete Kranke oder Das Klistier der reinen Vernunft" (Mitarbeit: SE Struck) zu einem tatsächlichen Superstar, der inmitten seiner Showcrew einem – wie sich zeigen wird: letzten – Auftritt entgegenfiebert, wiewohl er sich nicht recht wohl fühlt. "Mir geht es grad nich so gut", ist der Refrain des immerwährenden Kreisens eines Mannes um sich selbst, der sich und seine Befindlichkeit ins Zentrum seines Daseins und des Daseins seiner gesamten Entourgage gestellt hat. Ein Kreisen, das den gut zweistündigen Uraufführungsabend des Licht-Stücks auf der Bühne des Münchner Residenztheaters prägt.
Regie: Emre Akal
Regie: Thom Luz
Regie: Jan Philipp Gloger
Regie: Anta Helena Recke
Regie: Philipp Preuss
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