meldungen
Peter Esterházy im ungarischen Radio zensiert
Scharfer Wind
Budapest, 4. Januar 2013. Wie der Wiener Standard meldet, ist der österreichische Schriftsteller Peter Esterházy wegen einer Theater-Empfehlung zum Opfer der Zensur im staatlichen ungarischen Radio geworden. Esterházy hatte den Hörern in seiner monatlichen Sendung geraten, das Ungarische Nationaltheater zu besuchen, so lange noch dessen Intendant Robert Alföldi im Amt ist. Doch in der ausgestrahlten Sendung war diese Stelle rausgeschnitten worden. Über den Vorfall berichtet Esterhazy in der am Freitag erscheinenden Ausgabe der Wochenzeitung "Elet es irodalom" (Leben und Literatur). Auszüge aus dem Zeitungsbeitrag veröffentlichte am Donnerstag das Internet-Portal "index".
Russischer Kritikerpreis für Anton Adassinsky
Performer, Tänzer, Weltstar
30. Dezember 2012. Der russische Tänzer und Schauspieler Anton Adassinsky ist für seine Darstellung des "Mephisto" in Alexander Sokurows "Faust-"Film mit Preis der russischen Filmkritik ausgezeichnet worden. Das teilte Adassinkys Ensemble Derevo in Dresden-Hellerau mit, wo Adassinkys deutsch-russische Compagnie seit 1996 arbeitet.
Metropoltheater München ersteigert Uraufführung
Drei, zwei, eins...
22. Dezember 2012. Wie das Metropoltheater München mitteilt, hat es die Uraufführungsrechte für das Stück "Schuld und Schein" von Ulf Schmidt ersteigert, die der Autor im November beim Internet-Auktionshaus e-bay feilgeboten hatte.
Martin Wuttke ist krank – Burgtheaterpremiere um ein Jahr verschoben
Zwangspause
Wien, 20. Dezember 2012. Der Schauspieler Martin Wuttke ist erkrankt. Deshalb verschiebt das Wiener Burgtheater die ursprünglich für den 9. Februar 2012 geplante Premiere von Hans Henny Jahnns "Die Krönung Richards III." um ein Jahr. Wie u.a. der Kurier meldet, haben sich Regisseur Frank Castorf und die Theaterdirektion auf eine Verlegung in die Spielzeit 2013/14 geeinigt.
Thalia Theater sagt Jelinek-Wilder-Kopplung ab
Im Zweifel
Hamburg, 20. Dezember 2012. Das Thalia Theater in Hamburg hat die geplante Uraufführung "Wir sind noch einmal davongekommen / Kein Licht I & II" von Elfriede Jelinek verschoben und die geplante Koppelung abgesagt. Wie das Hamburger Abendblatt berichtet, hätten sowohl Regisseur Dimiter Gotscheff als auch die Autorin zuletzt Zweifel gehabt, ob sich das Stück der Nobelpreisträgerin überhaupt in Kombination mit dem Drama von Thornton Wilder auf die Bühne bringen lasse, sagte der Dramaturg am Thalia Theater, Carl Hegemann. Statt der Uraufführung werde nun Marco Štorman am 23. Februar Wilders Original "Wir sind noch einmal davongekommen" im Großen Haus inszenieren.
Ausgaben für Kultur in Deutschland steigen
Die Kultur wächst
Wiesbaden, 18. Dezember 2012. Laut Angaben des Statistischen Bundesamtes haben Bund, Länder und Gemeinden in Deutschland im Jahr 2009 insgesamt 9,1 Milliarden Euro für Kultur ausgegeben. Das ist ein Zuwachs von 2,8 Prozent gegenüber 2008. Der größte Teil der öffentlichen Ausgaben entfiel auf den Kulturbereich Theater und Musik (35,4 Prozent). Danach folgten die Bereiche Museen (18,0 Prozent) und Bibliotheken (15,1 Prozent). Diese Ergebnisse sind im Kulturfinanzbericht des Statistischen Bundesamtes (Destatis) 2012 veröffentlicht.
