meldungen
Martin Wuttke bricht sich ein Bein und spielt trotzdem
Kein Hals-, ein Beinbruch
23. Oktober 2012. Wie die Tageszeitung Die Welt gestern meldete, hat sich Martin Wuttke am vorletzten Sonntag in einer Vorstellung des Don Juan nach Molière in der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz zu Berlin das Wadenbein gebrochen.
Trotz dieses Unfalls habe er die Vorstellung zu Ende gespielt, könne jetzt aber wegen der Verletzung nicht an der neuen Tatort-Folge für den Mitteldeutschen Rundfunk weiter arbeiten. Martin Wuttke steht derzeit als Hauptkommissar Andreas Keppler für die Episode "Die Wahrheit stirbt zuerst" vor der Kamera.
Lukas Bärfuss erhält Berliner Literaturpreis 2013
Freaks und Träumer
Berlin, 22.10.2012. Der Autor Lukas Bärfuss wird mit dem Berliner Literaturpreis 2013 ausgezeichnet. Das meldet u.a. der Wiener Standard. Die fünfköpfige Jury begründete ihre Wahl damit, dass Bärfuss in seiner Prosa, seinen Hörspielen und Theatertexten Freaks und Träumern, Schlafwandlern und Fremdlingen eine Stimme gebe.
Kommissarische Leitung für Mousonturm steht fest
Großes Vertrauen
Frankfurt, 22. Oktober. Das Künstlerhaus Mousonturm in Frankfurt am Main erhält nach dem plötzlichen Tod seines Intendanten Niels Ewerbeck zunächst eine kommissarische Leitung. Wie das Journal Frankfurt meldet, soll auf Wunsch von Kulturdezernent Felix Semmelroth (CDU) bis zu einer Neubesetzung der Intendanz Martina Leitner, Prokuristin des Hauses, die interimistische Geschäftsführung übernehmen.
Akademie der Künste Berlin eröffnet Schlingensief-Archiv
Vierzig Regalmeter
20. Oktober 2012. Wie die Berliner Akademie der Künste mitteilt, hat Christoph Schlingensief ihr noch zu Lebzeiten sein Archiv übergeben. Es umfasst der Mitteilung zufolge über 40 Regalmeter und beinhaltet neben Plakaten, Korrespondenz, Programmheften und Fotos die Produktionsunterlagen zu einigen seiner Filme und Inszenierungen: von der Konzeptionsskizze bis zur Presse-Resonanz und Fan-Post, darunter auch diverse Requisiten sowie Werbe-Artikel zu einzelnen Aktionen.
Brecht-Schauspielerin Käthe Reichel ist tot
Heilige Johanna und Shen-Te
Berlin, 19. Oktober 2012. Käthe Reichel ist tot. Wie unter anderem die Welt meldet, starb die Schauspielerin in der vergangenen Nacht im brandenburgischen Buckow. Sie wurde 86 Jahre alt.
Deutsches Nationaltheater Weimar distanziert sich von Breivik-Performance
Nazis raus ?
18. Oktober 2012. Das Deutsche Nationaltheater Weimar (DNT) hat kurzfristig entschieden, seine Spielstätte E-Werk nicht für die für morgen abend geplante Uraufführung von Milo Raus neuer Performance "Breiviks Erklärung" zur Verfügung zu stellen.
Claus Peymann wird Burgtheater-Ehrenmitglied
13 Jahre später
Wien und Berlin, 17. Oktober 2012. Manchmal brauchen Meldungen etwas länger. Zum Beispiel diese hier: Der Intendant des Berliner Ensembles, Claus Peymann, wird Ehrenmitglied des Wiener Burgtheaters.
Offener Brief des Wuppertaler Schauspielensembles
Solidarisieren Sie sich!