Kandidat der Regierung wird Intendant des Ungarischen Nationaltheaters
Wunschkandidat von rechts
17. Dezember 2012. Wie u.a. die österreichische Tageszeitung Der Standard unter Berufung auf die Agentur APA online meldet (17.12.212), wird der aus der ungarischen Minderheit in der Ukraine stammende Regisseur Attila Vidnyánszky neuer Leiter des Nationaltheaters in Budapest. Seine fünfjährige Amtszeit soll im Juli nächsten Jahres beginnen. Damit habe sich der Wunschkandidat der Kulturpolitiker um den rechts-konservativen Ministerpräsidenten Viktor Orbán im Rennen um den Intendantenposten durchgesetzt. Vidnyánszky wird Robert Álföldi ablösen, der das Nationaltheater zwar mit "viel Erfolg und starker Besucherauslastung" geleitet habe, aber wegen seines "modernen Theaterstils, seiner Absage an einen engen nationalistischen Kanon und seiner eigenen Homosexualität immer wieder zur Zielscheibe rechtsextremer Proteste" geworden sei.
Gertrud-Eysoldt-Ring an Constanze Becker
Nichts Kokettes
15. Dezember 2012. Wie u.a. die Frankfurter Rundschau meldet, erhält die Schauspielerin Constanze Becker für ihre darstellerische Leistung in Michael Thalheimers Medea am Schauspiel Frankfurt den Gertrud-Eysoldt-Ring 2013. Die 34-Jährige habe nichts Kokettes und sei "für große dramatische Rollen prädestiniert", zitiert die FR die Würdigung der Jury, der in diesem Jahr Frank Baumbauer, Barbara Mundel und Matthias Lilienthal angehörten.
Rostock: Lohnverzicht um Mehrspartenhaus zu erhalten
Lasst uns Opfer bringen, anders droht das Ende!
Berlin, 14. Dezember 2012. Wie Focus Online meldet (14.12.2012), sind die Mitarbeiter des Rostocker Volkstheaters bereit, auf insgesamt 6,2 Millonen Euro Lohn- und Gagenzahlungen in fünf Jahren zu verzichten.
Berliner Ernst-Busch-Schule bekommt Zentralstandort
Endlich ein Happy End?
13. Dezember 2012. In seiner gestrigen Sitzung hat der Hauptausschuss des Berliner Abgeordnetenhauses einstimmig beschlossen, dass der Zentralstandort für die Berliner Hochschule für Schauspielkunst "Ernst Busch" in die Chausseestraße nach Mitte gehört. Das geht aus einer Pressemitteilung der Ernst-Busch-Schule hervor. Nach erneuter Prüfung (siehe Meldung) sei die Senatsverwaltung zu dem Ergebnis gelangt, dass die ehemaligen Opernwerkstätten die für das Land Berlin wirtschaftlichste und für die Hochschule sinnvollste Option sind.
Markus Müller wird neuer Intendant in Mainz
Sehnsucht fördern
12. Dezember 2012. Markus Müller, zur Zeit noch Intendant des Oldenburgischen Staatstheaters, wird im Sommer 2014 Matthias Fontheim als Intendant in Mainz ablösen. Das meldet die Allgemeine Zeitung, das Online-Portal der Rhein-Main-Presse. Der Meldung zufolge hat sich der Theateraufsichtsrat gestern für den 39-Jährigen entschieden.
Gericht beruft Suhrkamp-Geschäftsführerin Ulla Unseld-Berkéwicz ab
Droht das Ende der Brillanz?
Berlin, 10. Februar 2012. Im gerichtlichen Streit um den Suhrkamp-Verlag hat das Berliner Landgericht die Geschäftsführerin des Verlags Ulla Unseld-Berkéwicz abberufen. Das meldet Spiegel Online. Das Gericht gab damit dem Antrag des Minderheitsgesellschafters Hans Barlach statt. Das Urteil sei allerdings noch nicht rechtskräftig, sodass sich, laut Aussage von Suhrkamp-Anwalt Peter Raue, an der derzeitigen Geschäftsführung nichts ändere. Raue "gehe davon aus, dass die Verlagsspitze gegen die Entscheidung in Berufung gehen werde".
Geschäftsführer verlässt das DNT Weimar
Mehr Zeit für die Familie
Weimar, 7. Dezember 2012. Der langjährige Geschäftsführer des Deutschen Nationaltheaters und der Staatskapelle Weimar, Thomas Schmidt, räumt zum Ende der Spielzeit seinen Posten. Wie T-Online mit Berufung auf das Erfurter Kultusministerium meldet, wolle er sich nach zehn Jahren am DNT künftig stärker seiner Familie und seinen Lehrverpflichtungen als Professor widmen.
Urteil: Berliner Gorki-Theater gehört der Sing-Akademie
In letzter Instanz
Berlin / Karlsruhe, 7. Dezember 2012. Die Berliner Sing-Akademie kann sich als Eigentümerin des Gebäudes des Berliner Maxim-Gorki-Theaters ins Grundbuch eintragen lassen. Wie die Berliner Zeitung meldet, hat dies der Bundesgerichtshof (BGH) heute in Karlsruhe entschieden. Damit setzte sich die 1791 gegründete Laien-Chorvereinigung in letzter Instanz gegen das Land Berlin durch. Der Streitwert vor dem BGH lag bei mehr als sechs Millionen Euro.
Schleswigs Theater muss nur teilgeräumt werden
Marode
Schleswig, 6. Dezember 2012. Schleswigs marodes Stadttheater muss nicht komplett geräumt werden. Wie die Schleswig-Holsteinische Landeszeitung heute berichtet, haben sich Schleswigs Bürgermeister Thorsten Dahl und Peter Grisebach, Generalintendant des Schleswig-Holsteinischen Landestheaters, darauf geeinigt, dass sämtliche Nebengebäude vorerst weiter genutzt werden können. Ein neuer Stützbalken soll dafür sorgen, dass vom Saal mit seinem einsturzgefährdeten Dach keine Gefahr für das Nachbarhaus ausgeht.
Erst gestern hatte die Zeitung gemeldet, dass nach einer neuerliche Untersuchung der Statik auch die angrenzenden Gebäude des Theaters geräumt werden müssten. Vor einenhalb Jahren war das Gebäude bereits für den Spielbetrieb geschlossen worden.
Köln kippt Kulturdezernent Georg Quander
Beschädigt
Köln, 6. Dezember 2012. Der Kölner Kulturdezernent Georg Quander bekommt keine zweite Amtszeit. Wie u.a. der Kölner Stadtanzeiger berichtet, haben sich darauf die Ratsfraktionen von SPD, FDP und Grünen geeinigt, wohingegen sich die CDU für eine Wiederwahl des parteilosen Dezernenten ausgesprochen hatte. Auch die Kölner Kulturszene hatte sich mit Solidaritätsbekundungen für Quander stark gemacht. Quander hatte unter anderem die Erfolgsintendantin Karin Beier nach Köln geholt und dem Schauspielhaus dadurch zu einem großen Aufschwung verholfen.
Berliner Protest gegen Bevormundung der Künstler in Ungarn
Für die Freiheit der Kunst
Berlin, 5. Dezember 2012. Der Berliner Rat für die Künste wendet sich in einem offenen Brief gegen die besorgniserregende Situation der Künstler in Ungarn: "Seit die Regierung von Viktor Orbán im Amt ist, sind für viele Freidenkenden die Räume enger geworden", heißt es darin. In kulturellen Bereichen verschärften sich die "nationalen Töne". Jüngst sei der "Leiter der Kunsthalle (ein Ausstellungsort zeitgenössischer Kunst) nach scharfer Kritik zurückgetreten, weil in einer Ausstellung ('Was ist ungarisch?') kritisch mit Fragen der Nationalität umgegangen wurde".
Schauspieler Jeroen Willems ist gestorben
Unendlich traurig
4. Dezember 2012. Der Schauspieler Jeroen Willems ist gestern im Alter von nur 50 Jahren in Amsterdam gestorben. Dies meldet u.a. das Informationsportal Niederlande-Net der Uni Münster. Während der Proben zu einer Gala anlässlich des 125-jährigen Bestehens des Amsterdamer Theaters Carré sei ihm unwohl geworden; am Nachmittag habe er einen Herzstillstand erlitten.