15. Oktober 2012. Das Schauspielensemble des Wuppertaler Bühnen hat sich in einem offenen Brief an sein Publikum gewandt und zur Solidarisierung mit dem von einer weiteren Kürzungswelle betroffenen Sprechtheater der Stadt aufgefordert. Der Brief macht die Folgen der neuerlichen Sparmaßnahmen konkret und fordert deren Rücknahme. Nach Angaben des Ensemblemitglieds Anne-Catherine Studer wird der Brief von nun an nach jeder Vorstellung des Schauspiels verlesen.
(wb)
Der Brief des Ensembles im Wortlaut:
Liebes Publikum der Wuppertaler Bühnen.
Das Theater ist in Not.
Ab nächster Spielzeit werden den Wuppertaler Bühnen zwei Millionen Euro gestrichen. Trotz aller Bemühungen im Jahr 2010 (Welttheatertag, 24-Stunden-Theatertag, etc.) die Etatkürzungen abzuwenden, werden sie nun Realität. Das bedeutet konkret die Halbierung des Schauspielensembles und den Verlust der kleinen Spielstätte. In allen Abteilungen des Hauses wurden bereits Nicht-Verlängerungen der Verträge ausgesprochen. Ein großer Stellenabbau ist zu befürchten.
Der Spielplan 2013/14 wird auf nur vier Stücke reduziert.
Stellt das nicht bereits die Abwicklung der Schauspielsparte dar?
1967: 40 Schauspieler
1996: 30 Schauspieler
2009: 14 Schauspieler
und ab der kommenden Spielzeit 2013 werden es nur noch sieben Schauspieler sein.
Unter diesen dramatischen Umständen sind Qualität und kreative Vielfalt zwangsläufig in großer Gefahr.
Wir, das Wuppertaler Schauspielensemble, wollen weiterhin streitbare Kunst machen, die sich unabhängig von ihren Geldgebern kritisch mit ihrer Zeit auseinandersetzt. Eine Politik, die sich ein kritisches Sprechtheater nicht mehr leisten will, bringt ihre Bürger um die Möglichkeit einer ernsthaften Auseinandersetzung mit der Gegenwart und attestiert dieser Stadt ein kulturelles Armutszeugnis.
Wir fordern die Rücknahme der Sparmaßnahmen, die Erhaltung des Schauspiel- und Opernensembles, der Theaterpädagogik sowie aller technischen und künstlerischen Werkstätten in der jetzigen Größe, den Erhalt des Schauspielhauses und eine Ausweichspielstätte für die nächste Spielzeit.
Die Hälfte aller Darsteller, die Sie in dieser Spielzeit auf der Bühne sehen, wird in der nächsten Saison nicht mehr für Sie spielen, und den neuen Kollegen, die jetzt ihren Einstand auf der Wuppertaler Bühne feiern, droht jetzt schon die Abschaffung ihres Arbeitsplatzes. Solidarisieren Sie sich mit uns für den Erhalt des Wuppertaler Schauspiels. Der kulturelle, vielfältige Reichtum dieser Stadt muss erhalten bleiben. Und das traditionsreiche Sprechtheater gehört hierhin.
Nahezu zeitgleich hat sich auch der ehemalige Kölner und Bremer Intendant Klaus Pierwoß in einem Offenen Brief an den Wuppertaler Kulturdezernenten gewandt.
Ex-Intendant Klaus Pierwoß protestiert gegen Wuppertaler Theatertod
Destruktive Vorgehensweise
15. Oktober 2012. Klaus Pierwoß, Ex-Intendant der Theater Köln und Bremen, hat in einem offenen Brief an den Wuppertaler Kulturdezernenten Matthias Nocke (CDU) gegen die weitere Ruinierung der Wuppertaler Bühnen protestiert, "einstmals eine der exponiertesten Bühnen der Republik", so Pierwoß in seinem Schreiben.
Wolfram Lotz erhält Kasseler Förderpreis Komische Literatur 2013
Ungemütliche Anleitung zum Widersinn
11. Oktober 2012. Der Dramatiker Wolfram Lotz erhält den Kasseler "Förderpreis Komische Literatur" 2013. Das teilte die Stiftung Brückner-Kühner mit, die den Preis jährlich vergibt.
Deutscher Bühnenverein kritisiert Projektförderung
Nachhaltigkeitsmangel
11. Oktober 2012. In einer Pressemitteilung auf seiner Webseite kritisiert der Deutsche Bühnenverein, dass sich die Finanzierung von Kunst und Kultur zunehmend in die Projektförderung verlagere. "Im Gegensatz zur institutionellen Förderung mangele es Projektförderungen vor allem im pädagogischen Bereich an der notwendigen Nachhaltigkeit", heißt es in der Pressemitteilung; sie seien zudem unüberschaubar und oft unkoordiniert und bürokratisch. Auch erlaubten sie kein kontinuierliches Arbeiten.
Gerichtsurteil: Eine Pussy-Riot-Aktivistin kommt auf Bewährung frei
Zweimal Urteil bestätigt, einmal Bewährungsstrafe
Moskau, 10. Oktober 2012. Im Prozess um die feministische Aktivistinnen-Gruppe "Pussy Riot" hat das Moskauer Berufungsgericht in zwei Fällen das bisherige Urteil bestätigt und ein Mitglied auf Bewährung freigelassen. So müssen Nadeschda Tolokonnikowa und Marija Aljochina wie in erster Instanz entschieden zwei Jahre in Lagerhaft, während die Haftstrafe für Jekaterina Samuzewitsch in eine Bewährungsstrafe umgewandelt wird. Wie unter anderem die FAZ meldet, habe ein Zeuge ausgesagt, dass Samuzewitsch bereits vor dem eigentlichen Protest von Wachleuten aus der Christus-Erlöser-Kathedrale in Moskau getragen worden sei und deshalb nicht daran teilgenommen habe.
Meg Stuart erhält Konrad-Wolf-Preis 2012
Verdienstvoll im Tanz
Berlin, 6. Oktober 2012. Die in Berlin lebende US-amerikanische Tänzerin und Choreografin Meg Stuart erhält den diesjährigen Konrad-Wolf-Preis von der Akademie der Künste. Wie das Hauptstadtportal berlin.de mitteilt, wird die 1965 in New Orleans geborene Künstlerin für "ihre herausragenden Verdienste um den zeitgenössischen Tanz" geehrt.
Niels Ewerbeck ist tot
Leiter des Frankfurter Mousonturms gestorben
Frankfurt, 4. Oktober 2012. Wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung meldet, ist Mousonturm-Direktor Niels Ewerbeck am Dienstag tot in seiner Wohnung aufgefunden worden. "Allem Anschein nach" habe der 50-Jährige "selbst Hand an sich gelegt".
Wasserschaden im neuen Heidelberger Theaterkeller
Herzstück in Fluten
Heidelberg, 4. Oktober 2012. Wie die Rhein-Neckar-Zeitung aus Heidelberg (4.10.2012) berichtet, hat es am Heidelberger Theater einen Wasserschaden gegeben. Kurz vor Wiedereröffnung des für 60 Millionen Euro weitgehend neu gebauten Hauses am 24. November seien etwa 150.000 Liter Wasser aus dem Behälter der neuen Sprinkleranlage ins dritte Untergeschoss gelaufen. 14 Heidelberger Berufsfeuerwehrleute und 16 Freiwillige Feuerwehrmänner hätten den Keller bis in den Abend wieder leer gepumpt.
Ulrich Khuon verlängert Intendanz am Deutschen Theater Berlin
Strahlkraft
Berlin, 3. Oktober 2012. Der Intendant des Deutschen Theaters Berlin Ulrich Khuonhat seinen Vertrag bis 2019 verlängert, wie verschiedene Medien in Berufung auf die Berliner Kulturverwaltung melden. Demnach stimmte der Senat am Dienstag einer entsprechenden Vorlage des Regierenden Bürgermeisters und Kultursenators Klaus Wowereit zu.