Brand im serbischen Nationaltheater Belgrad
Marode Elektrik
Belgrad, 4. Dezember 2012. Das serbische Nationaltheater in Belgrad wurde durch ein Feuer schwer beschädigt, wie u.a. ZEIT online meldet. Ursache sei ein Kurzschluss gewesen. Ein Großaufgebot der Feuerwehr konnte verhindern, dass sich das Feuer auf der Hauptbühne weiter ausbreitete. Die Vorstellungen sind vorerst abgesagt.
Ab 1. Januar 2013: Sächsisches Staatstheater
Dresdens Glanz und Gloria
Dresden 2. Dezember 2012. Wie die nmz - neue musik zeitung auf ihrer Website (30.11.2012) meldet, wird die im Februar getroffene Entscheidung, Sächsische Staatsoper und Sächsisches Staatsschauspiel unter einem Dach zusammen zu schließen, zum 1. Januar 2013 vollzogen. Dann wird es in Dresden, wie schon einmal nach dem 1. Weltkrieg, ein "Sächsisches Staatstheater" geben.
Düsseldorfs Intendant Holm legt sein Amt nieder
Rücktritt nach anderthalb Jahren
Düsseldorf, 29. November 2012. Wie rp-online meldet, hat Staffan Valdemar Holm, Generalintendant des Düsseldorfer Schauspielhaus, sein Amt niedergelegt. Der Grund sei ein chronisches Burnout, wegen dem er sich nun in einer Klinik voraussichtlich in Dänemark behandeln lassen will. Als Interimslösung wird der jetzige Geschäftsführer der Schauspielhauses, Manfred Weber, die Leitung des Hauses übernehmen. Holm möchte aber weiter in Düsseldorf inszenieren. Am 2. März soll seine Inszenierung von Henrik Ibsens "Peer Gynt" Premiere haben, an dieser Inszenierung will Holm festhalten.
Freie Theaterszene Ungarns am Abgrund
Ungarns Freie Szene ruft um Hilfe
28. November 2012. Mit einem Protestvideo (siehe Meldung gestern) und Appellen an die internationale Öffentlichkeit versucht die Freie Theaterszene Ungarns auf ihre fatale Lage aufmerksam zu machen. Schon seit Anfang des Jahres warten international so renommierte Compagnien und Künstler wie Béla Pinter, Pál Frenák, Viktór Bodo oder Árpád Schilling auf das ihnen staatlich bereits zugesicherte Geld. Anfang November wurde nun bekannt, dass die (noch gar nicht ausgezahlten) Zuwendungen weiter drastisch gekürzt werden sollen, um über 33 Prozent, wie es heißt. Sollte die ungarische Regierung an diesem Kurs festhalten, müssten sämtliche freien Theater des Landes Anfang 2013 ihre Arbeit einstellen, so Szilvia Nagy vom Verband Freier Theater Ungarns (FESZ).
Protestvideo der freien Theatermacher Ungarns
Vor dem Begräbnis
27. November 2012. Die Freie Theaterszene Ungarns gerät unter der aktuellen Regierung zunehmend unter Druck. Staatliche Fördermittel sind 2012 unregelmäßig oder gar nicht ausgezahlt worden. Die Aussichten für 2013 sind düster. In einem Protestvideo wenden sich jetzt führende Künstler gegen den drohenden Verfall der freien Spielstätten und Theaterkollektive Ungarns, darunter international renommierte Regisseure wie Béla Pintér, Kornél Mundruczó, Viktor Bodó und Árpád Schilling. Die am Trafó-Theater aktive Choreographin Réka Szabó sagt für ihr Ensemble Tünet Együttes: "Um den 6. Dezember herum wollten wir unseren 10. Geburtstag im Trafó begehen. Wir werden stattdessen unser Begräbnis feiern." (Falls die englischen Untertitel nicht schon laufen, lassen sie sich über den Button "CC" anstellen.)
Mehr zur Situation der ungarischen Theater finden Sie über den Lexikoneintrag Ungarn und in den jüngsten Theaterbriefen von 2011 und 2012.
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