Schlosstheater Moers bleibt erhalten
Bekenntnis zur Lebendigkeit
2. Oktober 2012. Das Schlosstheater Moers ist gerettet: Der Rat der Stadt Moers hat in seiner Sitzung am 26. September 2012 mehrheitlich einen Haushaltssanierungsplan beschlossen, der den Erhalt des Hauses – anders als im Juni angekündigt – garantiert.
Hermann Sudermann Stiftung schreibt neuen Dramatikerpreis aus
Den Notleidenden
2. Oktober 2012. Die Berliner Hermann Sudermann Stiftung teilt mit, dass sie einen neuen Preis "für herausragende Leistungen im Bereich der deutschen Dramatik" auschreibt. In Kooperation mit dem Deutschen Theater Berlin solle der mit 5000 Euro dotierte Hermann-Sudermann-Preis alle zwei Jahre und erstmalig 2013 im Rahmen der Autorentheatertage des DT verliehen werden. Der Preisträger werde aus dem Kreis der Autoren ausgewählt, die zu dem Festival eingeladen seien.
Dirk Bach ist verstorben
Der König ist tot
1. Oktober 2012. Wie das Berliner Schloßparktheater mitteilt, ist der Schauspieler, TV-Moderator und Komiker Dirk Bach heute unerwartet im Alter von 51 Jahren in Berlin gestorben. Am Donnerstag hätte an dem Haus eigentlich die Premiere von "Der kleine König Dezember" stattfinden sollen, in dem Bach die Hauptrolle spielen sollte. Bach begann seine Karriere beim Theater, der Kölner Intendant Hansgünter Heyme gab dem damals 17-Jährigen im Jugendklub des Theaters seine erste Rolle in Heiner Müllers "Prometheus". Ein großer Erfolg wurde Walter Bockmayers Produktion von "Geierwally", die Bach zwischen 1984 und 1986 mehr als 300 mal spielte. In den 90er Jahren war er als festes Ensemblemitglied am Schauspielhaus Köln engagiert, zu dem Zeitpunkt begann auch die RTL-Produktion der "Dirk Bach Show", in der er, 161 cm groß, anfangs stets mit dem Klischee vom kleinen Dicken spielte. In vielen Produktionen arbeitete er mit Hella von Sinnen zusammen, die er bereits Anfang der 80er Jahre in Köln kennen gelernt hatte. Zuletzt war er dem Fernsehpublikum vor allem für seine ironiegesättigten Moderationen des "Dschungelcamps" (RTL) zusammen mit Sonja Zietlow bekannt.
(sik)
Hauptsponsor BMW steigt beim Festival euro-scene aus
Die nächste Eurokrise
27. September 2012. Der bayerische Automobilhersteller BMW beendet sein Engagement als Sponsor beim Leipziger Festival euro-scene. Das melden verschiedene Medien, darunter das Onlineportal der Leipziger Volkszeitung. Damit fehlen dem Festival im Budget für das Festival im Jahr 2013 nun 200.000 Euro. Allerdings, so die Leipziger Volkszeitung weiter, habe die Stadt Leipzig ihren finanziellen Beitrag an der Finanzierung des Festivals erhöht. Dennoch müssten in der nächsten Festivalausgabe aus bisheriger Sicht 125.000 Euro eingespart werden.
Holk Freytag bleibt Intendant der Bad Hersfelder Festspiele
Weitere drei Jahre
27. September 2012. Wie u.a. die Osthessen-News melden, hat Holk Freytag seinen Vertrag mit den Bad Hersfelder Festspielen bis einschließlich 2016 verlängert. Freytag leitet das Festival seit 2010 – seine erste Spielzeit bescherte der Stadt ein hohes Defizit, woraufhin die Spieldauer von acht auf sechs Wochen verkürzt wurde – und war vorher von 2001 bis 2009 Intendant des Staatsschauspiels Dresden.
(Osthessen-News / sd)
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